Rhapsody of Fire

:: Borknagar - Urd (CD)

Redaktionswertung: 4.0 Points
Userwertung: ohne Bewertung
VÖ Datum: 23. März 2012
Genre: Avantgarde Metal
Label: Century Media
Info: Borknagar.com
Borknagar bei Myspace
Laufzeit: 53:01
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Trackliste...
1. Epochalypse
2. Roots
3. The Beauty Of Dead Cities
4. The Earthling
5. The Plains Of Memories
6. Mount Regency
7. Frostrite
8. The Winter Eclipse
9. In A Deeper World

Line Up
Vocals - Vintersorg
Guitars - Øystein G. Brun
Guitars - Jens F. Ryland
Keyboars, Clean Vocals - Lars A. Nedland
Bass, Clean Vocals - ICS Vortex
Drums - Dave Kinkade

Credits
Recorded with Jens Bogren at Fascination Street Studios in Sweden.
Artwork: Marcelo Vasco
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Wer nach langen Reisen wieder zuhause ankommt, fühlt sich meistens besonders wohl. Wenn man diese Weisheit auf die musikalische Ebene hebt, trifft das zu 100 Prozent auf die norwegischen Avantgardisten BORKNAGAR zu, die nur zwei Jahre nach dem eher durchschnittlichen „Universal“ nicht nur wieder von Indie Recordings nachhause zu Century Media zurückgekehrt sind, sondern auf dem mittlerweile neunten Studioalbum „Urd“ auch wieder wesentlich frischer, stärker und vor allem interessanter ans Werk gehen. Das liegt nicht nur an der intensiven, sechsmonatigen Vorbereitungszeit, die man dem Werk gegönnt hat, sondern auch an der Heimkehr von Clean-Vocals-Gott ICS Vortex und der erstmaligen Gesangsaufteilung auf insgesamt drei Stimmen.

Die wilden Black-Metal-Rasereien gibt es bei BORKNAGAR ja schon seit Urzeiten nicht mehr, aber Gitarrist und Leithammel Øystein Garnes Brun hat sich für das neue Album doch wieder stark von den Anfangstagen seiner Band inspirieren lassen und lässt Gitarren und Schlagzeug partiell ganz schön wild durch die Tundra reiten. Taktgebend ist aber durch die Bank der in Skandinavien gerade so hochpopuläre 70ies-Psychedelic-Stil samt fetter Prog-Kante, der bei BORKNAGAR nach jahrelanger Übung mittlerweile wirklich anständig ausgereift ist. Elegische, fast schon kathartische Klänge schlängeln sich dabei durch die Gehörgänge und geben ein wohlig-warmes Gefühl von nordischer Einsamkeit, Natur und Imagination wider. Ein Tonmanifest für das innere Auge sozusagen.

Mehr als je zuvor setzt das Sextett aus Bergen (Drummer David Kinkade wurde mittlerweile durch Baard Kolstad ersetzt) auf gediegene Atmosphäre und zweckdienliche Klangcollagen, die nur schwer einzuordnen und schon gar nicht mit anderen Bands zu vergleichen sind. Ob das jetzt der hymnenhafte Gesang in „Epochalypse“, die hippieseken Gitarrensolos in „The Earthling“ oder die majestätische Epik in „The Winter Eclipse“ ist – das Material begeistert von allen Seiten. Schwächephasen sucht man in dem progressiven Avantgardewerk umsonst – maximal die grundsätzlich ruhig gehaltene Ausrichtung und der instrumentale Schritt in die glorreichen 70er Jahre könnten so manchen Hartwurster sauer aufstoßen.

Dass „Urd“ gegenüber „Universal“ aber ein massive Steigerung ist, liegt nicht nur an den ausgefeilten Soundarrangements, sondern auch an den hervorragenden instrumentalen und vokalen Leistungen, sowie an einem klar erkennbaren roten Faden, der sich durch das ganze Werk zieht. Auch wenn ich den immer gleichen Sound von DARKTHRONE liebe, es ist schön zu sehen, wie hervorragend sich Bands wie BORKNAGAR weiterentwickeln können.

Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: FO (19. März 2012)

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