Angenehm mit Piano und Synthies los geht der Erstling, eine EP mit über 30 Minuten (da machen andere ganze Alben raus...), der jungen Saalfeldner, die sich laut ihrer Facebook-Page dem Metalcore, dem Thrash und dem Melodic Death Metal widmen.
Mag sein, zündet trotzdem. Sehr angenehm heavy und mit verspielten Gitarren legt der Opener "Chaos Of Mind" mit gedämpftem Geriffe los und weiß sofort mit einer kleinen, feinen Melodielinie durch den harschen Gesang zu überzeugen. Die Metalcoreanteile hält man zum Glück im Hintergrund und so knallt auch schon der erste Song ganz gut. Kleine Spielereien sorgen immer wieder auf's Neue dafür, dass man die Songs gerne öfter hört. Hier hat man sich offensichtlich sehr viele Gedanken, das Songwriting betreffend gemacht. Eine schöne Twingitarren-Melodie sei hier als Beispiel angeführt.
"A Burning Monument", mit fünf Minuten und 42 Sekunden das längste Stück der EP, beginnt mit wieder mit einer Twinmelodie, wird dann ein wenig zügiger und rüder. Wie auch im eigentlichen Opener werden die Metalcoreanteile angenehm nach hinten geschraubt (was soll ich machen, ich kann das Core-Zeug nicht ab). Der Klargesang lockert den Tune noch weiter auf. Gelungen!
Der nächste Track "My Demise" passt sich in die von der Band angefertigte Schablone gut ein, nicht der Überkracher, aber beim besten Willen nicht schlecht. Hier fällt vor allem auf, wie fit die Jungs an den Instrumenten sind. Für eine Ansammlung so junger Musiker nichts, das selbstverständlich wäre.
Ein Metalalbum ohne "War" im Titel eines Songs... wär interessant festzustellen, wie oft das vorkommt. Sei es wie es wolle, "The Sound Of Ware" kommt sehr thrashig daher und ist allein schon deshalb für mich ein Sieger. In der Mitte bremsen wir das Gerät ein wenig ein, um eine Akustikpassage zu platzieren, die mit schönen Leadharmonies mehr als gutklassig ist.
Danach biegen wir nach Indien, respektive Nepal ab, um uns mit dem Fluch Ganesha´s zu beschäftigen. Ein kurzes Instrumental, sehr experimentell, sehr originell.
Wieder ein klassischer Thrashanfang, diesmal nennt es sich "Follow The Machine" - sehr lässig und sehr entspannt wird auch komplizierteres Material dargeboten.
Spannend, wie es junge Musiker wie die Protagonisten dieser EP schaffen, ein dermaßen hohes musikalisches Level zu halten.
Weiters, nicht unwichtig, ist auch die Produktion ganz gut gelungen. Klar, man könnte immer heavier sein, aber die staubtrockene Produktion passt ganz gut zum Material.
Der letzte Track "Witness To The Crime" - beginnt etwas eigenartig, aber hört's euch selbst an - thrasht dann aber gleich wieder im gehobenen Mid-Tempo los und weiß, wie beinahe alles auf dem Album, zu überzeugen.
Das Ganze ist für acht Ocken zzgl. Versand (schätz ich mal) unter acrossablackenedsky@hotmail.de zu erstehen. Tut das dann doch mal einfach und hört euch ein wirklich starkes Album einer österreichischen Nachwuchsband an.
Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: Christian Wiederwald (09. April 2012)
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