"FEATURING MEMBERS OF SAVATAGE, TOKYO BLADE AND BURNING STARR" schreit mich die offizielle Homepage an.
Auch gut, denke ich mir, quasi die zweite Mannschaft der Power/US-Metal Bundesliga.
Und gut (im Sinne von „nicht schlecht“) ist es auf jeden Fall, das Album dieser Interessensgemeinschaft. Sind ja alles Klasseleute an ihren Instrumenten und der Gesang von Todd Michael Hall ist sicherlich ein ganz großer Pluspunkt auf der Scheibe. Passt wunderbar in die Klasserefrains, wie zum Beispiel auf dem Höhepunkt "Bleed For Me".
Dieses Album hätte locker in der Hochzeit des Power Metal, US-Metal, Metal halt entstehen können und hätte in damaligen Zeiten auch bestanden. Es wäre wohl nicht zu einem großen Massenauflauf in den Geschäften nach der Veröffentlichung gekommen, aber einige Aficionados vorgenannter Musik hätten sicherlich zugeschlagen.
Was ich hier umständlich mitzuteilen versuche ist, dass das Album keineswegs schlecht ist, nein, es bietet einige Höhepunkte des gediegenen Metals, "Bleed For Me" nannte ich bereits, "Monster" und "After The Leaves Have Fallen" sind noch weitere, aber Liedgut (ich wollte diesen Terminus schon immer mal verwenden, findet er doch außerhalb einschlägig bekannter Abgründe der metallischen Musik nicht statt) wie "Phantom Road" ist leider gelebter Durchschnitt.
Höchstens. Einfach nur ein belangloses Lied mit Zutaten, die mehr versprechen als dann schlussendlich auf CD gepresst wurde.
Und dessen gibt es leider mehrere auf diesem Album.
Guter, fein komponierter, listig arrangierter Power Metal ist schon etwas Lässiges (ein abgebrochenes Germanistikstudium... hätte ich bloß durchgehalten, könnte ich unter Umständen Rezensionen für die Ewigkeit schreiben können, aber so…). Mit glänzenden Augen erinnere ich mich an RAZOR X und PROJECT M.A.R.S., an die Großtaten von SAVATAGE und vieles andere. Bands, Songs für die Ewigkeit, voller Emotionen, voller Können und Nachhaltigkeit. Werke, die auch heute noch oft, sehr oft von mir gespielt werden.
REVERENCE werden sich nicht in diese Phalanx der fantastischen Musik einreihen. Leider. Die Ingredienzien sind da, superbe Musiker und ein guter Sänger.
Nur mit diesem Material in der Hinterhand wird man es schwer haben, einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Gut, aber gut genug???
Schade eigentlich, man erkennt meine Zerrissenheit, einerseits möchte man den Mannen um Dr. Killdrums ein schöneres Traktat mit auf den Weg geben und ist bereit, sich auf das Album einzulassen, aber zuviel Durchschnitt, zuviel bemühtes und konstruiertes Songwriting lassen die Begeisterung allzu schnell wieder schwinden.
Schade…
Wertung: 3.0 von 5.0
Autor: Christian Wiederwald (12. Juli 2012)
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