Auf dem neuen Album der, bereits mit unzähligen Musikpreisen überhäuften Kombo, befindet sich ein Aufkleber den folgendes Zitat ziert:
„The band‘s most powerful material since it‘s megahit 2000 debut.“
Dieses Statement stammt von einem bekannten, internationalen Musikmagazin, dessen Meinung im Business durchaus etwas zählt. Dementsprechend gespannt, wird die CD aufgelegt und auf ein wahres Meisterwerk gehofft. Die erste Nummer, „Lost In The Echo“, beinhaltet auch gleich alle Elemente, die LINKIN PARK ausmachen und wird mit „In My Remains“ würdig abgelöst. Auch das folgende „Burn It Down“ wird die Herzen der „Die-Hard-Fans“ wohl höher schlagen lassen. Hier werden gleich drei potentielle Hit-Singles am Stück auf die geneigte Hörerin/den geneigten Hörer losgelassen. Blöderweise geht‘s so nicht weiter!
„Lies Greed Misery“ ist für mich eine reine Beleidigung meiner Ohren und auch „I‘ll Be Gone“ kann da nichts mehr retten. Tja, und die folgenden sieben Nummer haben mit Metal, oder zumindest irgendeiner Spielart der wunderbaren Rockmusik, rein gar nichts am Hut. Was daran „powerful“ sein soll, ist mir einfach schleierhaft. Auch die fette Produktion eines gewissen Rick Rubin kann hier absolut nichts mehr retten.
Mein Hauptproblem mit „Living Things“ ist, dass sich darauf irgendwie kein einziger „ehrlicher“ Ton befindet. Man bekommt den Eindruck, dass hier alles, aber auch wirklich alles, gesampelt, getriggert und mit unzähligen Effekten kaschiert wurde. Ab Song Nr. 6 konnte ich beim besten Willen keine Gitarre mehr heraus hören!?! Dafür jede Menge an elektronischen Beats. Für mich tun sich hier schon fast Vergleiche mit diversen Disco-Dance-Helden auf. Ich werde aber keinen einzigen davon niederschreiben, weil ich hier auf keinen Fall jemanden beleidigen möchte. Die Jungs haben sich bei ihrem neuesten Produkt sicher etwas gedacht und wollen damit ein bestimmtes Zielpublikum ansprechen. Wer das jedoch genau sein soll, bleibt mir ein Rätsel.
Versteht mich bitte nicht falsch, ich war nie ein LINKIN PARK Fan und werd‘s wohl auch nie werden, aber ich wußte deren Arbeit sehr wohl zu schätzen, konnten mit einigen Singles der Band durchaus etwas anfangen und gönne ihnen den Erfolg. Aber was da auf einen Tonträger gebrannt wurde, ist für mich einfach nur der verzweifelte Versuch, nur ja „Mainstream“ genug zu sein und möglichst viel radiotaugliches Material rauszusch......!
Die Punktevergabe fällt mir hier ganz und gar nicht leicht, da man so eine „große“ Band ja nicht einfach ungestraft „zerreissen“ kann. In der Hoffnung nicht gelyncht zu werden und unter Berücksichtigung der drei wirklich guten, LINKIN PARK-mäßigen Tracks auf „Living Things“, gehen sich gerade noch zwei gutgemeinte Pünktchen aus.+
So, und jetzt macht mich fertig!
Wertung: 2.0 von 5.0
Autor: bernsen (26. Juni 2012)
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