Darkside - Inferno

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VÖ: 20.12.2013
Bandinfo: Darkside
Genre: Death Metal
Label: Wolfblood Production
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Lineup  |  Trackliste

Ambitioniert ist bei einem Doppel-Album mit einer Gesamtspielzeit jenseits der 100 Minuten und der nun doch im Eigenvertrieb (via DARKSIDE-Mastermind The Wolfs WOLFBLOOD PRODUCTION) vorgenommenen Veröffentlichung wohl ein pures Understatement. DARKSIDE haben im 22. Jahr seit ihrer Gründung mit ihrem nun schon sechsten Studio-Album ein Aufsehen erregendes Stück Musikkultur geschaffen. Nebst fünf, meist klassischen Interludes, welche die wahre Konzeptstory rund um die Ursulinen-Nonne Madeleine de Demandolx de la Palud zu Zeiten der Inquisition thematisieren (die komplette Story könnt ihr in unserem großen DARKSIDE „Inferno“-Special vom März 2013 nachlesen!), hat Sänger The Wolf und seine neu zusammengestellte Band vierzehn reguläre Songs auf „Inferno“ verpackt. Als Bonus-Track gibt es schlussendlich noch eine Adaption des GEORG DANZER-Songs „Ruhe vor dem Sturm“, welche Wolf mit den Worten „Das ist die Ruhe vor dem Sturm, Danke Schurl“ ausklingen lässt.

Was bei „Inferno“ auffällt, DARKSIDE haben die wahren Super-Songs gleich auf CD1 verbraten. Da wimmelt es nur so von veritablen Melo-Death-Metal-Superhits, auch wenn man sofort bemerkt, dass DARKSIDE dieses Mal das Genre des Melodic-Death-Metals doch des Öfteren verlassen haben und sich offener, deutlich zugänglicher und somit auch herrlich eingängig, jedoch immer mit der nötigen Dosis Vertracktheit präsentieren. Allein die Gegensätze in „Madeleine“, wo zuerst Otto Jezek ein herrlich berührendes Akkustik-Gitarrensoli spielt und dann Alexander Kodnar von DEVASTATING ENEMY eines seiner modern-angehauchten Shred-Solis drüberstreut, sind teilweise zum Niederknien. Aber auch Tracks wie „Ghosts In The Convent“, „Baptized In Fire“, der Titel-Song, das schon vorab ausgekoppelte und SLAYER-Legende Jeff Hanneman gewidmete „Hosts Of Depravity“, sowie das von PESTILENCE-Mainman Patrick Mameli veredelte „Sacrificial Blessings“ sind Knaller allerfeinster Güte.

Wie geschrieben, da kann die zweite CD nicht ganz mithalten. Obschon man feststellen muss, dass DARKSIDE auch hinten raus verdammt gute Songs offerieren: „Crowned In Terror“ pendelt zwischen Hass pur und hochmelodischen Gitarren-Leads, „Malleus Maleficarum“, der Hexenhammer, protzt mit super-bösem Refrain und „Where No Life Dwells“ ist wohl der am meisten elegische der regulären Tracks auf „Inferno“ geworden.

Auch wenn jetzt CD #2 nicht ganz das atemberaubend hohe Niveau der Einser halten konnte, ist „Inferno“ ein wahres Death-Metal-Manifest geworden. Gerade die doch etwas reduzierte Geschwindigkeit tat dem Gesamtwerk verdammt gut, The Wolf und seine multinationale Truppe haben bewiesen, dass man auch vermehrt im Mid-Tempo verdammt zugänglichen, zu jeder Zeit brettharten und noch dazu schlüssigen Death-Metal zelebrieren kann. An „Inferno“ führt nicht nur wegen der Konzeptstory, der dargebotenen Musik, nein auch wegen des Einsatzes und der Akribie, mit welchem dieses Mammut-Album zusammengezimmert wurde, für die Death-Afficionados unter Euch absolut kein Weg vorbei. Allein der Umstand, dass sich für dieses Hammer-Album partout keine Plattenfirma erwärmen konnte, mutet doch etwas befremdlich an. Andererseits hat der musikbegeisterte Supporter so die Möglichkeit sein sauer Verdientes gleich direkt der Band zukommen zu lassen. Gegen Ende des hiesigen Jahres nicht nur ein mehr als erfreuliches Werk österreichischer Metal-Kunst, sondern in dieser Form ein noch nie dagewesener alpenrepublikanischer Meilenstein – Support The Underground And Buy That Shit!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Reini (12.12.2013)

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