Space Eater - Passing Through The Fire To Molech

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VÖ: 27.06.2014
Bandinfo: Space Eater
Genre: Thrash Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Denkt man an Serbien, so wird den meisten nicht gerade der Gedanke an Musik durch die Birne brettern, obwohl Serbien auch aus dieser Sicht einiges zu bieten hat (man denke nur an Underground-Bands wie HELLER (Thrash Metal), INFEST (serbischer Todesblei) oder K.B.O. (Punk)) und von den Gedanken an den serbischen Thrash Metal Underground erst gar nicht zu reden. Na ja, was nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden, irgendwann muss die vollgefressene Katze auch mal scheißen, und SPACE EATER tragen, mit ihrem frischen und abwechslungsreichen Thrash, eine gute Portion dazu bei.

„Passing Through The Fire To Molech“ ist, wie kann es auch anders sein, von dem Bay-Area-Thrash/Teutonic-Thrah Old-School-Kram beeinflusst, doch verpasst die serbische Combo der Musik, durch seine komplexen Songstrukturen und extrem starken Abwechslungsreichtum, eine Verjüngungskur, wie es selbst stundenlanges Arschbrutzeln in der Sauna, oder tonnenweise ins Gesicht geklatschte Kosmetik nicht können. Gerade durch die komplexen Songstrukturen und der von Geschwindigkeit überschlagenden, überdurchschnittlichen Gitarrenarbeit, zünden einige Songs erst nach mehrmaligem Hören. Also kein leicht dahin geschreddertes Fast Food, wie es an jeder Ecke zu Schlucken gibt, sondern eher ein Fünf-Gänge-Menu, mit den ein oder anderen Abstrichen.

Auf „Passing Through The Fire To Molech“ wird der Gedanke an WARBRINGER und FUELED BY FIRE geweckt, oder durch die arschgeile Stimme von Luka Matković (nebenbei erwähnt habe ich so ne facettenreiche, auf den Punkt genau eingesetzte Röhre, seit langem nicht mehr gehört, mir geht noch immer einer ab!) bei der Erinnerungen an METALLICA-Fronter James Hetfield („Passing Through The Fire To Molech“) und Gerre von der Frankfurter Saufgemeinschaft TANKARD („Daisy Cutter“) laut werden. Die verwendeten Background-Vocals auf der Langrille schütteln Erinnerungen an ANTHRAX („Daisy Cutter“, „P.O.W.“, „Medea“) aus den Ohren. Weiter überrascht der Vierer aus Belgrad mit interessanten Stilwechseln. Bei einigen Songs wird sofort in Gib-Ihn-Manier drauf los geschreddert was die Saiten und das verdammte Trommelfell aushalten („Unjagged“), bei anderen setzt sich die anfahrende Abrissbirne nur langsam und gemächlich in Bewegung („Ninja Assassin“) (gerade auch der Einsatz solcher Nummern macht für mich eine richtig gute Thrash-Platte aus). Ganz stilistisch auf Abwegen sind sie bei dem, sich nach purem Todesblei anhörenden Song „Exhibition Of Humanity“, der, durch die Zusammenarbeit mit Zoran “Vandal” Sokolovic, dem Shouter von INFEST, eher mit Gedanken an CANNIBAL CORPSE, als an Thrash überrascht.

Die dritte Langrille der Serben stiftet einen nicht nur dazu an, seine lang gezüchteten Läuse aus der Thrasher-Matte zu schütteln, sondern fordert einen auch mit seinen komplexen Songstrukturen heraus (manche Songs haben bei mir erst nach dem dritten Hören so richtig gezündet und ihren verdammten Rausch entfacht). Nun ist bei mir der Punkt erreicht, wo ich nach lang durchzechter Nacht, grinsend, wie ein Spinner nach Hause schaukel.
Živeli!... Prost!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: inhonorus (27.06.2014)

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