Nach 3 1/2 Jahren melden sich die Deutsch-Schweden um Sänger Johan Fahlberg mit ihrem neuen Album "Common Destiny" zurück, welches am 25. Mai erstmals über das neue Label Fastball Music erscheinen wird. "Perfect Insanity" gehörte 2009 zu den größten Überraschungen für mich und konnte sowohl mit klassischen Hardrock Trademarks als auch mit vielen moderneren Elementen ganz stark bei mir punkten. Mit diesem Album haben die Jungs ihr meiner Meinung nach bis dato bestes Werk rausgehauen. Von daher war die Erwartungshaltung bezüglich der neuen Platte "Common Destiny" enorm hoch.
Diesmal geht's auch sofort in die Vollen und wir werden nicht von einem kurzlebigen Intro begrüßt wie auf dem Vorgängeralbum. Moderne Keyboardeinlagen, der typische Jaded Heart Sound und eine sehr volle und top inszenierte Produktion schmücken den Opener und die erste Single "With you". Prinzipiell hat sich hier im Vergleich zu "Perfect Insanity" nicht viel getan, weil der Song problemlos auf eben genannter Platte hätte stehen können, sowohl von der Qualität her als auch vom ganzen Soundgerüst. Um ehrlich zu sein, habe ich mir da jetzt auch keine große Weiterentwicklung "erhofft". Jaded Heart sind einfach Jaded Heart und sollten ihre Stärken ausspielen. Dies gelingt beim Opener wie gesagt sehr gut. Etwas schneller als der Opener auf dem letzten Werk, aber in Sachen Marschrichtung sehr ähnlich.
"Saints Denied" groovt da schon etwas mehr und packt ein paar sehr nette Gitarrenskills oben drauf. Tempo etwas gedrosselt, aber in Sachen Melodie wird so rein gar nichts eingebüßt. Johan Fahlberg hat aber eben auch eine wirklich unvergleichliche Stimme, die immer aufzufallen weiß, und zwar positiv! Der Refrain macht einfach Spaß, zeigt die Spielfreude der Band auf und lädt direkt zum headbangen ein. Gitarrensoli waren bei Jaded Heart sowieso schon immer ein absolutes Qualitätsmerkmal und so ist in der Form so oder so keine Kritik angebracht.
Leider gibt es aber auf "Common Destiny" auch ein paar Schattenseiten...Angefangen beim relativ langen "Buried alive", welches sich ziemlich langatmig und monoton gestaltet. Hörbar ja, aber wirklich kein Dauerbrenner, der dem geneigten Jaded Heart Fan Spaß bereiten könnte. Mir fehlt hier das gewisse Etwas, die ganze Spielfreude scheint ein bisschen verloren gegangen zu sein bei diesem Stück. Keineswegs grottenschlecht, aber eben auch nur knapp unter Mittelmaß, wenn man meine Ohren fragt. "No more lies" hat ein paar Gesangsmelodien, die mir ein wenig auf den Keks gehen...Wieso Johan seine Stimme da so einsetzt, verstehe ich nicht ganz. Ich bin einfach kein Fan von diesem "Stri-iii-eik" (Strike) Gesinge, wenn ihr versteht, was ich meine. Mal kann man mit Worten gern ein bisschen "rumspielen", aber in diesem Song wird's meiner Meinung nach bis aufs Äußerste ausgereizt. Der Chorus ist akzeptabel, aber eben auch nicht mehr.
Glücklicherweise findet man zwischen diesen 2 eher schwachen Tracks noch einige Hymnen wie z.B. das richtig tolle "Life is beautiful", dass mit einem leicht symphonischem Intro eingeleitet wird. Der Refrain ist einfach nur mitreißend und spornt irgendwie an mit seiner Power. "Run and Hide" kommt als eine absolute Jaded Heart Hymne daher und wird jedem Fan 100%-ig mit dem ersten Durchgang gefallen. Hat sich bis heute als totaler Ohrwurm rauskristallisiert und überzeugt in allen Belangen.
So gibt es am Ende kleine Schattenseiten, aber größtenteils doch wieder sehr ordentliche Songs, die in eine ähnliche Marschrichtung wie "Perfect Insanity" gehen, wobei ich wie gesagt zugeben muss, dass mir der Charme vom Vorgängerwerk irgendwie fehlt. Bis auf die 2 genannten Songs weiß zwar alles zu überzeugen, aber so richtig vom Hocker reißt die gesamte Scheibe eben nicht. Wenn ich daran zurückdenke, wie oft "Perfect Insanity" bei mir rotierte, muss ich hier einfach ganz klar sagen, dass "Common Destiny" auch einige male lief, aber eben nicht zum Dauerbrenner mutieren wird. Für Fans wie zu erwarten war natürlich ein Pflichtkauf und auch bei mir wird das Album seinen Weg ins Regal finden, aber die hohen Anforderungen, die ich aufgrund der verdammt starken letzten Platte an "Common Destiny" gestellt habe, konnten eben nicht ganz erfüllt werden.
Dennoch möchte ich zum Schluss nochmal betonen, dass wir hier weiß gott keine schlechte Platte vorliegen haben, der Maßstab war eben einfach nur sehr hoch.
Wertung: 3.5 von 5.0
Autor: Sonata (15. Mai 2012)
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