Ziemlich lange hat man nichts von DELAIN gehört, was einen neuen Release angeht, was aber absolut nicht im Ermessen der Band lag. Das Album wurde im vergangenen August mit Größen wie Jacob Hellner aufgenommen und produziert. Ein Release im Winter 2011 war geplant, doch da Roadrunner Records von Warner Music übernommen wurde und diese DELAIN für nicht massentauglich genug befunden haben, schien ein Release in weite Ferne gerückt zu sein... Glücklicherweise gelang es Delain, mit viel Mühe ein Releasedate für ihr neues Werk zu ergattern und so findet das Album am nun endlich seinen Weg in die Plattenläden.
"Mother Machine" beginnt mit einem atmosphärischen düsterem Intro, ehe für DELAIN-Verhältnisse relativ harte Riffs einsetzen, die in etwas melodiösere Riffs übergehen und in Charlotte's unverwechselbarem Gesang münden. Prägnante Strophen, tolle Keyboardsounds und ein Refrain, der einfach mit sofortiger Wirkung sitzt. DELAIN sind zurück, das wird hier direkt deutlich!
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"Electricity" setzt da aber locker noch einen drauf, wird mit dem Piano eingeläutet und anschließend durch leicht elektronische Keyboardsounds ersetzt, die erneut von harten Riffs umrandet werden. Eine starke hervorpreschende Strophe, woraufhin eine wunderschöne Bridge folgt, die den absoluten Gänsehautrefrain einleitet, der einfach nur umhaut. Charlotte ist für MICH persönlich das Beste, was im Female Fronted Bereich zu finden ist. Charismatisch ohne Ende, gesegnet mit einer kraftvollen und zugleich sehr gefühlvollen Stimme und sympathisch ist sie auch noch!
Der Titeltrack gilt als Hymne für das verstorbene Gothic-Mädchen Sophie Lancaster, die nur aus dem Grunde zu Tode getreten wurde, weil sie eben stilistisch wie ein Goth rumlief. Traurig, aber leider wahr. Dennoch entstand der Song zuerst ohne diese Intention, passt in diesem Zusammenhang aber einfach zu 100%, weil sich jeder angesprochen fühlt, der irgendwie "anders" ist als andere, anders als die Norm. Musikalisch erwartet uns hier wieder Gänsehaut pur, eine wunderschön inszenierte Keyboardmelodie, die bereits die Melodie des Chorus verkörpert. Die Strophen sind relativ einfach gehalten, der Refrain hingegen ist wieder ein richtiges Feuerwerk. Der Begriff "Hymne" ist definitiv gerechtfertigt! Ganz toll ist auch der Mittelteil, wo Charlotte von einem Kinderchor unterstützt wird, Emotionen pur!
Herausgreifen möchte ich auch noch den Song "Where Is The Blood", wo FEAR FACTORY-Shouter Burton C. Bell einen Gastauftritt beigesteuert hat. Textlich ein sehr hartes Thema, was in der Realität aber leider viel zu oft vorkommt. Der Song an sich ist für DELAIN sehr untypisch, wird von leicht "orientalischem" Gesang Charlotte's eingeleitet, inklusive elektronischer Keyboard-Einflüsse. Die Strophe beginnt ruhig, steigert sich folglich aber ganz stark und mündet im simplen Refrain, der aber sehr ausdrucksstark ist. Hier hören wir zum ersten Mal Burton C. Bell, der seine berühmt berüchtigten Shouts raus haut, die sich perfekt mit Charlotte's kraftvollem Gesang ergänzen. In der zweiten Strophe singt der gute Mann dann auch noch ein wenig clean, sehr düster und atmosphärisch! Dazu der geniale Mittelteil mit kleinem Zusammenspiel der beiden Vocalisten. Der absolute Grower der Platte!
Tja, das Warten hat sich gelohnt und DELAIN kehren erneut mit einer ganz starken Platte zurück, die ihrem Vorgänger in nichts nachsteht und im gesamten Umfang definitiv vielseitiger ist. Wo "April Rain" grundsätzlich noch sehr atmosphärisch und düster war von der gesamten Aufmachung her, zeigt "We Are The Others" mehr Facetten der Band, was ich definitiv gut heiße! Man vereint alle Stärken der ersten zwei Platten und bindet ebenso neue Elemente ein wie die elektronischen Keyboardsounds, die mir sehr gut gefallen. Man merkt auch, dass die Band zum ersten mal nicht selbst aufgenommen hat und jemand im Hintergrund stand, der das Maximum aus den Jungs und Mädels rausholen konnte. Alles in allem wieder eine absolute Top-Platte, die ich jedem Female Fronted Fan guten Gewissens weiterempfehlen kann!
Wertung: 4.5 von 5.0
Autor: Sonata (30. Mai 2012)
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