Papa Roach - F.E.A.R.

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VÖ: 23.01.2015
Bandinfo: PAPA ROACH
Genre: Rock
Label: Eleven Seven Music
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Lineup  |  Trackliste

PAPA ROACH verbinde ich mit Rap-Parts, „zickigen“ Gitarrenriffs, einprägsamen Hooks - also eigentlich genau so, wie auf dem 2000 veröffentlichten Album „Infest“, mit dem die Band nicht nur ihr erstes sondern auch gleichzeitig ihr bisher erfolgreichstes Album herausbrachte. 15 Jahre später wagt sich die Band an ein neues Projekt: „F.E.A.R.“, das achte Album der Kalifornier mit einem ganz neuen Konzept.

Mit „Face Everything And Rise“ als erste Singleauskoppelung (und einer unauffälligen Parallele zum Titel „F.E.A.R.“ – wer hätte das gedacht) findet man gleich zu Beginn des Albums die neue Struktur der Band, von der man noch rund 40 weitere Minuten unterhalten wird: Etwas elektronischer Sound, melodische Parts, dramatischerer Sound aber gleichzeitig harte Riffs. Die Band wollte schließlich dieses Album härter als bisher gestalten.

Des Weiteren setzt sich dieser ganz eigene Charakter des Albums durch, immer und immer wieder tauchen Hooks und Refrains auf, die definitiv im Ohr bleiben. Auch wenn die Band mit dem Album etwas Neues schaffen wollte bleiben sie in allen Songs ihren bekannten Synthie-Sounds treu, so auch den Rap-Parts, die bereits in den vorherigen Alben immer weniger Platz eingenommen haben und auch bei „F.E.A.R.“ nur spärlich auftauchen.

„Love Me Till It Hurts“ ist die Ballade des Albums – eine muss ja dabei sein. Ruhig aber gleichzeitig auftreibend. Gitarre, Bass und Schlagzeug widersprechen dem typischen Charakter einer Ballade, doch Text und vor allem der Refrain geben dem Song etwas Zarteres und Nachdenklicheres.

„Gravity“ ist wohl mit Abstand der skurrilste Track des Album: Stichwort Rap, Stichwort Klavier, und im Refrain ein unglaublich heller, stark vergrößerter Tonumfang, der den Sound passend zu den Lyrics fliegend leicht aber dennoch träge gestaltet. Erinnert teilweise ganz stark an Old-School-Hip-Hop, direkt aus der Zeit vor mir nur in diesem Fall eben mit Maria Brink (IN THIS MOMENT).

„Hope For The Hopeless“ und „Fear Hate Love“ als letzte Tracks sind die typischen “PAPA-ROACH-Standard-Nummern” aus den letzten Jahren: Mittelharte Gitarrenriffs, eine ordentliche Ladung Hi-Hat dazu und Jacoby Shaddix wirft mit Emotionen um sich. Die letzte Nummer, „Fear Hate Love“, besticht allerdings durch einen guten Mix aus Tempo, Synthesizer-Klängen und „harten“ Riffs.

Insgesamt ist das Album wirklich härter aufgebaut als die letzten Alben, allerdings mischen dennoch wieder kleine Spielereien und Schnörkel das Ganze auf. Ebenso zieht sich ein gewisses Auf und Ab durch das Album: Musikalisch gesehen stehen langsame, düstere Verses gegenüber hellen, schrillen Refrains. Inhaltlich stehen Selbstmitleid, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit dem „Licht am Ende des Tunnels“ gegenüber - die Pointe des Albums, Ängste zu überwinden, über sich hinauszuwachsen und das Beste aus sich zu machen, ist komplett.

Das Ziel der Band, ein härteres Album als bisher gewohnt zu veröffentlichen und dabei sowohl musikalisch als auch texttechnisch gesehen zu zeigen, was ihnen auch 22 Jahre nach ihrer Gründung im Kopf herumschwebt, ist ihnen auf jeden Fall gelungen. Inwiefern „F.E.A.R“ den Erfolg von „Infest“ erreicht oder vielleicht ja sogar übertrifft wird sich in den nächsten Wochen herausstellen…

Mehr zum Album, besonders wie die Idee dahinter entstand und das Album letztendlich aufgenommen wurde, gibt’s im Interview hier.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lora (30.01.2015)

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