Hat die Welt auf ein neues MANOWAR Album gewartet? Anscheinend nicht wirklich, sonst würde es das Teil regulär zu kaufen geben und nicht nur als Download bzw. CD Beilage zum englischen Metal-Hammer. Aber lassen wir die wirklich dämlichen Eskapaden eines Mr. Joey DeMaio einmal bei Seite und widmen uns unvoreingenommen dem LORD OF STEEL.
Gut, der Albumtitel ist nicht wirklich der schwertschwingenden Weisheit letzter Schluss, auch Songtitel wie „Manowarriors“ oder „Hail Kill And Die“ hat man in (fast) unveränderter Form von den einstigen Kings of Metal schon dutzende Male vernommen. Dafür rocken MANOWAR im Titeltrack ungemein straight und flott drauflos, ein – wie immer – alles überragender Eric Adams und eine angenehme Gitarrenlinie, mit dezentem Bassspiel dominieren diesen wirklich guten Einstieg. Da muss man MANOWAR auch gleich zu Gute halten, dass „The Lord Of Steel“ im Vergleich zum wirklich unsäglichen „Gods of War“ ausschließlich Musik beinhaltet, Pferdegetrampel und so Firlefanz sucht man in den zehn Songs vergebens. Obendrein hat Joey DeMaio mit das kommerziellste Material seiner ganzen Karriere verfasst. Derart eingängig und schon fast happy im Sound wie in „Touch The Sky“ haben MANOWAR noch nie geklungen.
Auffallend auch, wie viel Freiraum Gitarrist Karl Logan bekommen hat, ein derart spritziges Soli wie in „Manowarriors“ hat man vom hageren MANOWAR Sechssaiter definitiv noch nie gehört. Je tiefer man in „The Lord of Steel“ auch hineinbohrt, es finden sich kaum Negativa auf dem Album. MANOWAR sind immens rockig, Bombenrefrains hat ein Joey DeMaio sowieso immer schon schreiben können und auch die Dampfhammer Songs a la „Born In A Grave“ oder das immens pumpende „Black List“ sind ziemlich geil geraten, aber die richtigen Burner kommen noch:
„Expandable“ dieses Monstrum von einem Song, ein ultrafettes Eingangsriff, ein gott-gleicher Eric Adams und ein fast schon modern anmutender Refrain manifestieren eines der Albumhighlights. Dazu kommt dann noch die obligatorische (Halb)Ballade, diesmal auf „Righteous Glory“ getauft, über sechs Minuten lang, zu Beginn vor Pathos nur so triefend, steigert sich das Teil zu einem Powerhammer sondergleichen. Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss, so auch beim Steel Lord – „Hail Kill And Die“ bringt die langerwartete (teilweise) Rückkehr von MANOWAR in den Epic Metal (samt Anspielung auf diverse MANOWAR Albumtitel!), ein Kleinod der DeMaio’schen Komponierkunst und definitiv keinen Deut schlechter als die allesamt bekannten Beiträge auf „Into Glory Ride“ und/oder „Hail To England“.
MANOWAR haben mit „The Lord Of Steel“ völlig unerwartet die Kurve gekratzt und bitte hier spricht einer der größten MANOWAR Kritiker der letzten Jahrzehnte. ABER „The Lord of Steel“ ist tatsächlich das BESTE MANOWAR Album seit „Kings of Metal“ und obendrein hat es Mr. DeMaio geschafft einen wirklich coolen Facettenreichtum in seinen True Metal Sound zu integrieren. Wenn jetzt noch die Präpotenz des Mr. Oberwichtig weichen würde, könnte ich doch glatt wieder dazu stehen, dass ich MANOWAR einigermaßen geil finde…
Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: reini (17. Juni 2012)
Funeral24
10 Beiträge
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17.06.2012 (11:15 Uhr): Unsäglich schlechter Sound, von der Gitarre hört man so gut wie "nichts", dafür ist der verzerrte Bass stark im Vordergrund. Von "fetten" Riffs kann überhaupt keine Rede sein.
Wenn ich mir die obige Besprechung so anschaue, habe ich das Gefühl, eine "andere" Scheibe gehört zu haben, denn von Klassikern wie "Hail To England" oder "Into Glory Ride" ist dieses Machwerk meilenweit entfernt!
