W.A.S.P. - Golgotha

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VÖ: 02.10.2015
Bandinfo: W.A.S.P.
Genre: Hard Rock
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Das heiß erwartete neue Album von Blackie Lawless erscheint über das österreichische Napalm-Label und sowohl Plattenfirma als auch der Meister selbst wissen um die hohen Erwartungen der immer noch zahlenmäßig starken Fanmeute. Nämlich packende Hits, möglichst im Stile der Klassiker, welche die Band in den glorreichen Achtzigern groß gemacht haben. Der Erfüllung dieser Mission kommt man gleich eingangs mit „Scream“ näher, das ein großartiger Opener im Stile von „Crazy“ (vom „Babylon"-Album) ist. Ein sehr gelungener Einstieg der Achtziger-Legende, deren Stern spätestens 2007 (“Dominator”) wieder zu steigen begann. Exemplarische Nummern wie „Mercy“ und „Heaven´s Hung In Black“ definierten den weiteren Erfolgsweg des Schwarzen. Ein ""Hit", Mörderballaden und eine mächtige Packung hochmelodischer Smasher voller Hochgefühle, Sehnsucht und ergreifender Melodien sollten den Fan fortan wieder erwarten…parademäßig exerziert auf der Neuen, schwermütig, ja biblisch, "Golgotha" betitelt. Das zum Mitsingen animierende und fast schon in poppige Gefilde abgleitende „Last Runaway“ folgt dem Opener und ist in seiner Achtziger-Melodic-Flockigkeit fast ein bißchen zu kitschig geraten. „Shotgun“ oder „Fallen Under“ präsentieren den knapp 60jährigen in ebenfalls überraschend guter Form. Der Tränendrüsendrücker „Miss You“ schlägt in die erwartete, wie gleichsam liebgewonnene Kerbe der großen Balladen aus dem Hause Lawless.

Die klassische W.A.S.P.-Hitrezeptur ließ auch schon der Vorgänger „Babylon“ (2009) aufblitzen, allerdings mußte sich dieser Dreher mit gleich zwei Coverversionen über die gesamte Distanz retten. Hier punktet „Golgotha“ auf voller Länge von 56 Minuten mit hochqualitativen Eigenkompositionen. Groß ist auch das ausladende „Slaves Of The New Order“ geraten, auf dem sich viele Trademarks der Band finden und das trotz seiner Länge (acht Minuten) äußerst knackig, kompakt und gelungen ist. Das getragene, sehr starke “Eyes Of My Maker” ist eine echte W.A.S.P.-Wohlfühlnummer, die das geschulte Fanohr ebenso wie „Hero Of The World“ begeistert. "Save The Best For Last"...das dachte sich auch Blackie und schritt mit dem Titeltrack am Ende noch zur Krönung dieses tollen Albums. Das eindringliche “Golgotha” bildet einen letzten akustischen Höhepunkt und schickt den Hörer noch auf eine akustische Gefühlsachterbahn, die mit Drama und Epik nicht spart und an große, durchdringende Momente von "The Crimson Idol" erinnert.

Alles beim (ganz) Alten also in Hollywood? Man durfte nach einer Wartezeit von rund sechs Jahren viel erwarten, wobei es dabei der Begriff "erhoffen" eher trifft. Blackie geht auf Album Nr. 15 auf Nummer sicher, Überraschungen gibt es keine, allerdings können die eingeschworenen Fans auf solche nur zu gern verzichten, zu tief sitzt etwa noch der „K.F.D.“-Schock in den Knochen und allzu großen Wagemut darf man von einem fast 60jährigen schließlich auch nicht mehr erwarten! Allerdings schafft es der Gesetzlose ohrenscheinlich noch immer mit links, Titel zu schreiben, von denen andere Combos nur träumen können. Blackie und seine mittlerweile erprobte Mannschaft Mike Duda und Doug Blair, welche dem Meister vor allem auch dynamische Bühnenpräsenz (Livereport vom BYH-Festival 2015) garantiert, haben einen brillianten, wenn auch berechenbaren Job erledigt. Blackie überzeugt mit einem Paket, das vor Qualität nur so strotzt und keinen wirklichen Langeweiler oder Durchhänger am Start hat!

Das neue, in der vorliegenden Güte nur erhoffbare Album ist vollgepackt mit schmissigen und eindringlichen Nummern voller Melodie, teils hohem Mitsing- und Erinnerungsfaktor wie auch den bandtypischen, berührenden Balladen und stellt als Gesamtpaket alles in den Schatten, was Mr. Lawless seit ewigen Zeiten veröffentlicht hat. Diese überzeugende Rezeptur funktioniert – gepaart mit den typischen Trademarks wie etwa Blackies einzigartigem Organ - seit Jahren bestens, noch viel mehr auf dem bärenstarken und fesselnden „Golgotha“!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (25.09.2015)

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