Dragony - Shadowplay

Artikel-Bild
VÖ: 25.09.2015
Bandinfo: DRAGONY
Genre: Power Metal
Label: Limb Music
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Der hauseigene Drachentöter (auch bekannt als Prinz Charming und L'Oreal-Testimonial) ruft zum Rapport und Stormbringer folgt nur zu gerne. Um dem Vorwurf der Befangenheit gleich einmal vorzubeugen, haben wir das Album dieses Mal gleich mehreren, auch genrefremden Stormbringer-Mitarbeitern vorgelegt, aus deren Meinungen sich die Wertung für die CD zusammensetzt. Natürlich haben wir auch alle Wertenden zu einer Wortspende genötigt (notfalls mit vorgehaltener Waffe) - das Resultat des redaktionsinternen Gangbangs auf DRAGONYs zweites Album "Shadowplay" könnt ihr euch im nun Folgenden zu Gemüte führen.

Als erstes wanderte "Shadowplay" nach Salzburg, wo sich der auf melodische Klänge spezialisierte Manfred der CD annahm:
"Die Wiener Formation rund um den charismatischen Sänger Siegfried Samer hat ein außergewöhnliches Gespür für schöne Melodien und intensive, fesselnde Arrangements. Dass bei Songs wie dem HEAVENLY-ähnlichen "Shadowrunners" oder "Babylon" Vergleiche mit EDGUY, FREEDOM CALL oder MEAT LOAF naheliegen, wird überdeutlich. Das Besondere an DRAGONY ist aber letztlich, dass ihr Werk trotz vielschichtiger Anleihen aus den diversen Metal-Lagern immer eine ungeheure Eigenständigkeit aufweist. Das Ergebnis ist ein wirklich kurzweiliges Album, das die Band von ihrer besten Seite zeigt. Egal wie man es dreht und wendet, mit "Shadowplay" kommt ein durchaus ernstzunehmendes und über weite Strecken wunderbar melodisches und theatralisches Symphonic-Metal-Album aus Österreich, welches auch international konkurrenzfähig ist."
- 4,5 Punkte

Gleich als nächstes fiel das Album in die Hände von Stefan Baumgartner, dessen musikalische Präferenzen gemeinhin eher im Bereich der von normalen Personen als "jungfrauenabschlachtend" zu bezeichnenden Klängen liegen....
"Wenn es sich um Drachen dreht, gibt es bei mir im Normalfall nur dann ein "Holladrio!", wenn selbige dem Hause Targaryen entsprungen sind und Khaleesi derweil ihre Brüste und/oder Hinterteil entblößt – Regenbögen pupsende Einhörner und die schuppigen Flatterwesen sind meine musikalische Sache kaum, ebenso wie das pornoröse Äquivalent, das Einklemmen der Testikel im Schraubstock.
Ausnahmen gibt es dann selten aber doch, und dies liegt hier zu allerletzt an der kollegialen Beziehung zu Goldlöckchen Siegfried Samer, die – Verzeihung: der! – mitsamt seinen fünf Bärlibären wirklich Famoses mit "Shadowplay" abliefert und schlichtweg an der überbordenden Qualität, die sogar Genrefremde nach Hameln (und schließlich von dort wieder aus den Stadtmauern hinaus) zu locken vermag. Angefangen bei einer Soloarbeit von internationalem Rang, die eindringlich über Hammer, Amboss und Steigbügel hinweg für die besten Ohrliwürmer seit den frühen GAMMA RAY und BLIND GUARDIAN verantwortlich zeichnet, über ein Songwriting von oberster Güte bis hin zu einer Stimme, die man derart intensiv wohl zuletzt vernahm, als Walther von der Vögelweide mit Inbrunst und Elan querbeet marschierte, machen sie "Shadowplay" zu einem diversen, sehr variablen, überaus starken orchestralen Epos, das sowohl im Wumms, aber überraschenderweise auch im Balladesken überzeugen kann.
Schließlich ist das Duett zwischen Siegfried und ZAK STEVENS ein ekstatisches Unterfangen, das allein von der Huldigung an den einzig wahren Giganten der Popkultur, DAVID HASSELHOFF mit "True Survivor", überboten wird – während mit "Dr. Agony" nicht nur wehmütige Erinnerungen an KISS heraufbeschworen werden, nein, man wird auch dazu verleitet, erneut und mit kindlichem Vergnügen in den halbgelungenen Namensspielereien von Thomas Brezina zu schwelgen. Unicorn Uber Alles, Herr Samer, ich will ein Kind von eana!"

