Grobschnitt - 79:10

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VÖ: 00.05.2015
Bandinfo: Grobschnitt
Genre: Krautrock
Label: Universal Music Austria
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Ein Begriff wie „legendär“ wird im allgemeinen recht inflationär verwendet. Nur relativ wenige Bands werden tatsächlich zu Legenden, eine von ihnen, die sich diesen Begriff zu Recht ans Revers heften darf ist die deutsche Band GROBSCHNITT. Die 1971 in Hagen von Eroc, Wildschwein, Baer und Lupo gegründete Band ging aus den Bands THE CREW und CHARING CROSS hervor, mit denen man sich im Umland von Hagen einen außerordentlich guten Ruf erspielen konnte.

Der Name der Band leitet sich von einer Kapelle von Veteranen aus dem ersten Weltkrieg ab, die mit ihren selbstgebastelten Instrumenten die „Kapelle Grobschnitt“ gründeten.
Ähnlich kurios und humorvoll agierte die Band auch in den nächsten Jahren, was sich zunächst in den an Theater-Aufführungen angelegten Auftritten der Band niederschlug, die schon mal gut an die vier Stunden gehen konnten. Dabei beschränkte man sich keinesfalls auf große Konzertsäle, so ziemlich jede Gelegenheit, selbst in den kleinsten Clubs und Jugendzentren, vorzugsweise auf dem Land, aufzutreten, nahm man wahr und erspielte sich so eine treu ergebene Anhängerschaft.

Die Musik von GROBSCHNITT, vor allem zu Beginn tief im Krautrock, Psychedelic und Progressive-Rock verankert, glänzte durch enorme Abwechslung und ausgefeilte Arrangements. Trotz eines gewissen Jam-Charakters in der Anfangszeit wie zum Beispiel in „Symphony“, das erste Stück des ersten Albums, waren es die großartigen Melodien und vor allem der unglaublich tolle Gesang von Sänger Wildschwein, die die Band außergewöhnlich machten. Dazu kamen die extrem humorvollen Texte, die, wie auch das Auftreten der Band, erstmal dafür sorgten, dass die damaligen Medien nicht so recht wussten, wie sie mit der Band umgehen sollten.

Songs mit einer Länge von mal eben zehn oder auch 33 Minuten trugen auch nicht dazu bei als radiokompatibel zu gelten. So wurde die Band erst ignoriert, bevor sich langsam aber sicher erste Erfolge und Auftritte in Funk und Fernsehen einstellten. Der Höhepunkt sollte 1981 mit dem Album „Illegal“ folgen. Ausgestattet mit kürzeren, radiokompatibleren Songs landete man mit dem Instrumental „Silent Movie“ sogar einen echten Hit. Ähnliches gelang auch mit dem Nachfolger „Illegal“.

Die beiden letzten Studioalben „Kinder & Narren“ und „Fantasten“ konnten an die Erfolge nicht mehr anknüpfen, zumal auch das Gründungsmitglied Eroc 1983 ausstieg. Auch die Texte wandelten sich damals in Richtung Gesellschaftskritik, wirkten aber stellenweise etwas ungelenk. Ein Detail am Rande: Eroc gründete zusammen mit Siggi Bemm das Woodhouse Studio in Hagen, in welchem in den folgenden Jahren auch zahlreiche Metal-Klassiker aufgenommen wurden.

1989 löste sich die Band nach der „Last Party Tour“ auf, nicht ohne noch ein Live-Album auf den Markt zu bringen. Bis zur Auflösung brachte die Band 14 Alben, darunter zehn Studio-und vier Live-Alben auf den Markt. Diese Alben werden nun in der unglaublich umfangreichen Box „79:10“ erneut veröffentlicht, ausgestattet mit üppigem Bonusmaterial und komplett remastered. Der Name der Box ist hierbei Programm, da es, dem Humor der Band entsprechend, jedes Album nun auf eine Spielzeit von 79:10 Minuten bringt. Die Box enthält außerdem noch ein 96 Seiten starkes Buch und einen von den Originalmitgliedern signierten Kunstdruck. Die Alben sind natürlich auch alle einzeln zu haben.

Der schiere Umfang des Bonusmaterials und der Liner-Notes mit vielen seltenen Bildern und Einblicken in die Bandgeschichte, übrigens auch in den einzelnen CD-Booklets und nicht nur in der Box, rechtfertigen schon den Kauf, die Kirsche ist aber die tolle Bearbeitung des Sounds. Gerade das erste Album klingt regelrecht heavy, die Synthesizer sind nicht von dieser Welt. Das Stück „The Excursion Of Father Smith“ vom Album „Jumbo“ sei als Anspieltipp genannt, zeigt es doch deutlich, wie überraschend modern der Klang ist, und was eine gute Produktion ausmacht.

