ELVENKING

:: Slash - Slash (CD)

Redaktionswertung: 4.0 Points
Userwertung: 4.0 Points
VÖ Datum: 9. April 2010
Genre: Rock
Label: Roadrunner Records
Info: Slash
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Laufzeit: 60:17
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Trackliste...
1. Ghost (feat. Ian Astbury)
2. Crucify The Dead (feat. Ozzy Osbourne)
3. Beautiful Dangerous (feat. Fergie)
4. Back From Cali (feat. Myles Kennedy)
5. Promise (feat. Chris Cornell)
6. By The Sword (feat. Andrew Stockdale)
7. Gotten (feat. Adam Levine)
8. Doctor Alibi (feat. Lemmy Kilmister)
9. Watch This (feat. Dave Grohl & Duff McKagan)
10. I Hold On (feat. Kid Rock)
11. Nothing To Say (feat. M. Shadows)
12. Starlight (feat. Myles Kennedy)
13. Saint Is A Sinner Too (feat. Rocco DeLuca)
14. We're All Gonna Die (feat. Iggy Pop)

Line Up
Guitar: Slash
Bass: Chris Chaney
Drums: Josh Freese
Percussion: Leonard Castro

Credits
Produced, Engineered and Mixed by Eric Valentine
Second Engineer Bradley Cook
Recorded and Mixed at Barefoot Recording, Hollywood CA
Artwork: Ron English
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Ex-GUNS’N’ROSES Mastermind SLASH ist nicht nur einer der wegweisendsten Gitarristen der Musikgeschichte, sondern gehört auch zu den nettesten Typen im gesamten Musikbiz. Nachdem Mr. Hudsons Schlangengrube nur mäßigen Erfolg brachte und auch VELVET REVOLVER nicht den kommerziellen Markt durchschlug, hat der Zylinder-tragende Lockenkopf mit Ghostwriter Anthony Bozza erst mal fleißig an seiner Biografie geschrieben. Der Topmusiker ließ tief in sein Seelenleben blicken und offenbarte den unzähligen Fans zahlreiche Geheimnisse und Details. Von Drogen und Alkohol mittlerweile weitgehend befreit und zu einem verantwortungsbewussten Familienmenschen gereift, ist das längst fällige Solodebüt die nächste Station in der kurvenreichen Karriere des geborenen Briten.

Die lange Wartezeit auf das seit Monaten beworbene Superprojekt hat sein Ende gefunden. Über Roadrunner Records lässt uns SLASH teilhaben an den exorbitanten Rhythmussequenzen und ausufernden Soloeinlagen. Dass der gute Saul Hudson niemals halbe Sachen macht, wird schon beim Gustieren der penibel genau aufgeschriebenen Credits klar. Der einstündige 14-Tracker wird Song für Song von verschiedensten Berühmtheiten aus dem Pop-, Rock- und Metalbereich veredelt. Neben dem Großmeister selbst, befinden sich mit Josh Freese (dr), Chris Chaney (ba) und Leonard Castro (perc) weitere Instrumentalkonstanten, die bis auf einzelne Songs treue Wegbegleiter durch das ambitionierte Soloprojekt sind. Eine der meistersehnten Veröffentlichungen des Jahres, bedarf natürlich einer tiefer gehenden Analyse.

Eröffnet wird der bunte Starreigen mit THE CULT-Legende Ian Astbury, der dem Opener „Ghost“ seine unverwechselbare Stimme leiht. Mit Unterstützung eines Pianos und der Rhythmusgitarre von Izzy Stradlin, bekommt der Rezipient hochklassige Hard Rock Kost durch die Gehörgänge gepustet. SLASH trägt den Song mit eingängigen Leads und ohrwurmträchtigen Melodien. Bereits zu Beginn eines der absoluten Album-Highlights.

Wesentlich ruhiger und elegischer rollt das bedächtige „Crucify The Dead“ aus den Boxen, das perfekt auf Sänger und Fledermaus-Feinschmecker OZZY OSBOURNE zugeschnitten ist. Durch die unverwechselbare Stimme des „Prince Of Darkness“ könnte der Song auch auf seinem letzten Output „Black Rain“ stehen. Drückende Rhythmus-Lines und wiederum ausladende SLASH-Solos lassen den Track in vollem Glanz erstrahlen.

Moderner wird’s dann mit BLACK EYED PEAS-Beauty FERGIE, die sich ungewohnt rockig und „Beautiful Dangerous“ gibt. Ein markanter Punkt ist das einfache und unaufgeregte Saitengewürge, das nur durch den poppigen Refrain durchbrochen wird. Sehr eingängig und definitiv radiotauglich, sollte der Song auch auf diversen Hitstationen Airplay bekommen. Erinnert vor allem instrumental sehr stark an GUNS’N’ROSES.

ALTER BRIDGE-Shouter Myles Kennedy veredelt das schwerer zugängliche und etwas progressiver wirkende „Back From Cali“. Auch dieser Song wird dem Sänger auf den Leib geschnitten, kann die Qualität der vorangegangen Tracks durch das minimalistische Gitarrenspiel aber nicht ganz halten. Erster Durchschnittstrack, der in seiner gesamten Machart etwas langweilig und zu oft gehört entgegenschallt.

Zeit zum Träumen gewährt SLASH mit der angenehmen Halbballade „Promise“. SOUNDGARDEN und AUDIOSLAVE-Legende Chris Cornell ist ohnehin ein Meister der gedämpften Geschwindigkeit und fühlt sich auch im traditionellen Rockbereich hörbar wohl. Unaufgeregt und mit deutlicher Fokussierung auf die großartige Stimme Cornell’s, hält sich SLASH im Hintergrund und unterstützt damit den starken Gesamteindruck des Tracks.