- 4 Punkte

Sodann verfrachteten wir die CD per Expressboten nach Deutschland, um unseren Redakteur Sonata, ebenfalls ein Freund der melodisch-symphonischen Klänge, um seine Meinung zu bitten:
"Game Of Thrones" oder die "Dark Souls"-Reihe? Auf ihrem neuen Werk "Shadowplay" machen die Österreicher von DRAGONY vor nichts Halt und entführen uns in eine fantasievolle Welt voller Atmosphäre und viel Liebe zum Detail. Drei Jahre nach dem Debüt "Legends" sind die Jungs gereift und präsentieren uns ein episches Werk aus einem Guss, das seinen Vorgänger ganz alt aussehen lässt. Ob das stampfende "Kiln Of The First Flame" oder die Hymne für alle Einhörner da draußen, DRAGONY sind 2015 mehr als nur der Geheimtipp von nebenan! Anspieltipps: "Kiln Of The First Flame", "Unicorn Union" und "The Silent Sun""
- 4,5 Punkte

Um Porto zu sparen beließen wir "Shadowplay" gleich in Deutschland und nötigten bei der Gelegenheit auch noch dem stiloffenen Pascal Staub ein paar Zeilen ab:
"Wer hätte das gedacht? DRAGONYs "Shadowplay" kann mich trotz dessen, dass mir kitschiger, melodischer Power Metal bis auf wenige Ausnahmen seit Jahren nicht mehr sonderlich zusagt, größtenteils überzeugen. Die österreichische Kapelle findet eine gute Mischung aus verspielten Gitarrenläufen, epischen Chören und symphonischen Tastentönen, wobei der abschließende Longtrack "The Silent Sun" mitsamt Gastbeitrag von ZAK STEVENS definitiv das Highlight des Albums ist."
- 3,5 Punkte

Zurück nach Österreich, wurde mit vereinten Kräften und unter Zuhilfenahme von Waffengewalt Chefredakteur Reini (der die musikalische Offenbarung normalerweise in räudigem Sound im MOTÖRHEAD-Stil findet) zu einer kurzen Wortspende betreffend DRAGONY genötigt:
"Die einen könnten es zu Tode konstruiert, die anderen einfach gut durchdacht titulieren - Fakt ist, den internationalen Anspruch darf man den Wiener Power-Metallern von DRAGONY auf ihrer zweiten Full-Length nicht absprechen. Die Klischee-Bedienung – und zwar in jegliche nur erdenkliche Richtung – spielt hier ebenso eine gewichtige Rolle, wie das doch ausgefeilte und zudem hochprofessionelle Songwriting.
Dem Autor allerdings bleibt erneut die Erkenntnis, dass er Power Metal lediglich in homöopathischen Dosen verträgt, da hilft weder die "Unicorn Union" noch die Dauerbeschallung mit THE HOFFS "True Survivor"."

- 3 Punkte

Von einem leidenden Redakteur zurück zu den Freunden der sanften Klänge - auch Lady Cat hatte ein Ohr für "Shadowplay" übrig, und übermittelte der Redaktion folgende Zeilen zu dem Album:
"Lässt man heimische Metaller "Glory Metal" spielen, kann es schon mal passieren, dass der nordische Wolf dem "Knight Rider" ans Haxl pinkelt. Insofern bleibt zumindest bei der letzten Nummer (Hinweis: Video!) kein Drachenauge trocken. Zwischendurch singt der mittelalterliche Barde – ähm, natürlich der jugendliche Dragonslayer – von hübschen Maiden, die ums Feuer tanzen, Hexenmeistern und Einhörnern. Symphonischer Metal mit klasse Chören (ehemalige Sängerknaben vielleicht?), den man sich auf jeden Fall einmal anhören sollte."
- 4 Punkte

Um das Ganze noch ein wenig aufzulockern, ließen wir sodann unter der Führung von Daniel Laich auch noch 50 Tonnen todbringenden Panzerstahl aus Tirol anrollen - in Form des Panzerkampfwagen VI Typ B, genannt "Königstiger" - um ihn in gewohnter Manier des geeichten Todesmetallers über den neuen Streich von DRAGONY hinwegrollen zu lassen:
"Jedesmal wenn ein Porn-Star (oder jene, die es noch werden möchten) es sich besorgt, stirbt ein Baby-Einhorn und immer wenn DRAGONY aufspielen, gibt es wieder Hoffnung für die zuckerbunte Welt der Regenbogen-flatulierenden Fabelwesen und Ritter in goldener Rüstung. Prinzessinnen lassen sich mit "Shadowplay" auch zu Genüge flachlegen, wenn Prinz Charming, besser bekannt als Drachentöter Siegfried, sich durch Power-Hymnen und Balladen schnulzt und seine Angebetete heldenhaft errettet und zur bombastüberladenen Vermählung führt – schluck Kriemhild, du Drecksau! Das Konzept zieht sich quer durch "Shadowplay", eingängige Bardenmusik auf hohem Niveau, ausgefeilte Gitarrenarbeit, episch untermalender Chorus und BLIND GUARDIAN schicken Liebesgrüße aus Mittelerde. Zeitenweise stört man sich am etwas vorraussehbaren Songwriting, aber es weiß ja auch jeder, dass im Regenbogenland am Ende immer das Gute gewinnt. Beim brachiales Schlachtwerk bevorzugenden Panzerkommandanten, der Einhörner bestenfalls für Grillgut hält, wird "Shadowplay" wohl eher Pest und Cholera auslösen - für Freizeitritter, die noch immer mit dem Gummischwert durch den Wald laufen und untervögeltes Weibsvolk, das immer noch glaubt, der Prinz am weißen Pferd wird sie eines Tages in sein Schloss entführen, ist "Shadowplay" genau die richtige Kost!"
- 4 Punkte      

