Dawn Of Destiny - F.E.A.R.

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VÖ: 07.03.2014
Bandinfo: Dawn Of Destiny
Genre: Power Metal
Label: Phonotraxx Publishing
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Lineup  |  Trackliste

Das DAWN OF DESTINY auch nach all den Jahren noch keinen hohen Bekanntheitsgrad genießen, das ist mir wirklich ein Rätsel. Kaum eine Band hat in den letzten Jahren eine derart große Entwicklung durchgemacht. Trotz der Misere um den freien Platz an den Drums, hat sich die Truppe gefunden, denn spätestens jetzt ist auch Jeanette Scherff mit ihrem zweiten Auftritt in der Band vollends angekommen. "Praying to the world" war mit ihrem Einstieg das wohl vielseitigste und beste DAWN OF DESTINY Album bisher, doch das die Bochumer nicht müde werden, da noch eins draufzusetzen, das untermauern sie mit ihrem neuesten Streich "Forgotten, Enslaved, Admired, Released", kurz gesagt "F.E.A.R.". Mastermind Jens Faber hat sich diesmal etwas ganz besonderes ausgedacht und präsentiert uns mit dem neuen Album ein umfangreiches Konzept. Es handelt von einem Mädchen, das durch den von ihrer eigenen Mutter verschuldeten Autounfall im Rollstuhl landet und es auch mal ab davon nie leicht im Leben hatte. Die Drums wurden von Juan Pablo da Silva eingespielt, wobei ich nicht sicher bin, ob er nun auch als fester Bestandteil der Band gilt. Neben dem großartigen Konzept präsentiert man uns auch zwei hochkarätige Gäste mit Mats Leven und Jon Olivia, die jeweils einen Song einsingen durften.

Eingeleitet wird das Album von "And with silence comes fear", das mit einem ruhigen Intro beginnt, wo die Hauptprotagonistin einen Brief vorträgt, der uns sofort tiefer in die Geschichte eintauchen lässt. Folglich entwickelt sich ein brachialer Song, der eine extrem düstere und zugleich emotionale Atmosphäre erzeugt. Jeanette liefert sich hier ein wundervolles Gesangsduell mit Mats Leven, der nicht zuletzt dank seiner Zeit bei AT VANCE zu meinen absoluten Lieblingsmusikern zählt. Spätestens im Refrain ereilt einen auch ein Schauer von Gänsehaut, denn DAWN OF DESTINY vermochten es schon immer, mich mit ihrer speziellen Art und Weise in ihren Bann zu ziehen. Jens Faber übernimmt wie schon auf den vorangegangenen Platten die Growls, zeigt sich aber auch immer häufiger mit Clean Vocals, was bei "My Memories" auch sehr deutlich wird. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit ihm, wo ich ihn auf die Demo zum Song "For Love" ansprach, die er eingesungen hatte. Schon damals empfand ich seinen Gesang als sehr angenehm, doch der Kerl gab sich durchweg bescheiden und wollte ganz gewiss nichts davon hören, dass seine Stimme ein wichtiger Bestandteil von DAWN OF DESTINY sei. Spätestens mit "F.E.A.R." wird deutlich, dass sich das geändert hat, denn Jens Faber ist nicht nur ein extrem guter Komponist und Schreiber, er hat sich auch zu einem richtig guten Sänger gemausert. Es fällt mir bei dem Album ungemein schwer, einzelne Songs rauszupicken, denn jeder für sich stellt ein absolutes Highlight dar. Sei es das fast schon balladeske "Innocence Killed", das im Refrain förmlich explodiert oder der bis dato düsterste Song "No Hope for the Healing", wo Jon Olivia sein ganzes Können unter Beweis stellen darf. Diese Nummer ist wahrlich ein kompositorisches sowie lyrisches Highlight! Nicht umsonst ließ Jon Olivia persönlich verlauten, er hätte als Gast NIE einen besseren Song einsingen dürfen und der Mann hat mit einigen Größen zusammengearbeitet, da sei Tobias Sammet zu nennen...Schön ist, dass die Platte verschiedene Stimmungen wieder gibt und sich aus dem düsteren Sumpf mit fröhlichen Nummern wie "Finally" oder "Then I Found you" herausbefördert. Es ist unfassbar, wie einen diese Stimmungsschwankungen mitreißen und zugleich musikalisch das Gesamtkonzept perfekt wieder spiegeln. Beim Longtrack "One Last Time" tobt sich Jens Faber mal so richtig aus und zeigt seine ganze Bandbreite. Der Mann muss sich definitiv nicht verstecken, auch wenn er sicherlich nicht der technisch sauberste Sänger ist, muss er aber auch gar nicht. Wichtig ist, dass er mit seiner Darbietung was rüber bringt und das steht für mich außer Frage. Bei allem Lob für den guten Jens dürfen aber auch seine Kollegen nicht außer Acht gelassen werden. Was Jeanette Scherff hier Song für Song abliefert, ist ganz großes Kino und lässt sich mit Worten nur schwer beschreiben. Auch Dirk Raczkiewicz hat hier am Keyboard wieder einige richtig fette Melodien rausgezaubert und schenkt dem Album ein stückweit seine Seele.

Es ist wirklich extrem schwer, diese umfangreiche Platte mit Worten zu beschreiben, denn hier prasselt neben dem emotionalen Konzept auch ein musikalisches Hörerlebnis der Extraklasse auf den Hörer nieder. Ich würde der Truppe wünschen, dass sie mit "F.E.A.R." den längst überfälligen Durchbruch schaffen, denn dieses Album darf man gut und gerne schon als Kunst bezeichnen. Jedes mal wenn du denkst, dass eine Band ihr Limit erreicht hat, straft sie dich Lügen. DAWN OF DESTINY erzeugen bei mir über 60 Minuten lang Dauergänsehaut und lassen mich auch noch eine Stunde nach dem Hörerlebnis mit offenem Mund zurück. Gerade solche kleinen Bands brauchen Support und daher hoffe ich, dass euch dieser Eindruck vom neuen Album der Bochumer Lust auf mehr macht und ihr beim nächsten Besuch im Plattenladen eures Vertrauens mal nach DAWN OF DESTINY fragt, denn es lohnt sich.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Sonata (27.02.2014)

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