Dew-Scented - Intermination

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VÖ: 12.06.2015
Bandinfo: DEW-SCENTED
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

DEW-SCENTED sind eine der verläßlichen Größen in der deutschen Metallandschaft. Seit über zwei Dekaden bläst das Quintett zum Thrash/Death-Alarm und überzeugte mit energiegeladenen Liveshows, zuletzt etwa live im Vorprogramm von DEATH ANGEL. Was bietet also der zehnte Studiodreher, „Intermination“? Ein einstimmendes Intro, ab dann geht die Post ab. Im Eilzugtempo werden dreizehn Hassbatzen (inklusive eines REPULSION-Covers) rausgebolzt. Mächtige Riffsalven verwüsten, Sänger Leif heiserkrächztschreitberserkert und eine zünftige Wall-Of-Sound wuchtet den Hörer auf dem zweiten Album in neuer Besetzung (das einzige verbliebene Urmitglied Leif Jensen hatte die komplette Mannschaft ausgetauscht) wahrlich weg. Hier wurde nicht nur in Bezug auf Produktion, sondern auch in Sachen spielerisches Können alles richtig gemacht.

Unter die brachialen Speed-Geschosse mischen sich fein gesetzte Breaks, thrashige Grooves, Gitarrensoli (etwa „Affect Gravity“) und auch ein behäbiger klingender Zerstörer („Living Lies“), ansonsten powert der Fünfer rücksichtslos wie routiniert durch das vor lauter Dynamik und Explosionskraft nur so strotzende Album. Leider manchmal auch in allem Übereifer ein wenig einem vorbei, auch wenn man inmitten allen Donners und Geballers auf Spielwitz setzt. Aber es kann schließlich nicht jeder Track die Einprägsamkeit von „On A Collision Course“, „Scars Of Creation“ oder „Demon Seed“ besitzen. Die Songwriting-Fraktion von DEW-SCENTED versteht es dennoch, Stücke wie etwa „Ruptured Perpetually“ über das brutale Riffing, die wuchtig donnernde Rhythmssektion sowie das auf Dauer wenig variantenreiche Organ von Sänger Leif hinauswachsen zu lassen, wie gut sich Abwechslung anhört, zeigt etwa der alles zerstörende Rausschmeißer „Reborn“ (mit Gastbeteiligung von EXHORDER/TROUBLE-Kyle!).

Die Deutschen/Holländer bestechen mit Geschwindigkeit, Durchschlagskraft, Kompromißlosigkeit und Präzision. Darüber hinaus überzeugt mich der Fünfer mit seiner beängstigenden Präsenz und Konstanz, nicht nur live, sondern auch am Veröffentlichungssektor. DEW-SCENTED fahren auch auf ihrem zehnten Album (natürlich in bester und langgeübter Bandtradition wieder mit dem Buchstaben „I“ beginnend) durchschlagskräftige und massiv nach vorne drückende Brachial-Brocken auf, die allerdings auf volle Albumlänge zum Teil ein wenig austauschbar sind. Dennoch ist "Intermination" eine fette Abrißbirne geworden, eine gelungene Fortsetzung des eingeschlagenen Wegs, welche die Qualitäten des Fünfers perfekt zur Schau stellt und amtlich scheppert, kracht und knallt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (10.06.2015)

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