2009 gegründet schickt sich die Münchner Band HAILSTONE an, nun ihr Debütalbum "The Greater Counterfeit" (noch) im Selbstvertrieb in die nach reinem Schweden-Death-Metal gierende Meute zu werfen.
DISMEMBER, EVOCATION und AT THE GATES werden als Einflüsse genannt, und so weit liegt man nicht daneben. Schön druckvoller, melodischer Death Metal der alten Schule in modernerem Soundgewand. Wobei man glücklicherweise allzu viel modernes außen vor lässt und nicht, wie leider zu oft üblich, in Core-Gefilden wildert.
Es ist ja kein großes Geheimnis, aber schwedischer Death Metal (oder noch truer: svenska dödsmetall) war ein großer und wichtiger Punkt meiner metallischen Sozialisierung in den 80er und frühen 90ern. Der extrem eigenständige Gitarrensound, die grandiosen Melodien eingebettet in ein unmenschliches Fundament, waren jahrelang ganz oben auf meiner akustischen Grundnahrungsliste.
Und die jungen Münchner schlagen genau in diese Kerbe, zitieren ein wenig, kopieren nie, finden ihren eigenen Weg, mit dieser Materie umzugehen. Man agiert offensichtlich mit Herzblut, musikalisch ist man auch auf der Höhe und der Sound ist druckvoll, klar und vor allem heavy.
Auch wenn anderseits mokiert wird, dass hier die Musikgeschichte nicht neu geschrieben wird, kommt man nicht umhin den Jungs für dieses angenehm altmodische Album gratulieren zu müssen, welches den so lange vermissten schwedischen Death Metal ohne Core oder Rock´n´Roll-Anleihen schnörkellos und knallhart in die Jetztzeit transferiert.
Das Album erscheint wie gesagt im Selbstvertrieb, Anfragen gehen an:
HailstoneMunich@gmail.com
Ich lege dieses Album jedem Fan gepflegten, schwedischen Death Metals wärmstens ans Herz. Hier gilt es, zuzuschlagen. Und zwar unverzüglichst. Bands dieses Kalibers (und wir haben es hier mit dem Debüt zu tun, da sollte noch einiges kommen!) müssen unterstützt werden!
Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: Christian Wiederwald (16. Juni 2012)
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