Church Of The Machine - Church Of The Machine

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VÖ: 01.09.2014
Bandinfo: Church Of The Machine
Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Vorsicht...akute Suchtgefahr voraus. Die Tiroler CHURCH OF THE MACHINE, 2014 gegründet, rekrutieren sich aus DIVINE TEMPTATION-Mitgliedern (die teils auch bei den Vorarlberger Proggern MAYFAIR (Basser Hannes) und den modernen Metallern SOULDRINKER (Sänger Chris) engagiert sind) und verwöhnen mit ihrer Debut-EP die Prog/Djent-Connaisseure mit ihrer Interpretation zeitgenössischen, anspruchsvollen Metals. Wer sein Herz jedoch nicht an DIVINE TEMPTATION (zuletzt noch hier live aktiv) und Acts wie MESHUGGAH und Konsorten verloren hat, den dürfte hier der akustische Overkill niederstrecken. Vertrackt gehen die Tiroler zu Werke, der ohrale Tod ereilt alle Melodic-Schöngeister, Einhorn-Metaller und True-Metal-Kutten. COTM jagen filigrane Strukturen durch den Äther und konterkarieren die anspruchsvollen, oftmals mehrflächigen Arrangements mit wuchtigen Stakkatoriffs und atemberaubenden Breaks. Über den verkopften Soundflächen explodieren harsche Basslinien und schroffe Gitarrenriffs.

"Manifest" und "Fante écrivain" ringen dem Hörer einiges an Aufmerksamkeit ab, aber vor allem mit dem Opener "Anthem" ist es dem Quintett gelungen, einen für Genre-Verhältnisse einprägsamen Signature-Song zu kreieren, bei dem Sänger Chris den Refrain "This Is Church Of The Machine" förmlich in die tumbe Stille des Weltalls hinauszuschreien scheint und die Musik hörbar als Ventil zum Dampfablassen dient. Dass sämtliche Mitglieder schon lange mit ihren Instrumenten arbeiten, wird beim akustischen Erfahren recht schnell erkennbar. Doch ufern die drei Songs nicht in unendliche Soundscapes und Jam-Sessions aus, denen man als Unbeteiligter schwer folgen kann, vielmehr hat der progressive Fünfer auch den Anspruch, das Publikum zu unterhalten und auf ihre harte, aber gleichsam hingebungsvolle Reise mitzunehmen. Doch mit oberflächlicher Unterhaltung ist es bei CHURCH OF THE MACHINE nicht getan, ihre Herausforderung ist es auch, den Rezipienten zu fordern, sich ihrer akustischen Wunderwelt nicht nur hinzugeben und von ihr stimuliert zu werden, sondern ihn zum aktiven Zuhören zu verführen, ja zu zwingen.

Musiker und Liebhaber finden hier inmitten der massiven Tiroler Alpen wieder einen kleinen Stein der Weisen, die Formation agiert auf hohem musikalischen und arrangementtechnischen Niveau, verzaubert und bezirzt den Hörer in jeder Spielsekunde mit kopflastigen, präzisen, fast industriell-kalten Sounds, denen mit viel Können und Hingabe anregende Songteile und Arrangements eingeflochten werden. Jeder, der einigermaßen offen für diesen Sound ist, wird unweigerlich in den COTM-Sog gezogen und nicht nur auf eine spannende Soundreise eingeladen, er wird schlichtweg der Realität entrissen. Aus der Asche von DIVINE TEMPTATION erhebt sich nach dem Relaunch stolzen Hauptes eine Perle des heimischen Progressive/Djent-Sounds, die inmitten der grassierenden Retro- und Trve-Welle nicht übersehen werden darf.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (06.09.2014)

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