Vanish - Come To Wither

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VÖ: 24.10.2014
Bandinfo: VANISH
Genre: Progressive Power Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

VANISH aus dem Stuttgarter Raum sind schon seit etwa 14 Jahren als Band aktiv, und stellen nun mit "Come To Wither" ihr zweites Werk vor. Progressiv angehauchten melodischen Metal mit modernen Elementen zu mischen, haben sich die fünf Musiker rund um Vokalist und Keyboarder Bastian Rose auf die Fahnen geschrieben. Neben den modernen Einflüssen auf dem Album sind streckenweise leichte Anklänge von SAVATAGE zu finden, und das kraftvolle, leicht raue Coleur des Sängers erinnert bei den ersten Höreindrücken ein wenig an Russel Allen von SYMPHONY X.

Innovativ gleich einmal die Tatsache dass der Namensgebende Titel "Come To Wither" das Intro des Albums darstellt, und mit eineinhalbminütiger Epik punkten kann. Dann rifft "Great Collapse" straight los - klassisches Heavy-Riffing und dezentes Keyboard wird mit modernem Aufbau kombiniert, garniert mit einigen Breakdowns. "Bless The Buried Child" lebt von aggressivem Gesang, und einem coolen Solo, dafür wirkt der Syntheinsatz in der Bridge ein wenig deplatziert, obwohl sich die eingangs angesprochene Stilmischung insgesamt überraschend gut zusammenfügt. Galoppierend das etwas tiefer gestimmte "Renewal" mit seinen wütend anmutenden Passagen, alleine das Keyboard wirkt teilweise losgelöst vom Song, und man vermisst etwas das man nicht so wirklich einordnen kann. Ähnlich gelagert ist "This Is How We Die" bei dem die Gitarren zwar schön fett aus den Boxen dröhnen, aber auch dieser Song mag sich nicht so wirklich entfalten.

"Curtain Call" beginnt ruhiger, und die Keyboardmelodie die ein bißchen an eine Spieluhr erinnert weiß zu gefallen. Trotz der Länge beweist der Song einen schönen Spannungsbogen, und vermag es erstmals richtig mitzureißen. Mit den leichten SAVATAGE-Anklängen entwickelt sich "Curtain Call" alsbald trotz seiner Überlänge von mehr als neun Minuten zu einem der herausstechendsten Stücke des Albums. Ein bißchen das Tempo heraus nimmt sodann "Silence", bei dem klassische Motive und moderne Einschläge richtig gut harmonieren - dagegen fällt das vertrackte "Hollow" ein wenig ab, da Breakdowns und vertrackte Rhythmik dem Song ein wenig die Dynamik nehmen. Gut im Ohr bleibt dafür "Hope Shall Rise", das zunächst einmal eher durch sein schräges Keyboardintro aufhorchen lässt, aber in der Folge vor allem durch eine sehr gute Gesangslinie mit tollem Refrain punkten kann.

Dass die Stärken von VANISH vor allem im Midtempo zu finden sind, wird durch "Reboot" untermauert. Der reduzierte, fast schon balladeske Track stellt die gesangliche Leistung in den Mittelpunkt, zu der die ziemlich heavy geratene Breakdown-lastige Bridge einen schönen Kontrastpunkt bildet - einzig das Keyboard-Solo hätte es hier nicht unbedingt gebraucht. Noch einmal an SAVATAGE denken lässt der Abschlusstitel "The Grand Design", bei dem sich die Stuttgarter gesangliche Unterstützung von Freund und Helfer Ralf Scheepers (PRIMAL FEAR) holen, und sich auch speziell die Gitarristen noch einmal ordentlich austoben dürfen.

VANISH liefern unterm Strich mit ihrem zweiten Output ein solides Album ab, das es bis auf ein paar Ausnahmen sehr gut vermag klassische und moderne metallische Elemente zu verbinden. Technisch einwandfrei intoniert und hochklassig produziert, gibt es an den technischen Aspekten der Scheibe nichts auszusetzen. Die erste Hälfte des Albums bleibt jedoch ein wenig verhalten, und man hat streckenweise das Gefühl dass irgend etwas fehlt. Doch ab dem Zeitpunkt an dem das Tempo gedrosselt wird, nimmt der Silberling so richtig Fahrt auf, und präsentiert einige wirklich gelungene Stücke. Wer sich von dem etwas holprigen Beginn nicht abschrecken lässt, wird mit einer starken zweiten Albenhälfte belohnt, durch die die Scheibe das Potenzial hat zum häufigeren Gast im heimischen Player zu avancieren.

Anspieltipps: "Curtain Call", "Hope Shall Rise", "Reboot", "The Grand Design"



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (17.11.2014)

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