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Reini
3124 Beiträge
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17.06.2012 (15:18 Uhr): also das mit den Gitarren lass ich höchstens beim Titeltrack so stehen, sonst sind die - für MANOWAR Verhältnisse - richtig fett in Szene gesetzt.
Und das MANOWAR immer schon gerne den Bass in den Vordergrund gepackt haben, ist bei einem Joey DeMaio irgendwie logisch.
Auch der Vergleich mit Into Glory Ride und Hail To England hinkt gewaltig, logisch, dass MANOWAR nie mehr an diese Göttergaben herankommen werden, aber im Vergleich zu dem was die Band in den letzten 20 Jahren so studiotechnisch abgeliefert hat, ist der Lord of Steel eine erfrischende Überraschung und daher völlig verdiente vier Punkte wert.. die beiden o.a. Ausnahmealben hätte man wertungstechnisch hier wohl nicht abbilden können - außer mit einer sechs oder so *lol*
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Martin
2 Beiträge
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17.06.2012 (16:19 Uhr): fette Gitarren? kann ich nicht wirklich ausmachen, unter fette Gitarren verstehe ich jedenfalls was anderes als den Schrott den Manowar hier abliefern. Dazu kommen die elendigen peinlichen Texte, Manowar sind und bleiben die Clowns of Metal...
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Sandy
25 Beiträge
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18.06.2012 (22:42 Uhr): puh, es geht wieder aufwärts. finds gut/ok. so wie louder than hell. abgehen tut mir aber keiner.
donny hamzik mit triggersound is sehr pervers. eh so wie alles an der band. gitarrensound??? wer braucht den wenn joey demaio den bass vergewaltig??!! :))
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Poser
3 Beiträge
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22.06.2012 (23:44 Uhr): eine belanglose selbstpersiflage, die zwar nicht in "american trilogy" untiefen abgleitet, jedoch bis auf 2 oder 3 songs unhörbar ist - also die selbe ausbeute wie bei warriors of the world, nur daß jetzt auch noch diese schrecklichen soundexperimente dazukommen - was soll das bitte?! grundsätzlich ist der sound aber egal, die songs sind einfach langweilig bis schlecht. und el gringo ist wohl die oberfrechheit.
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Funeral24
10 Beiträge
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23.06.2012 (11:38 Uhr): @Reini
Ich glaube, Du hast wirklich eine andere Platte, denn "alle" bisherigen Besprechungen der Scheibe, die ich auf diversen Metal-Sites gelesen habe (so 6 oder 7), weisen auf den bescheidenen Sound, "und" die Dominanz der Bassgitarre hin (wobei sich das eher wie Synthigewaber anhört)!
Sorry
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detom
1 Beitrag
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19.07.2012 (21:50 Uhr): also ich bin wirklich froh, dass einmal einer wie reini kommt und die scheibe genauso bewertet wie ich sie sehe!
in den meisten magazinen und auch von selbsternannten profis wurde die scheibe sofort als schrott abgelegt - ein großer irrtum wie ich finde! überlegt doch mal: manowar haben bis zur triumph of steel (die diesen namen wirklich verdient) in vielerlei hinsicht maßstäbe gesetzt. danach wurde es aber immer eintöniger, schlechter und peinlicher! auch musikalisch ging es steil bergab - vor allem die drums haben 20 jahre diesen namen nicht mehr verdient und jeder song hatte den gleichen aufbau. nun höre ich seit einer woche die neue cd und stimme reini in jeder beziehung zu. natürlich ist es keine hail to england, das wird es ohne ross the boss auch nicht mehr geben. aber hey, der neue, alte drummer darf zeitweise schon zeigen was er kann, joey de maio scheint begriffen zu haben, dass es um musik und nicht um dümmliche sprüche geht und eric adams ist und bleibt gott! ich finde diese entwicklung wirklich beachtenswert und wenn jemand ernsthaft behauptet, dass expendables, black list und lord of steel einen schlechten sound bzw. schlechte riffs haben der braucht entweder eine neue anlage oder musikunterricht ;-)!
ich hätte nicht gedacht, dass ich das nochmal sagen werde: ich freue mich wirklich auf ihr neues album!
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