MAUSOLEUM hieß scheinbar der Vorgänger von VORE, der auf das Jahr 1989 zurückgeht. Die eigentliche, hier zu besprechende Band, VORE eben, konstituierte sich 1994, veröffentlichte mit "To Devour" (lateinisch: vorare, und daraus hat sich der Bandname VORE entwickelt) 1995 ein Demo, zwei Jahre später mit "Dead Kings Eyes" eine EP und dann drei Alben, "Lord Of Storms", "Maleficus" und im Vorjahr "Gravehammer", welches heuer von AFM weltweit veröffentlicht wird und dem Trio ein größeres Publikum bringen soll.
Die Band stammt aus Fayetteville in Arkansas, bekannt für die "Razorbacks", das Team der University of Arkansas, die umliegende Hügellandschaft The Ozarks und sonst für absolut nichts.
Quasi das amerikanische Pendant zur Südweststeiermark.
Nur wärmer und öder.
Meine Affinität für den amerikanischen Süden mag nicht verbergen, dass die Südstaaten, jene die einst die Konföderation bildeten, bis auf wenige Ausnahmen extrem eintönig gehalten sind was die Landschaft betrifft. Dafür gibt’s durch das subtropische Klima immer gut Sonne auf die Birne und das ist verantwortlich für bisweilen seltsame Gedankengänge der Südstaatler. Bis in die Jetztzeit.
Death Metal spielen sie, die Buben, Death Metal amerikanischer Prägung. Zum Glück aber nicht verfrickelt, hektisch und, für mich zumindest, nervig, sondern eher groovig, und manchmal sogar doomig. Richtig schnell wird es ganz selten, dafür vertraut man aber auf alles überrollende Riffs. Mächtige Riffs. Getragen von einem lässigen Schlagzeug, das kompetent aber nie überladen wirkt.
Beim Songwriting hat man massiv auf Abwechslung gesetzt, auch wenn alles immer Death Metal bleibt. Man scheut auch nicht den Einsatz von Akustik-Gitarren und netten Zwischensequenzen.
Dazu noch sehr fieser Wechselgesang, was will man mehr.
Hier regiert das Moderne, nicht im Sinne von Core“-modern, aber der Sound springt einen direkt an und lässt nicht mehr los, bis die 52 Minuten vorbei sind.
Das ist Death Metal, so wie ich ihn gerne mag, direkt, roh, brutal, ohne "Schaut mal was ich alles kann"-Attitüde und Jazzeinflüsse, aber trotzdem nie stumpf.
Auch eine Kunst, das so zu schaffen. Geradlinig und dennoch abwechslungsreich zu sein vermögen die Wenigsten.
Hoffen wir, dass VORE mit dem weltweiten Deal nun den nächsten, längst überfälligen Schritt nach vorne machen können!
Wertung: 3.5 von 5.0
Autor: Christian Wiederwald (13. Juli 2012)
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