CITIZEN X - SataNatioN

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VÖ: 06.02.2015
Bandinfo: CITIZEN X
Genre: Death Metal
Label: Wolfblood Production
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Lineup  |  Trackliste

CITIZEN X ist ein Side-Project diverser DARKSIDE- und DEMOLITION-Musiker und "SataNation" hat seine gedanklichen Wurzeln bereits in der Zeit nach 9/11. Also vor mehr als einer Dekade. Dieses Ereignis und andere weltpolitische Verfehlungen waren auch irgendwo die Initialzündung für dieses lose Konzeptwerk über Verschwörungstheorien und Orwellsche Paranoia.

Am ehesten sind die neun Tracks im rudimentären Death Metal anzusiedeln, wie ihn auch alte Haudegen wie ASPHYX, BENEDICTION oder DISMEMBER zelebrier(t)en. Garniert wird die Chose durch ein latentes MESHUGGAH-Feeling: Im Hintergrund scheint sich immer irgendwo Unheil zusammenzubrauen, die Stimmung kommt - dem Thema gemäß - durchwegs bedrohlich rüber und wird oft durch VOIVOD'sche Riffwiederholungen noch zusätzlich unterstrichen (etwa bei "United Servants Of The Antichrist", "Misantrophic Truth Messiah"). "SataNation" ist derb, rau und ursprünglich, Aha-Erlebnisse gibt es keine, was ohnehin Themenverfehlung wäre: Von CITIZEN X existieren nicht mal Bandfotos, was sollten sie da mit einem Welthit? Dann doch lieber anarchische Einflüsse mit der perfiden Mechanik progressiven Todesbleis verquicken, was dann ab und an sogar mal an MEATHOOK SEED erinnert.

Die DARKSIDE-Recken Wolfgang Süssenbeck und Peter Böhm vervollständigen sich hier durch Petr Saniga am Tieftöner und CRANIOTOMY-Schlagwerker Lukas Siska und insgesamt macht das Team seine Sache ordentlich und ohne nennenswerte Qualitäts-Schlenkerer. Einziges Manko ist die Tatsache, dass diese Platte auch vor 15 Jahren rauskommen hätten können. Natürlich versucht das Quartett, so zeitlos wie möglich zu klingen und Retro ist ja generell en-vogue. Aber hier besteht die Gefahr, dass sich die Sache inmitten all der anderen Neuveröffentlichungen schnell tothört. Die Qualität passt, das Aggressivitätslevel ist hoch und Todesmetall-Fetischisten, die insbesondere auf die noch halbwegs kreativen Früh-90er stehen, können hier getrost zugreifen.

Sollten CITIZEN X dann doch - wider Erwarten - nicht bei dieser einzigen Veröffentlichung bleiben, müssen sie sich für die nächste Scheibe schon ein bisserl was Opulenteres einfallen lassen. Einstweilen gibt's handwerklich einwandfreien, wenn auch streckenweise unspektakulären Lehrbuch-Death-Metal. Durchaus hörenswert: Das schrille "Disciples Of The Coin", das schleppend-groovige "Nailday Massacre" oder der furchterregende Höllenritt "We Come To Kill". Beim Titeltrack wandelt man dann sogar auf psychedelischen Spuren und es klingt, als würden APHRODITE'S CHILD mit HELLHAMMER fröhlich Party machen. Ach ja: Die WHITESNAKE-Coverversion "Child Of Babylon" hätte ich auf Anhieb nicht erkannt, was ja auch schon was wert ist. Holen könnt ihr euch das Teil übrigens ausschließlich als Download bei iTunes, Amazon, Spotify und allen anderen gängigen (sprich: legalen) Portalen!

Für alle, die es nicht mehr erwarten können:

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Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (06.03.2015)

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