Ein absolutes Muss für jeden Musikliebhaber!


DIE TRACKLISTEN:

Grobschnitt
Symphony
Travelling
Wonderful Music
Sun Trip - Am Ölberg (Mountain Of Olives)
Sun Trip - On The Way
Sun Trip - Battlefield
Sun Trip - New Era
Bonus:
About My Town (Live In Hagen 1971)
Another Symphony (Live In Gütersloh 1977)

Ballermann
Hello My Dear Friends
Sahara
Nickelodeon
Drummer´s Dream
Morning Song
Magic Train
Solar Music Part 1
Solar Music Part 2
Bonus:
Sahara (Alt. Version)

Jumbo
Jupp
The Excursion Of Father Smith
The Clown
Dream And Reality
Sunny Sunday´s Sunset
Auf Wiedersehen
Bonus:
Father Smith / Vater Schmidt (Live In Berlin 1981)
The Clown (Live In Gütersloh 1977)
Sunny Sunday´s Best (Live In Gütersloh 1977)
The A.F. Song Lünen (Live in Lünen 1977)
Snowflakes (Basic Version)

Jumbo Deutsch
Jupp
Vater Schmidt´s Wandertag
Der Clown
Traum Und Wirklichkeit
Sonntag´s Sonnabend
Auf Wiedersehen
Bonus:
Vater Schmidt (Live In Bielefeld 1977)
The Clown (Live In Lünen 1977)
Sunny Sunday´s Sunset (Live In Lünen 1977)
Sonnenflug
Der Ölberg, Wie Er Singt Und Lacht (Live In Rheine 1975)

Rockpommel´s Land
Ernie´s Reise
Severity Town
Anywhere
Rockpommel´s Land
Bonus:
Anywhere (Digital Remix 2014)
Rockpommel´s Land (Meditative Instrumental Mix)
Rockpommel´s Land Medley (Live In Appenweiler 1981)
Hallo Hamburg (Live In Hamburg 1977)
Eroc Tells... (Live In Hamburg 1977)
Ernie´s Reise (Live In Hamburg 1977)
Lupo Tells... (Live In Hamburg 1977)
Severity Town (Live In Hamburg 1977)
Eroc Tells... (Live In Hamburg 1977)
Rockpommel´s Land (Live In Hamburg 1977)
Lupo Tells... (Live In Essen 1979)
Anywhere (Live In Essen 1979)
Rockpommel´s Medley (Live In Bremen 1979)

Solar Music Live
Solar Music I (Live In Mülheim 1978)
Food Sicore (Live In Mülheim 1978)
Solar Music II (Live In Mülheim 1978)
Mühlheim Special (Live In Mülheim 1978)
Otto Pankrock (Live In Mülheim 1978)
Golden Mist (Live In Mülheim 1978)
Solar Music III (Live In Mülheim 1978)
Bonus:
The Missing 13 Minutes (Live In Mülheim 1978)
Vanishing Towards The East (Live In Mülheim 1978)
Suntrip (The Roots Of Solar Music)
Das Fährhaus-Lied (Live In Hamburg 1977)
Solar Fährhaus I (Live In Hamburg 1977)
Lupo´s Theme (Live In Hamburg 1977)
Solar Fährhaus II (Live In Hamburg 1977)
Fährhaus Special (Live In Hamburg 1977)
Solar Guitar Battle (Live In Hamburg 1977)
Eroc´s Fährhaus (Live In Hamburg 1977)
Wonderful Mist (Live In Hamburg 1977)
Solar Fährhaus III (Live In Hamburg 1977)
Solar Melody (Live In Hamburg 1977)
Heavenly Music

Merry-Go-Round
Come On People
Merry-Go-Round
A.C.Y.M.
Du Schaffst Das Nicht
Coke Train
May Day
Bonus:
Merry-Go-Round (Live In Zürich 1979)
Die Säule Der Nation (Live In Zürich 1979)
May Day (Live In Zürich 1979)
Come On People (Live In Kaunitz 1978)
Coke Train (Live In Wesel 1979)
Merry-Go-Round (Session Remix)

