Sinister - Dark Memorials

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VÖ: 26.06.2015
Bandinfo: SINISTER
Genre: Death Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Nach dem tollen "The Post-Apocalyptic Servant" mitsamt den MORBID ANGEL, PARADISE LOST und AGENT STEEL-Bonus-Coverversionen wühlen sich SINISTER nun wieder einmal durch die Metal-Historie. War die ebenfalls 2014 erschienene Single “The Unborn Dead“ mit den GROTESQUE und NOVEMBERS DOOM-Covers noch eher eine Spezialangelegenheiten, so lassen die Holländer auf dieser Compilation kein Must-Have der Hartwurstgeschichte aus, darunter ganz große Klassiker. Von KREATOR über CARCASS bis hin zu CARNAGE, REPULSION oder AUTOPSY-Nummern reicht die Bandbreite der Neuinterpretierung bekannter Tracks. Natürlich hätte man dem Tulpen-Abrißkommando weit mehr Experimentierfreude und Wagemut bei der Band-/Songauswahl zugetraut, in diesem Punkt versagen SINISTER. Denn mit den SEPULTURA, DEATH, SLAYER oder BOLT THROWER-Tracks kann eigentlich kaum eine Grunz-Härnter-Combo etwas falsch machen. Allerdings merkt man der Band die Verehrung und Hingabe bei der Neuinterpretation der Titel an, sodass jeder, der selbst ein Fan der Genannten ist, die Auswahl mehr als versteht, womit die Idee der kompromißlosen Legenden- und Heldenhuldigung zum 25jährigen Bandjubliäum jedenfalls nachvollziehbar ist.

Folgerichtig knallt das Coveralbum amtlich, ein fettes Gitarrenbrett bügelt alles nieder und Sänger Aad Kloosterwaard grunzgrowlt mit seiner ultratief gelegten Stimme alles wieder zurück in die Hölle. Dabei macht er allerdings keinen Unterschied, wenn es etwa gilt, Schwedendeath bzw. einen Matti Kärki (CARNAGE) oder einen Thrash Metal-Araya (SLAYER) zu interpretieren. Witzigerweise haben jüngst die deutschen Thrasher DEW-SCENTED ebenfalls „Radiation Sickness“ für ihr neues Album “Intermination“ gecovert. Der einzige Blick über den Thrash/Death Metal-Tellerrand erfolgt mit dem MERAUDER-Track "Master Killer", ansonsten bewegt man sich auf gewohntem Terrain, was diesfalls heißt, dass es bei der Neuinterpretation der Härtner-Klassiker musikalisch amtlich donnert und drückt, was „Dark Memorials“ zu einem Freudenfest für Genrefans macht.

Neben einem Intro packten SINISTER zudem mit „Spiritual Immolation“ und „Compulsory Resignation“ noch zwei neu eingespielte Titel vom 1992er Longplay-Debut „Cross The Styx" drauf, auf denen auch der ehemalige Gitarrist Ron van de Polder mitwirkte. Über die Gründe für diese Neuaufnahmen ist nichts bekannt. Abschließend kann das Urteil nur lauten: Aufgabe brav und mit viel Bumms erfüllt, dennoch gibt es Abzüge für den fehlenden Weitblick und die Inspirationslosigkeit beim Covern von zwar erstklassigen, aber bestens bekannten Metal-Krachern. Mit übermäßigem Ruhm bekleckert sich das Oranje-Kommando mit diesem Coveralbum nicht, dennoch müssen Fans und auch Freunde der Holländer hier zwangsläufig zugreifen, zu zwingend und gut sind die Titel auf der neuen Veröffentlichung der Hi-Quality-Deather umgesetzt.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (20.06.2015)

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