STARQUAKE - Times That Matter

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VÖ: 29.05.2015
Bandinfo: STARQUAKE
Genre: Heavy Rock
Label: Pure Rock Records
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Lineup  |  Trackliste

Haben Sie sich heute schon eine Portion „Lucy In The Sky With Diamonds“ eingeworfen? Oder vielleicht schon eine Runde im Schnee gewendelt? Sich eine holländische Zigarette gegönnt? Sich am Tablettenschrank ihrer dank "Germanys Next Topmodel" psychisch labilen und magersüchtigen Tochter bei den abgelaufenen Aspirin in Kombination mit ein paar Uppers and Downers bedient? Nein, dann sollte der werte Leser dies erwägen, um das richtige Feeling für das nun Folgende zu bekommen. STARQUAKE nennt sich der Happen und was auch immer sich der für die musikalische Fahrt durchs farbenfroh glitzernde 1968er-Wonderland mit einem ordentlichen Schuss Heavy Metal verantwortliche Mikey Wenzel da für sinneserweiternde Substanze reinballert, das Revival der Hammond-Orgel und des psychodelischen Riffs grüßt uns so authentisch wie schon lange nicht mehr. JIMI HENDRIX wäre sicher stolz auf ihn… „Purple Haze all in my brain, lately things don't seem the same.“ Kurze Umfrage - Wie viele waren nach dieser Ankündigung schon vor Vorfreude bei einem kurzfristigen Woodstock-Revival im eigenen Vorgarten und sind jetzt schon dezent stoned?

Und nur um das klarzustellen, falls hier die Herren im Red-Bull-Outfit mitlesen, oder die Cyber-Crime-Defense des Österreichischen Innenministeriums (ja so etwas gibt es wirklich und besteht aus einem angelernten ex-Media-Markt-Mitarbeiter und einer gratis Lizenz des Avira-Antivirus), die Stormbringer-Redaktion unterstützt keinesfalls illegalen Drogenmissbrauch. Wir bedienen uns hier nur klischeehafter Bildsprache und diese ist zur Beschreibung von „Times That Matter“ mehr als notwendig. Gekonnt vermischt man den abgespacten Rock'n'Roll-Sound der 68er mit den Anfängen des Heavy Metal der 1970er und frühen 1980er. „Through the jungle by the river Styx…“, tönte es 1983 vom wegweisenden MANILLA ROAD-Meisterwerk „Crystal Logic“ und irgendwie fühlt man sich beim Opener „Scenes From A Revolution“ sofort an den Sound eines Mark „The Shark“ Shelton erinnert, wäre da nicht die omnipräsente Orgel, die so gekonnt in den Songstrukturen eingebaut wird, dass sich DEEP PURPLE mehr als geehrt fühlen dürfen hier als unüberhörbarer Einfluss Pate gestanden zu haben… „sweet child in time, you'll see the line, the line that's drawn between, good and bad!“

Die Linie die STARQUAKE ziehen ist mehr als deutlich und hier von Bad Music zu sprechen würde mehr als ungerecht sein. Nein, es würde an Blasphemie grenzen die Leidenschaft der hier werkenden Musiker nicht zu würdigen. Man ist sich zwar bewusst, dass es sich bei "Times That Matter" um Spartenmusik handelt, um Spartenmusik für Liebhaber und Kenner, aber diese wurde mit extrem viel Hingabe produziert, sodass man nicht darum herum kommt, jeden der elf Songs auf seine ganz eigene Art und Weise zu lieben. Keines der Stücke gleicht dem anderen und wenn wir zuerst von MANILLA ROAD und DEEP PURPLE sprachen - die Liste der zu entdeckenden Künstler die hier als Vorbilder fungieren würde den Umfang dieses Reviews sprengen. Okay, dass der Lead-Riff von „No More Hate“ eindeutig von IRON MAIDENs „Wasted Years“ geklaut wurde ist unüberhörbar, aber ansonsten sind die Hommagen wunderbar liebevoll verpackt. Großartiger Rock und Proto-Metal-Worship mit „Here I Go Again“ oder doch was für die Tränendrüse der Mädls mit „Whatever“? Ein 20-minütiges Medley durch alle essentiellen Stile der Generation Schlaghose und Mustache? Mit „Rise And Fall“ kein Problem!

Kritik gibt es dann natürlich auch am so makellos wirkenden „Times That Matter“. So greift man sich doch manchmal bei den Lyrics ordentlich auf den Kopf, aber das war früher eigentlich auch nicht besser und ist somit verschmerzbar. Das ziemlich abgespacte Cover von Fantasy-Ikone Rodney Matthews komplettiert dann das Gesamtbild des Longplayers. Ritter auf überdimensionierten geflügelten Pferd mit Geweih und Flugscheibe im Hintergrund, da hat wirklich jemand zu stark inhaliert. Würde sich aber als fettes Vinyl-Package bestimmt gut im Plattenregal machen. Man hofft also stark auf Pure Rock Records, bitte bringt das Teil auf Polyvinylchlorid (kann man übrigens auch inhalieren) raus!

Was darf man der werten Leserschaft empfehlen? Jeder, der ein Herz für die Anfänge des Heavy Metal hat, jene Zeit als man mit harten Rock noch schockieren konnte und all jene, die eh schon immer Fans von MANILLA ROAD und Konsorten waren, dürfen sich „Times That Matter“ bedenkenlos zulegen. Der Rest des metallischen Volkes wird sich wohl etwas schwer mit dem Zugang tun. Macht aber nichts, den STARQUAKE bedienen eine ganz bestimmte Zielgruppe und das dafür qualitativ hochwertig!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Laichster (23.05.2015)

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