Neben den hier bereits vorgestellten MANIC DISEASE findet der Extrem-Metal seine weitere, aggressive und vor allem undergroundige Ausprägung in Form der Tiroler Black/Thrash Metaller HOLOFERNES, die nach ihrem Demo 4-Tracker “Through Chasms Of Ice And Snow” das nächste Underground-Biest langsam den Höllenschlund emporkriechen lassen.
Vom titelgebenden Einstiegstrack „Beyond The Event Horizon“ an führt das rumpelige Thrashgewitter das Zepter. Über dem feisten Geknüppel röchelbrüllt Frontmann Agitator alles in Grund und Boden (angsteinflößend dabei der markerschütternde Scream bei „Punishment For Ignorance“, wohingegen „The Conscious Effort Of Being Separated“ vocaltechnisch sehr variantenreich geraten ist) während die Rasiermesser-Gitarren amtlich, unablässig und in bester 80er Prä-Skandinavien-Black Metal-Manier am Nervenkostüm des Hörers sägen. Doch es regiert nicht nur die fiese Fräse, das vor blutiger Rohheit nur so strotzende Album wird zusätzlich von bestens sitzenden Rhythmuswechseln in Schwung gehalten. Der eine oder andere Grooveteil und wohldosiertes Blastgedresche („Signs Of The Apocalypse“) bringen zusätzlich Abwechslung in das allgemein regierende Mid-Tempo. Der neue Output stinkt einfach durch und durch nach modrigem Probekeller und beißendem Schwefel. Mit ihren simplen, durchschlagskräftigen, aber nie langweiligen Oden an die dunklen Seiten in ihren weitreichenden Facetten (das Kosmische, Magische, Verschwörungstheorien, alte Mythen und Kulturen etc.) brennt das Quartett ein schwarzes Feuerwerk ab, das die Hölle um zusätzliche Grade anzuheizen vermag.
Weiter ist bemerkenswert, dass dieses Album (bis auf “Venom Eyes”, das zudem durch einen abwechslungsreichen Zwischenpart glänzt) gänzlich ohne Bassgitarre aufgenommen wurde, was aufgrund des flirrenden Soundteppichs jedoch nicht weiter ins Gewicht fällt und auch keine nennenswerten Soundlöcher entstehen lässt. Aber soundtechnische Feinheiten standen wohl eh nicht ganz oben auf der Prioritätenliste der Agierenden. Dass die Produktion durch und durch (frühen) Underground-Thrash und Black Metal atmet, dass die Drums scheppern und wummern, dass die Vocals direkt aus dem Jenseits ins Ohr dringen, muss wohl nur der Vollständigkeit halber für die Nachwelt festgehalten werden. Seine Abrundung findet das Album noch im flashigen Albumcover, das den Maelstrom-Sog symbolisiert, der alles in seinen Bann zieht.
Wer auf authentischen und räudigen Underground-Stoff steht und seinen Metal (der grob von kultigen Combos wie ROOT oder MAYHEM aber auch BATHORY oder HELLHAMMER inspiriert ist) extrem und kultig mag, ist bei HOLOFERNES an der richtigen Höllenpforte! Ja, der Begriff Old-School darf bedenkenlos verwendet werden, ohne dass man sich ob der Blasphemie anschließend den Mund mit Seife reinigen muss! Bezeichnenderweise nahm man sich covertechnisch auch „666“ der tschechischen Höllenfürsten ROOT an. Das neue Unsigned-Album (das ihr über die Internetpräsenz bestellen könnt) von HOLOFERNES ist wohl nicht für jedermann geeignet, aber das war auch nicht der ureigenste Plan – Some Things Were Meant To Stay Underground!
Wertung: ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (29. Juni 2012)
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