ELVENKING

:: THE EVIL-DEAD - Pronounced The Evil Dead (CD)

Redaktionswertung: 4.0 Points
Userwertung: ohne Bewertung
VÖ Datum: 24. Februar 2012
Genre: Heavy Metal
Label: Rising Records
Info:
THE EVIL-DEAD bei Myspace
Laufzeit: 41:13 Min.
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Trackliste...
1. Graverobbin
2. Perfect Day (In Planet Hell)
3. Dead By Dawn
4. What If You Die
5. Electric Evil Revival
6. Piratefest
7. The Blood Monster
8. Bootleggers

Line Up
Lucía Velarde Bass
Santiago Botalla Drums
Federico Franco Guitars
Michel Regueiro Guitars
Ian Regueiro Guitars
Alejandro Regueiro Vocals
Review...
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Was waren das einst doch für schöne, unkomplizierte Zeiten.
Die einen spielten Thrash, dann gab es Heavy Metal und HELLOWEEN waren Speed Metal.
Fein säuberlich getrennt und, wenn wir ehrlich sind, war alles, das nicht den Härtegrad von SLAYER erreichte, sowieso ein Zeichen für unterdrückte Homosexualität (Achtung: Scherz! - bevor jemand meint, mir homophobe Tendenzen unterstellen zu müssen).

Dann kam plötzlich Death Metal - was haben wir geschaut, als wir das erste mal "Scream Bloody Gore" angehört haben.
Für ein paar Feinspitze wie mich gab es noch die ersten vier BATHORY - aber das wars dann schon.

Und dann begann der große Stil-Mischmasch. Jeder mit Jedem und alles Durcheinander.

Und dann kommen THE EVIL DEAD aus Argentinien und setzen dem Ganzen noch einen drauf, nehmen alte BLACK SABBATH, alte MAIDEN und PRIEST, lassen das kurz aufkochen und eine Weile ziehen, um es dann mit einer Thrash-Stimme abzuschmecken die mehr als einmal den Schritt hinüber ins Black Metal-Lager macht.

Selbst das wäre nur noch bis zu einem bestimmten Grad verwirrend, kämen nicht die schrägsten Einflüsse dazu, wie zum Beispiel bei "Perfect Day (In Planet Hell)" welches einen leichten Country-Twang hat. Blues in seiner heftigeren Form leuchtet sowieso immer wieder durch in einigen dermaßen lässigen Soli. Man muss wirklich manchmal schmunzeln, wie hinterhältig die Südamerikaner ihre Songs aufstellen.
Oberflächlich ist das sehr trocken produzierter Metal der alten Schule. Macht man sich aber die Mühe und hört genauer zu, offenbaren sich dem angestrengten Hörer einige liebevoll eingepasste Kleinigkeiten die diese Scheibe locker über den Durchschnitt heben.

Beim ersten Durchhören war die Scheibe für mich maximaler Durchschnitt, wenn überhaupt, aber die Herren haben die Gabe, urplötzlich geschmeidige Melodien aus dem Ärmel zu schütteln, und plötzlich merke ich, wie mein rechter Fuß mitwippt.
Zwingende Melodien nennt man das wohl.
Drei Gitarren sind hier am werken, gut, das hört man nicht so wirklich raus (auch bekannt als: "The Iron Maiden Triple Axe Attack"), macht aber nix, schmissige Harmonyleads hört man immer gern, ob von zwei oder drei Gitarren gespielt, is eher wurscht.

Und der Gipfel ist wirklich die Stimme. Wo man einen gestandenen Metalsänger erwartet, vielleicht mit einem überbordenden, auf einem Falsett fußenden Vibrato, röchelt sich Alejandro Regueiro völlig unpassend durch die Songs, und zwar so, dass diese gar nicht zur Musik passende Stimme Sinn macht. Wie das funktioniert? Keine Ahnung, aber das anfängliche Kopfschütteln über den Vokalisten hat sich alsbaldigst wieder verflüchtigt. Er gehört dazu wie alle anderen Instrumente auch.

Fazit: Wer seinen Metal glattbegügelt und mit 90 Spuren aufgenommen mag, sollte dies hier umschiffen, so wie es italienische Kreuzfahrtschiffe bei kleinen Inseln eben nicht tun.
Wer aber etwas für obskuren Metal übrig hat, sollte durchaus mal ein Ohr riskieren, vielleicht sogar zwei. Und gebt euch zumindest drei bis vier Durchläufe.
Dann zündet das Werk.

Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: Christian Wiederwald (16. Februar 2012)

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