Volle Molle
Kleiner Häuptling Großer Bär (Live 1979)
Snowflakes (Live 1979)
A.C.Y.M. (Live 1979)
Wuppertal Punk (Live 1979)
Beifall (Live 1979)
Ein Traum Vom Wald (Live 1979)
Waldeslied (Live 1979) 2:42
Coke-Train-Show (Live 1979)
Rockpommel´s Land (Live 1979)
Bonus:
Solar Music Powerplay Köln (Live Cologne 1979)

Illegal
The Sniffer
Space Rider
Mary Green
Silent Movie
Joker
Illegal
Simple Dimple
Raintime
Bonus:
Silent Movie (Altern. Mix)
Joker (Altern. Mix)
Mary Green (Live In Berlin 1981)
The Sniffer (Live In Berlin 1981)
Du Schaffst Das Nicht (Live In Essen 1981)

Razzia
Wir Wollen Sterben
Remscheid
Razzia
Der Alte Freund
Schweine Im Weltall
Poona Express
Wir Wollen Leben
Bonus:
Live Intro (Tour 1981)
Razzia (Alt. Mix)
Wir Wollen Sterben (Extended Version)
Live Intro (Tour 1983)
Razzia (Live In Düsseldorf 1983)
Lupo´s Düsseldorfer Komplimente (Live In Düsseldorf 1983)
Poona Express (Live In Düsseldorf 1983)
Wir Wollen Leben (Live In Düsseldorf 1983)

Kinder + Narren
Kinder Und Narren
Paradox
Orakel
Geradeaus
Keine Angst
Ich Liebe Dich
Augenstern
Wie Der Wind
Die Kinder Ziehn Zum Strand
Könige Der Welt
Bonus:
Keine Angst (Altern. Version)
Wie Der Wind (Altern. Version)
Könige Der Welt (Altern. Version)
Paradox (Live In Erwitte 1984)
Orakel (Live In Erwitte 1984)
Die Kinder Ziehn Zum Strand (Live In Erwitte 1984)
Wie Der Wind (Altern. Mix)

Sonnentanz
Explosionen (Live In Saarbrücken 1985)
Polar Traum (Live In Saarbrücken 1985)
Sonnentanz (Live In Saarbrücken 1985)
Neonherz (Live In Saarbrücken 1985)
Wir Sind Die Sonne (Live In Saarbrücken 1985)
Uhrkampf (Live In Saarbrücken 1985)
Solar Energie (Live In Saarbrücken 1985)
Bonus:
Go For Love´86 (Live In Eschwege 1986)
Geradeaus (Live In Eschwege 1986)
Sonnentanz´86 (Live In Eschwege 1986)

Fantasten
Auf Dem Seil
Fantasten
Unser Himmel
Hallo Mama
Sous Le Tapis
Mein Leben
Mauerblume
Komm´ Und Tanz´
Film Im Kopf
Der Weg Nach Haus
Bonus:
Fantasten (Altern. Mix)
Hallo Mama (Altern. Mix)
Mein Leben (Altern. Mix)
Opening Eschwege (Live In Eschwege 1986)
Fantasten (Live In Eschwege 1986)
Wie Der Wind (Live In Eschwege 1986)
Hallo Mama (Live In Eschwege 1986)
Nie Wieder Monotonie (Live In Hagen 1985)

Last Party
Keine Angst (Live 1989)
Space Rider (Live 1989)
Razzia / Illegal (Live 1989)
Silent Movie (Live 1989)
Raintime (Live 1989)
Lupo´s Märchenstunde (Live 1989)
Wie Der Wind (Live 1989)
Mary Green (Live 1989)
Anywhere (Live 1989)
Simple Dimple (Live 1989)
Unglaublich (Live 1989)
Silent Movie (Part 2) (Live 1989)
Bonus:
Die 5 Wuppertaler (Live In Wuppertal 1988)
Go For Love ´89 (Live In Wuppertal 1988)
Unser Himmel (Live In Wuppertal 1988)
Komm Und Tanz (Live In Wuppertal 1988)
Ansage (Live In Hagen 1989)
Explosionen´89 (Live In Hagen 1989)
Polar Traum´89 (Live In Hagen 1989)
Sonnentanz´89 (Live In Hagen 1989)
Neonherz ´89 (Live In Hagen 1989)
Wir Sind Die Sonne´89 (Live In Hagen 1989)
Uhrkampf ´89 (Live In Hagen 1989)
Merlin´s Sonne (Live In Hagen 1989)
Solar Energie ´89 (Live In Hagen 1989)
Finale Last Party (Live In Hagen 1989)
Mary Green (Live In Hagen 1989)
Der Weg Nach Haus (Live In Hagen 1989)
Abschied (Live In Hagen 1989)



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Alex M. (25.07.2015)

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