U.D.O. - Navy Metal Night

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VÖ: 31.07.2015
Bandinfo: U.D.O.
Genre: Heavy Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

U.D.O. sind eine der Konstante der teutonischen Metalkunst und trotzen der tosenden See aus den Unwirtlichkeiten des (Musik-)Business mit Beständigkeit, Nachdruck und gezeigter Qualität seit Jahren wie ein Fels in der Brandung. Was liegt also näher, als das „Marinemusikkorps Nordsee“ „ins Boot“ zu holen und zumindest einen Extra-Törn gemeinsam zu unternehmen? So wird aus der „Heavy Metal Night“ flugs eine “Navy Metal Night”, die man gemeinsam mit dem Orchester im Februar 2014 in der Stadthalle Tuttlingen aufzog. Eingeleitet vom wohlbekannten Intro darf sich das Ensemble anfänglich bei „Das Boot“ noch weitgehend selber austoben, bevor eine neue Runde des mittlerweile dank METALLICA, RAGE, DEEP PURLE etc. bestens erprobten und etablierten Paartanzes „Heavy Metal & symphonische Klassik“ eingeläutet wird.

Und wie der Bandkenner bereits richtig vermutet, fügen sich die hymnischen Elemente der U.D.O.-Titel geschmeidig mit den Pauken- und Bläsertönen des Ensembles zusammen. Die stampfenden und tragenden Teile verleihen dem Konglomerat weitere Würde und Größe, auch wenn naturgemäß die Wucht und der Druck der Originale auf der Strecke bleiben muß. Dennoch wird nicht weichgespült, gerade bei einem Song wie „Animal Instinct“, „Faceless World“ oder „Heart Of Gold“ treten auch die Metal-Anteile (sägende Gitarren) und Bandtrademarks (Udo´s Kreissäge) in den Vordergrund. Es darf sich auch das Orchester (Grieg´s „In The Hall Of The Mountain King“) präsentieren und in den Vordergrund spielen, bevor wieder bekannte und beliebte U.D.O.-Titel in symphonischem Glanz erstrahlen dürfen. Dabei setzt man naturgemäß auf Songs, die einerseits für solche Experimente („Man And Machine“, „Days Of Hope And Glory“, „Stillness Of Time“ etc.) prädestiniert sind bzw. andererseits Balladen („Dancing With An Angel“, bei dem auch DORO Pesch zum Mikro greift).

Dazwischen trotzen geile und mächtige Songs wie „Independence Day“ oder „Future Land“ der Verweichlichung im „Klassik Meets Metal“-Reigen. Interessant auch die Swing-Version von „Cut Me Out“ oder die lässige Umsetzung von „Trainride In Russia“. Zum Abschluß gibt´s schließlich noch den Alt-Track „Animal House“ zu hören, der recht druckvoll und bombastisch umgesetzt wird. Ob man eine neuerliche Verquickung von Klassik und Metal nun gut heißt oder nicht, ist wie immer Geschmacksache. Ich finde das Experiment gelungen, wenn auch wenig originell. Dennoch ist dieses Dokument, das auch im Paket mit visueller Umsetzung (DVD/BluRay) erscheint, eine willkommene Abwechslung nach den letzten, guten Studioalben und der doch wachsenden Anzahl von Livedrehern in der Dirkschneider-Discographie.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (29.07.2015)

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