Battle Beast - Unholy Savior

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VÖ: 09.01.2015
Bandinfo: BATTLE BEAST
Genre: Heavy Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Angeblich ist das dritte Album einer Band immer das kritischste, beziehungsweise jenes Album, das maßgeblich für den weiteren Verlauf der Band ist. Die Finnen von BATTLE BEAST stehen mit ihrem neuesten Werk "Unholy Savior" nun genau an dieser Schwelle. Stilistisch breit gefächerter denn je, geben BATTLE BEAST gleichzeitig den 80er-lastigen Klängen noch mehr Raum als das bisher der Fall war, mit entsprechenden Folgen.

Bereits im Opener merkt man die deutlich ausgeprägtere 80er-Lastigkeit, die sich hier vor allem in den Keyboard-Hooklines der Strophen niederschlägt. Der Refrain ist dafür typische BATTLE BEAST-Kost - eingängig und mit einer unterschwelligen Härte hinter der Melodik, die sich gut im Ohr festbeißt. Ein prädestinierter Live-Track, genau wie der folgende sehr epische Titeltrack "Unholy Savior", der vor allem von Nooras hier etwas tiefer gehaltenem Gesang lebt.

"I Want The World... And Everything In It" kommt wieder mit den typischen BATTLE BEAST-Trademarks einher, allen voran dem allerfeinsten Gesang des lebenden Brüllwürfels Noora - leider kippt das coole Gekreische im Refrain schon ein wenig zu weit ins Extrem, sodass der Titel nach ein paar Hördurchläufen beginnt etwas unangenehm in den Ohren zu klingen. Wieder etwas glatter klingt "Madness", zu dem es auch ein Video gibt - das allerdings ebenfalls schon ein Stück weit zu viel mit Klischee ausgestattet ist, mit viel nackter Haut und einer omnipräsenten Noora, wohingegen man von der Instrumentalfraktion kaum einen Blick erhaschen kann.

Definitiv zu tief in den Klischeetopf gegriffen haben die Finnen dann aber bei "Touch In The Night", das zwar streckenweise wie ein lupenreiner 80s-Popsong klingt - aber als solcher wunderbar funktioniert und somit zu den besten Stücken des Albums gehört. Vor allem der Refrain fräst sich nach ein paar Hördurchläufen gnadenlos im Gehörgang fest und man kann gar nicht anders als Mitzusummen. In den reinen Pop-Bereich bewegen sich BATTLE BEAST dann mit den beiden Balladen des Albums "Sea Of Dreams" und "Angel Cry", die an Zuckrigkeit kaum zu überbieten sind und wahrlich nicht das sind, was man von einer finnischen Kampfbestie erwartet. Während "Sea Of Dreams" zumindest noch mit mäßigem Stromgitarreneinsatz aufwarten kann, ist "Angel Cry" gänzlich weichgespült. Gezähmt, fast zahnlos wirkt das kreischende Biest Noora hier und die überaus sanfte Intonation der Titel in Verbindung mit dem computergeneriert wirkenden Sound sorgt beinahe für einen Zuckerschock beim geneigten Metaller.

Eine weitere Nuance wird dem Album von "Hero's Quest" hinzugefügt, einem überbordend epischen Instrumental, das ein wenig an die Piratenkapitäne von ALESTORM erinnert. Zwischen zwei der poppigsten Songs eingebettet liegt der härteste, oder besser gesagt schnellste Track des Albums, "Speed And Danger" - lupenreines, speediges 80er-Geböller, das richtig gut ins Ohr geht und bei dem man auch sofort mitsingen kann. Bei "Far Far Away" kommt das stampfende Kampfbiest wieder um die Ecke, zwar auch insgesamt wieder ein wenig sanfter als gewohnt abgemischt, dafür dürfte der coole Refrain ein vorprogrammierter Live-Kracher sein, der ordentlich zum Mitgrölen einladen wird.

Mit "Unholy Savior" liefern BATTLE BEAST ein solides Album ab, das auf jeden Fall polarisieren wird - zwar ist das Scheibchen vom Songwriting her das ganz klar abwechslungsreichste, was die Finnen bisher abgeliefert haben, dafür erliegen sie gerne der Versuchung sowohl die härteren als auch die sanfteren Passagen bisweilen zu überzeichnen. Das gibt dem Album einerseits eine starke Dynamik, allerdings kann man sich dadurch des Gefühls einer gewissen Unausgegorenheit bzw. Unentschlossenheit nicht erwehren. In der Gesamtheit fällt das Album somit sowohl hinter dem Debüt als auch deutlich hinter dem selbstbetitelten Vorgänger zurück. Dennoch wird "Unholy Savior" aller Wahrscheinlichkeit nach funktionieren, da durch die breit gefächerte Stilistik wohl jeder einige Songs darauf finden wird, die ihm zusagen. Wer auf Klischees und ein Stück weit Überzeichnung abfährt, sollte hier aber auf jeden Fall zuschlagen!

Anspieltipps: "Lionheart", "Speed And Danger", "Touch In The Night"



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (03.01.2015)

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