Ewigheim - 24/7

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VÖ: 14.11.2014
Bandinfo: EWIGHEIM
Genre: Electro Rock
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Pünktlich zum 15-jährigen Bandjubiläum, bringt die Thüringer Elektro-Rock Legende EWIGHEIM mit „24/7“ ein Jubiläumsalbum heraus, welches es in sich hat. Das Trio um Yantit (Texte, Rhythmusgitarren, Programmierungen), Allen B. Konstanz (Gesang, Schlagzeug) und Schwadorf (Leadgitarren) ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. So kennt man die Protagonisten aus bereits bekannten Bands wie EISREGEN (Yantit) bzw. THE VISION BLEAK (Konstanz und Schwadorf). Neben sechs neuen Stücken findet man auf „24/7“ Remixe und eine Coverversion älterer EWIGHEIM Nummern. Somit wirft man zum Anlass der Feierlichkeiten einen Blick in die Zukunft, ohne dabei die musikalische Vergangenheit zu vergessen. Diese wird unter Mithilfe von Szenengrößen, wie zum Beispiel LAIBACH oder SOKO FRIEDHOF, mit einem Kniefall Tribut gezollt.

Den Beginn macht jedoch das charismatische „Tanz um dein Leben“, welches mit seinen harten Gitarrenriffs und seiner wunderbaren Melodie zu punkten vermag. Der Opener hat auf jeden Fall das Potential die Tanzflächen der dunklen Musiktempel zu füllen und so zum Clubhit zu avancieren. Das darauffolgende „Nicht mehr“ stellt gleich zu Beginn den Grad an elektronischen Elementen ein Stück weiter in den Vordergrund. Eine flotte Nummer, welche die bandtypischen musikalischen Trademarks, mit den üblichen düsteren Texten vereint. Auch hier schafft man den Seilakt zwischen Härtegrad und Tanzbarkeit nahezu perfekt auszubalancieren. Während der Titeltrack wieder die rockigen Elemente stärker unterstreicht, kann man „24/7“ getrost als zukünftige Bandhymne bezeichnen. Die Lyrics sind als Ode an EWIGHEIM selbst, ihren starken kreativen Output (24 Stunden am Tag, 7 mal die Woche) bzw. als Huldigung an die Fans der Thüringer zu sehen. Im Großen und Ganzen kann man durchaus behaupten, dass die sechs neuen Stücke mehr als nur gelungen sind. Hier wird ein potentieller Hit, nach dem Anderen, anneinandergereiht. Lupenreine Elektro-Rock Stücke mit einer gehörigen Portion Metal, sind das zeigbare Ergebnis. Das Einzige, was zwischendurch immer wieder auffällt, ist Konstanz` Gesangsleistung. Diese erinnert nämlich – vor allem in „Wir der Teufel und ich“ – an Til Lindemann von RAMMSTEIN. Dies passiert sehr stark in eben genanntem Titel, bei dem eine orchestrale Begleitung inklusive Chor vorkommt. Die Intonierung der Lyrics weist (gerade) in diesem Stück durchaus Parallelen mit dem Sänger von Rammstein auf. Nichts desto trotz gehen EWIGHEIM ihren eigenen Weg und schaffen mit Songs wie „Gloria“ oder „Schneemann 2.1“ zu begeistern. Heavy Gitarrenriffs, gepaart mit punktuell eingesetzten Synthies und den gewohnt morbiden Texten stehen im Vordergrund und wissen die Hörer zu begeistern. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass der Härtegrad enorm hoch ist und dennoch die Tanzbarkeit der Nummern niemals darunter leidet. Kommen wir nun quasi zu Teil zwei von „24/7“, welcher aus Remixe und einer Coverversion besteht.

Den Anfang machen LAIBACH mit dem Remix von „Heimweg“. Diesen Song kann man getrost als eine der eigenwilligsten Balladen bezeichnen und diese weiß vor allem durch Originalität auf ganzer Linie zu überzeugen. Das darin vorkommende Klavier und die typische LAIBACH-Orchestrierung, kreieren eine balladeske Nummer mit Seltenheitswert. Obwohl das Stück eigentlich ein Remix sein sollte, gleicht es durch die Bearbeitung von LAIBACH nahezu eher einer Coverversion. Hinter dem „Morgenrot“ Remix steckt niemand geringerer als Martin Schirenc von Pungent Stench, welcher sich unter dem Pseudonym „NEUE WELTORDNUNG“ an dieser Nummer auslässt. Ein Disco-tauglicher Remix, der die Meute wohl bis in „Morgenrot“ tanzen lassen wird. Die (einzige) Coverversion – von „Tanz der Motten“ - auf diesem Album stammt von SUN OF THE SLEEPLESS und besticht durch düster-elektronische Klänge. Eine langsame, schleppende Version des Originals, welche mit gesprochenem Text durchaus als Industrial-Nummer durchgeht. SOKO FRIEDHOF hingegen schaffen mit Hilfe von künstlichen Beats und elektronischen Samples ihre Dark-Wave Version des Titels „Die Augen zu“. Der Bonustrack der limitierten Digipack Version stammt von BLUTER und obwohl auch hier die elektronischen Elemente weit im Vordergrund stehen, kommt man doch näher an das Original heran. Grund dafür ist der vermehrte Einsatz von Gitarren und das wieder etwas schnellere Tempo.

Unterm Strich ist EWIGHEIM ein geniales „Geschenk“ an die treuen Fans in Form dieses Jubiläumalbums „24/7“ gelungen. Beeindruckend sind die sechs neuen Stücke, welche tatsächlich ausnahmslos zu überzeugen wissen. Die restlichen fünf Songs sind enorm interessante Remixe und eine Coverversion von befreundeten Bands und Idolen. EWIGHEIM bieten neben dieser Langrille in der nächsten Zeit auch noch Auftritte (mit der Kult-Truppe JACK FROST)und dürften somit jeden Fan – mehr als nur – zufriedenstellen und eventuell so manch neuen Hörer dazu gewinnen! Verdient haben sie es auf jeden Fall, das steht außer Diskussion!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Gunther Starchl (10.11.2014)

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