Retro aber definitiv nicht altbacken!
Analog aufgenommen, aber soundtechnisch in seiner Art klar und druckvoll!
Vierzig Jahre zu spät, aber dennoch authentisch und verdammt nochmal glaubwürdig.
Definitiv late Sixties mäßig unterwegs, aber zu keiner Sekunde Gefahr laufend als verkappte Flower Power Fanaten durchzugehen.
Mit dem zweiten Album schon bei einer Riesen Company untergekommen, aber selbst die Herren und Damen in Donzdorf können den vier Schweden geflissentlich die Ärsche sauber lecken.
Das Phänomen nennt sich übrigens GRAVEYARD, entsprang im Jahr 2000 nach dem Hiatus der Doomster von NORRSKEN und liefert mit seinem neuesten Geniestreich namens „Hisingen Blues“ schon relativ zeitig im Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit DAS musikalische Highlight von 2011 ab, Widerrede? Zwecklos! Die Konsequent Schnurrbartträger aus Göteborg hätten 69 in Woodstock prima auf die Bühne gepasst, so vor, oder auch nach CANNED HEAT zum Beispiel, aber auch als Anheizer für den damals noch gar nicht so seligen Jimi Hendrix, die an sonst so kühlen Schweden hätten das verschlafene Örtchen im Bundesstaat New York im Sturm erobert.
Dabei ist das Rezept der Vier so einfach wie genial: Man nehme reichlich retro angehauchte Rocksongs, mische ein wenig Blues dazu, zolle nuanciert der Moderne mit marginalen Stoner Einschüben seinen Respekt und schere sich sonst einen Dinef um gängige Modeströmungen. GRAVEYARD Songs klingen in etwa so wie sich ihre Protagonisten an jeglichen vorherrschenden Stil-Codes bzw. aktuellen ästhetischen Konzepten vorbei mogeln, die Vibes längst vergessener, oft wirklich noch unbeschwerter Tage werden in einem sagenhaft warmen, ja schon betörendem analogen Sound widergegeben. Und wer eine derart überzeugende (Halb) Ballade wie „The Siren“ (JANIS JOPLIN meets LED ZEPPELIN auf allerhöchstem Niveau) schreiben kann, bzw. einem Ennio Morricone solcherart souverän zeigt, wie ein Spaghetti Western Flair Instrumental namens „Longing“ im rockigen Gewande zu klingen hat, der verdient nur eines, verdammt nochmal die HÖCHSTNOTE!
Wertung: 5.0 von 5.0
Autor: reini (18. März 2011)
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