Von ermordeten Raben und blutigen Herzen
Die fünf Norweger von KRÅKE liefern einen Black Metal Erstling, der viel Freude macht. Das ganze Album "Conquering Death" kommt atmosphärisch daher und transportiert eine mystische Grundstimmung. Nach Aussagen der Band dreht sich die Musik textlich um „die Unausweichlichkeit des Todes und die dunklen Seiten des Lebens“. Hoffnungslos wirkt das Album trotzdem nicht. So steht der Rabe – das Tier gibt der Band ihren Namen - in der nordischen Mystik zwar als Zeichen für den Tod, gleichzeitig aber auch für die Weisheit.
Musikalisch siedeln sich die Norweger bei Bands an wie „Dimmu Borgir, Old Man's Child, Bal-Sagoth oder sogar Type O Negative“. Die meisten Songs kommen relativ getragen, für Metaller fast schon ruhig hinter dem Ofen vor, ohne jedoch in doomige Langsamkeit abzugleiten. Am ruhigsten die beiden Nummern „A Murder Of Crows“ und „Snowfall“, am heftigsten aus meiner Sicht „Ed“ und „Victorios, I“.
Die Truppe KRÅKE, besteht seit 2007 und wurde von den Brüdern Beist und Dreugh gegründet. Beist singt, Dreugh zeichnet für Gitarre verantwortlich. Unterstützt werden die Beiden durch Kobal an der Gitarre, Dr. Horror am Bass und Skarstein an den Drums. Irgendwo muss da auch ein Chor sein – oder ein Voice-Sampler.
Mir gefällt das Album, weil es sehr vielfältig und abwechslungsreich ist. Der Sound ist anspruchsvoll arrangiert und technisch sauber eingespielt. Beists Growl ist schon fast melodiös. Ich kann mir vorstellen, dass die Band live jedes Bangerherz erfreuen wird und eine gute Zukunft hat – wenn sie nicht für jedes Album fünf Jahre braucht. Bei einem solchen Produktezyklus kann man gerne in Vergessenheit geraten.
Leider finde ich weder auf der Myspace- noch der Facebook-Site konkrete Angaben zu Konzertterminen. Lassen wir uns überraschen, ob die Wikinger aus dem hohen Norwegen diesen Sommer in Mitteleuropa einfallen.
Wertung: 4.5 von 5.0
Autor: Danny Frischknecht (27. Juni 2012)
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