Nach “Assassins: Black Meddle Part 1” war es fast klar, dass es einen dazu passenden zweiten Teil geben muss. NACHTMYSTIUM spielen mit der Romantik von Rauschgift und den damit verbundenen Gefühlen zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Mit „Addicts: Black Meddle Part 2“ stechen die Amerikaner ein süchtig machendes, psychedelisches Album in die Vene der Metalszene.
Das Intro besteht aus geflüsterten, herumschwirrenden Lettern und verstörenden Percussioneffekten. Beim Einfangen dieser Buchstaben erfährt man etwas über die wahrscheinlich schmerzhafteste Erfahrung im Leben eines Menschen. Mit „High On Hate“ wird man schnell und hart in das Album eingeführt - ein typischer NACHTMYSTIUM Track.
„Nightfall“ bietet dazu ein Gegenstück, welches unharmonische aber melodiöse Gitarren und düsteren Gesang in den Vordergrund stellt. Ebenso mitreißend ist „No Funeral“, denn der durchgehende industrial-Sound erweckt das Gefühl sich in einer unaufhörlichen Klangspirale zu befinden, in die man immer tiefer hinab sinkt bis man glaubt bei dissonanten Gitarren den Kern erreicht zu haben.
Das Herz dieses Albums, respektive den Titeltrack, findet man jedoch erst in „Addicts“. Bereits eine einzige musikalische Berauschung mit dieser Nummer weckt das Bedürfnis nach mehr. Durch düstere Gitarren wird abermals ein gleich bleibendes Element der Orientierung geboten, die man jedoch gerne bei kleinen Soli wieder verliert.
Äußerst experimentell wird „Blood Trance Fusion“ in das Album injiziert. Schwindelerregende Soundeffekte und betäubende Härte gehen über in einer Schnelligkeit, mit der man kaum mithalten kann. Man verliert sich in den Sphären der Benommenheit und bis man sich im „Ruined Life Continuum“ wiederfindet.
Um nach giftigen Räuschen schwere Nachwirkungen davonzutragen ist es nicht notwendig, das Gesetz zu brechen. Mit „Addicts: Black Meddle Part 2“ gelingt es ebenso in eine Welt einzutauchen die es schafft, das Bewusstsein zu erweitern. Musikalische Figuren und psychedelisches Werkzeug versetzen den Hörer in eine Trance, aus der es schwer ist wieder herauszukommen. Dieses Album muss man einfach wieder und wieder hören- was folgt ist klarerweise die Abhängigkeit.
Wertung: 4.5 von 5.0
Autor: Lilith (02. Juni 2010)
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