Einer der charismatischsten Sänger des neuen Jahrtausends ist WOLFMOTHERs Andrew Stockdale, der seine unverwechselbare Stimme auf dem Ohrwurm „By The Sword“ ausbreitet. Wie von seiner Hauptcombo gewohnt, agiert man instrumental stark in den 70er Jahren. Schlagzeug und Gitarre dienen hier nur als Unterstützung und bleiben unauffällig. Slow-Tempo Track mit hohem Wiedererkennungswert.

Zur Halbzeit überrascht uns SLASH mit MAROON 5-Hitparadenstürmer Adam Levine, dessen penetrantes Organ ohnehin für regen Widerspruch sorgt. „Gotten“ ist eine schmalzige Ballade, wird mit Cello und Violine bekräftigt und hört sich (leider) wie ein astreiner Faserschmeichler von Levine’s Brötchengeber an. Zu ruhig, zu aufgesetzt – taugt nur für frisch verliebte Frühlingspärchen.

Nach einer Reihe Slow- und Mid-Tempo Tracks geht’s mit „Doctor Alibi“ wieder ordentlich in die Vollen. Niemand geringerer, als Oberrocker und MOTÖRHEAD-Legende Lemmy veredelt den straighten Rocker mit seiner whiskeygetränkten Reibeisenstimme. Sogar für den bekannt-bedrohlichen Sprechgesang bleibt Platz. Kein Album-Highlight, aber mit den deutlichsten Rock’n’Roll Vibes und der nötigen Portion Coolness im ersten Drittel zu platzieren.

Eine saftige Überraschung gibt’s mit dem Instrumentaltrack „Watch This“. Der einzige, von SLASH im Alleingang geschriebene Track integriert sämtliche Vorzüge seines bekannten Gitarrenspiels. Am Schlagzeug sitzt Dave Grohl, den Bass übernimmt Spezi und Ex-Mate DUFF McKAGAN. Sehr rockig und mit leichten Ausflügen in den Heavy Metal Bereich, kann hier sorglos gebangt werden.

Nächster Radio-Hitkandidat ist „I Hold On“ mit dem wohl populärsten US-Crossover-Proleten KID ROCK. Ein zweites „All Summer Long“ wird die Koproduktion zwar nicht, die patriotischen Gitarrenhooks paaren sich aber gewohnt durchdringend mit KID ROCKs Country-Flair. Die unvermeidliche Hymne zum Fahnenschwenken und Hand-aufs-Herz-legen. Dennoch mit viel Biss und Groove.

Den härtesten Teil des Albums beschreitet Mr. Hudson mit dem offensiven Metal-Kracher „Nothing To Say“. Neben shreddernden Gitarren und schnellem Drumming, glänzt der Track mit der tollen Stimme von AVENGED SEVENFOLD-Fronter M. Shadows. Hier wird auch mal das Gaspedal durchgedrückt, wunderschön soliert und in unterschiedlichsten Stimmlagen gesungen. Hammer-Track, der sehr viel Feuer unterm Arsch hat und SLASH von einer kaum gekannten, wilden Seite zeigt.

Myles Kennedy hat daraufhin als einziger die Ehre, einen zweiten Song einsingen zu dürfen. „Starlight“ ist der krasse Gegensatz zum vorigen Track und erweist sich als weitere Ballade. Die Schraube wird nur im rockigen Refrain angezogen, ansonsten bewegt man sich im gemächlichen Country- und Bluesbereich. Der Terminus „Altherren-Rock“ geistert in meinem Kopf, wird aber nicht ausgesprochen…

Der Kalifornier ROCCO DeLUCA ist der unbekannteste Gast auf SLASH’s erstem Solopfad. Der Indie-Rocker ist aber wie geschaffen für das schleichende, völlig in sich ruhende „Saint Is A Sinner Too“, das völlig im Slow-Tempo angesiedelt ist mit der fast schon femininen Vokalleistung für Gänsehaut sorgt. Der perfekte Sound für das erste Date oder einen Rotwein-unterstützten Abend vor dem Kachelofen.

Zum Abschluss zaubert der Sonnenbrillenfetischist noch einen besonderen Gast aus seinem überdimensionalen Hut: Punk-Legende und Frauenschwarm IGGY POP beschließt das 14-teilige Gesamtwerk mit rauen 80ies-Style Vocals auf „We’re All Gonna Die“. Hier wird der Working-Class-Punk mit solidem Hard Rock und deutlicher Chart-Affinität gepaart. Ungemein ohrwurmtauglich und gemeinsam mit „Nothing To Say“ und „Ghost“ an der Speerspitze des Werkes.

Die Solo-Entjungferung ist ein grundsolides Werk mit sehr vielen Höhen, einigen Lückenfüllern und keinem wirklichen Abbrenner. SLASH und seine honorigen Spießgesellen haben sich ungemein viel Mühe gemacht, werden mit dem opulenten Rock-Silberling aber nicht in die Hall Of Fame kommen. Die Tracks sind meist zu stark auf die jeweiligen Vokalisten zugeschnitten, lassen Individualität vermissen. Dass dieses All-Star-Projekt trotzdem weit, weit vorne angesiedelt werden darf, liegt an einigen großen Einzelleistungen, die sich über den Durchschnitt heben. „Slash“ ist kein zweites „Appetite For Destruction“ oder „Contraband“, aber ein solches soll und darf es auch nicht sein. Überzeugende Hard Rock Kost mit verzeihbaren Schwächen – SLASH ist wieder da und das ist die Wichtigste aller Nachrichten!

Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: FO (09. April 2010)

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