Nachdem die Klänge sogar das harte Herz des Todesmetallers erweichen konnten, fand die CD dank Antrieb aus dem Geschütz des Panzerkampfwagens noch einmal seinen Weg nach Deutschland, zu einem weiteren Vertreter der Zunft des melodischen Metals: Christian Wilsberg
"Einhornfraktion! Das ist bei uns Strombringern das interne Schlagwort für die Power-Metal-Anhänger. Dass unser "Dragonslayer" Sigi Samer nun ein Stück namens "Unicorn Union" auf der neuen DRAGONY präsentiert, ist daher kein Zufall, sondern Beweis für die im Power Metal heutzutage unerlässliche Selbstironie. Aber auch die anderen essenziellen Zutaten wie das konstant hohe Tempo, die ergreifenden Melodiebögen und die spannungsgeladenen Songstrukturen überzeugen! DRAGONY haben das Genre verstanden!"
- 4 Punkte

Und ganz zum Schluss durfte sich mit Anthalerero auch noch der Schreiberling, der den reviewtechnischen Wahnsinn erst angeleiert hatte, an dem Album austoben...
"'Shadowplay' ist keine verschämte Einhornflatulenz im Feenwald, sondern vielmehr vergleichbar mit einem breiten, selbstbewussten Rülpser des gleichnamigen Fabeltiers in der Kampfarena des symphonischen Schwermetalls. Ein äußerst gelungenes Album, bei dem sich Ohrwurm an Ohrwurm reiht und bei dem nicht einmal vor DAVID HASSELHOFFs "True Survivor" halt gemacht wird. Irgendwo zwischen BLIND GUARDIAN ("The Maiden's Cliff" könnte der "Bard's Song von DRAGONY werden!) und RHAPSODY ("Babylon") gelingt den Mannen um Frontbarde Sigi "Dragonslayer" Samer ein mitreißendes Album, das sich vor großen Namen nicht zu verstecken braucht. Mythische Chöre bei "Warlock", mitreißende Refrains bei "Wolves Of The North" und eine Hymne für alle Liebhaber von Fabelwesen wie "Unicorn Union" sorgen für beste Unterhaltung. Abgerundet wird das Ganze vom genialen Party-Ohrwurm "Dr. Agony", der wegen seines aus dem Kontext des Album fallenden, witzigen Ansatzes die Geister wahrscheinlich scheiden wird, sowie von einem großartigen Duett des Drachentöters mit ZAK STEVENS (SAVATAGE, CIRCLE II CIRCLE), dessen Epik mit zu den absoluten Highlights des Albums gehört. Einhornmetal vom Feinsten!"
- 4,5 Punkte

"Shadowplay" von DRAGONY erweckte, wie man lesen kann, ganz unterschiedliche Reaktionen bei den einzelnen Stormbringer-Redakteuren, aber dennoch wurde der CD durch die Bank eine hohe Qualität attestiert. Hervorgehoben wurde vielerorts das sehr gute Songwriting, sowie der hohe Entertainmentfaktor, der auch die Selbstironie nicht außer Acht lässt. Mit der zugrundeliegenden, exzellenten Produktion ergibt sich so ein konkurrenzfähiges Album, das sich nahtlos in die Riege hochqualitativer Veröffentlichungen bekannterer Bands einreihen kann. Zusammengefasst kann man somit sagen, dass "Shadowplay" sowohl bei Anhängern des Genres als auch bei stiloffenen Hörern auf fruchtbaren Boden fallen sollte. Und wer mitgerechnet hat, dürfte zum Schluss gekommen sein, dass "Shadowplay" somit mit glatten vier Punkten durch die redaktionsinterne Prüfung gekommen ist!

P.S.: Dass man bei aller Ernsthaftigkeit und Professionalität auch ein wenig Spaß haben kann, wollen wir euch mit diesem Review von DRAGONYs "Shadowplay" zeigen. Natürlich hat sich auch nicht jeder Redakteur in unserem anarchischen Haufen an die Vorgabe von 500 Zeichen gehalten, dennoch hat das Projekt allen Beteiligten Spaß gemacht. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Beitragenden für die Unterstützung bei diesem Projekt bedanken! Wir hoffen, dass wir euch einen adäquaten Einblick in die Qualitäten dieser CD geben und euch nebenbei vielleicht auch noch so manches Schmunzeln entlocken konnten. Sollte euch dieser Probelauf gefallen haben und wollt ihr in Zukunft mehr Reviews dieser Art sehen, dann teilt uns einfach eure Meinung mit - vielleicht vergehen wir uns dann im Rudel noch an weiteren CDs...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (18.09.2015)

WERBUNG: Deez Nuts – You Got Me Fucked Up
ANZEIGE
WERBUNG: ALCEST - Spiritual Instinct
ANZEIGE