PityHole - Burn It Down

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VÖ: 00.09.2013
Bandinfo: PityHole
Genre: Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Enthusiasmus macht sich anscheinend doch bezahlt. PITYHOLE, das ist das Metal-Projekt von Sänger/Gitarrist Patrick Hanemann, der in seinem Kämmerlein im südbadischen Weil am Rhein schon das vierte Album in Eigenregie eingespielt und aufgenommen hat. Dabei reicht die Palette von Indie/ Alternative/ Rock/ Singer Songwriter („The Wishes Are Gone“ 2007) über 70th / Stoner/ Indie/ Singer Songwriter („The World Lies Stupid In My Hands“ 2010) zu Trash/ Black/ Death/ Progressive (Ja ohne „H“) auf „Swap Meet Of Souls“ (2010) bis zum aktuellen Werk „Burn It Down“, welches nach der Selbsteinschätzung des Alleinunterhalters Hanemann (saugenialer Name übrigens!) eine Mischung aus Thrash- (diesmal mit „H“), Stoner- und Death-Metal darstellen soll.

Gut, die Stoner-Einflüsse kann ich lediglich bei „Machines“ ausmachen, auch der Death Metal kommt in den 50 Minuten nur ansatzweise vor, dafür wildert Das Ein-Mann-Projekt neben thrashigen Gefilden auch im Traditions-Metal umher und baut unzählige, leider nicht immer ganz schlüssige Elektronik-Einflüsse in seine elf Songs ein.

Los geht es eigentlich ganz traditionell, „Masters Of Sorrow“, bei dem auch Ansätze von deathigen Vocals zu vernehmen sind, ist ein pfeilschneller Opener, der auch ein wenig ins mysthisch-psychedelische abdriften darf. Auch „Straight To The Sun“ ist nach kurz-elegischem Intro ein – wie der Name schon sagt – eher straighter Track, bevor mit „Fuck The Cross“ das erste wirkliche Highlight zu Buche schlägt: Cooles Grundriff, variabel hoch Zehn, eine völlig angepisste Stimme von Mr. Hanemann und gar ein Mitgröhl-Part definieren diesen auch geschwindigkeits-technisch mit allen Raffinessen ausstaffierten Track.

Es tat zwar der Aufmerksamkeit wirklich gut, dass mit „The End“ eine richtige Schnulze den Weg auf „Burn It Down“ fand, dennoch ist der Track ob seiner schwülstigen Ausrichtung und des fast schon peinlich-kitschigen Refrains als Ausfall zu bezeichnen. Das ist aber dann auch der einzige wirklich qualitäts-entartete Track auf „Burn It Down“, denn auch wenn Patrick H. mal wirkliche Experimente wagt, wie im ROB ZOMBIE/MARILYN MANSON goes Brachial-Metal-Track „No Shelter“ macht der Einzelkämpfer seine Sache ebenso gut wie im abschließenden akustischen Instrumental „Opiate“.

Wer auf ein nicht leicht einzuordnendes, mit kaum einem Ausfall versehenes Metal-Album steht und auch die teilweise etwas enervierenden elektronischen Einflüsse getrost ausklammern kann, der ist mit „Burn It Down“ nicht nur bestens bedient, sondern unterstützt mit einem Kauf auch die vom Aussterben bedrohte Gattung der Ein-Mann-Kombos. Ich kann nur sagen: Well Done Mr. P. Hanemann!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Reini (02.12.2013)