Max Cavalera führt das auf „Conquer” (Review dazu findet ihr hier…) schon spürbare, extrem basische Konzept auf dem neuen SOULFLY Rundling „Omen” konsequent fort. Das bedeutet aber auch, dass die eher Metal non konformen Einflüsse der vergangenen Tage bei SOULFLY wohl endgültig ad-acta gelegt wurden. Der Maxe konzentriert sich ausschließlich darauf, was er anscheinend am besten kann: wild drauflos zu thrashen! Dass dabei „Omen“ unglaublich nahe an das CAVALERA CONSPIRACY Debüt Album „Inflikted“ rückt, ist wohl mehr gewollt als purer Zufall.
Aggressiv und Impulsiv sind die wohl beste Umschreibung für die zehn HauDrauf Stücke auf „Omen“, die siebente Aufarbeitung des „Soulfly“ Themas ist wieder einmal ein ruhiges, besinnliches Instrumental geworden. Der Rest aber donnert ganz schön daher, der Opener „Bloodbath & Beyond“, oder „Great Depression“ zeigen die Punk Vorlieben vom strammen Max. Aber auch die Gäste fügen sich wunderbar in diese Brutalinski Umgebung ein, sei es jetzt das psychotisch-chaotische Organ von Greg Puciato (THE DILLINGER ESCAPE PLAN) in „Rise of the Fallen“, oder Cavalera Spezi und PRONG Mastermind Tommy Victor bei „Lethal Injection“, beide haben den Dreh raus, wie man an der Seite von Max Cavalera agieren muss, um nicht gnadenlos von seiner unverkennbaren Stimme zerschmettert zu werden. Gerade „Lethal Injection“ weist ein paar wirklich herrlich duftende Affinitäten zu Tommy Victor’s Hauptband auf, ist aber trotzdem zu 100% als SOULFLY Song erkennbar.
Bei weiteren Gastauftritten setzte Max übrigens konsequent auf Familie:
Für die B-Seite wurden die SEPULTURA Songs "Refuse/Resist" mit seinem Sohn Zyon Cavalera und „Your Life, My Life" zusammen mit seinem Sohn Igor Cavalera re-recorded.
Aber auch der Rest des regulären Albums braucht sich beliebe nicht zu verstecken: das etwas getragene „Kingdom“, das mit einem unglaublichen Refrain versehene „Jeffrey Dahmer“, die punkige Einfachheit des Absäblers „Vulture Culture“ (saugenial übrigens!), das erneut hinters Licht führende „Mega Doom“ (die Fortsetzung vom auf „Conquer“ enthaltenen „Doom“?), oder das zeitweise stampfige, sonst aber in Lichtgeschwindigkeit dahindüsende „Counter Sabotage“. Dieses Album beinhaltet kaum einen Schwachpunkt, weiß auch mit Produktion und Artwork zu überzeugen und…
… im Endeffekt kann Max Cavalera mittlerweile angreifen was er möchte, es kommt (fast) immer außergewöhnliches dabei raus. Sei es jetzt seine wirklich ruhmreiche SEPULTURA Vergangenheit, das immens erfolgreiche Kapital SOULFLY, oder auch die CAVALERA CONSPIRACY Kiste, Max Cavalera ist als Person alleine nicht nur zigmal produktiver, nein er ist auch seinen ex Kumpanen von SEPULTURA von der Qualität her mindestens Lichtjahre voraus! Lediglich auf die längst überfällige Reunion der brasilianischen Thrash Institution warten wir noch, aber die wird irgendwann sowieso passieren… früher oder später. Nur solange Max. Cavalera mit derartig hochqualitativem um die Ecke kommt, hätte eine SEPULTURA Reunion für ihn wohl nur nostalgisch emotionellen Charakter…
Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: reini (13. Mai 2010)
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