Saxon - Battering Ram

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VÖ: 16.10.2015
Bandinfo: SAXON
Genre: Heavy Metal
Label: Silver Lining Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wo andere Rock-Dinosaurier gediegen auf ihre Pension hinarbeiten und die Konten lediglich mit Livescheiben und ähnlichen Sonderveröffentlichungen auffetten, denken die langgedienten SAXON ohrenscheinlich noch lange nicht an den eigentlich wohlverdienten Ruhestand. Allein vor den Bühnen vereinen die britischen Veteranen sowohl die Altherrentruppen als auch die Nachwuchsgarde, um das NWoBHM-Schlachtschiff abzufeiern und das Metal-Vermächtnis gebührend zu würdigen. Bediente "Heavy Metal Thunder (Bloodstock-Edition)" noch die "Klassiker" und "Live"-Gelüste der Fans, so steht nun mit "Battering Ram" ein neuer Longplayer in den Starlöchern, immerhin Studioalbum Nummer 21 in der bis 1979 zurückreichenden Veröffentlichungshistorie der UK-Metaller. Drummer Nigel Glockler hatte vor kurzem mit einem Gehirn-Aneurysma zu kämpfen, das ihn zwar zwischenzeitlich außer Gefecht setzte, allerdings zum Glück ohne weitere Folgen blieb. Jetzt war es allerdings an der Zeit, nach dem bärenstarken Vorgänger "Sacrifice" (2013) für Nachschub zu sorgen.

"Battering Ram" produzierte schon im Vorfeld als Videoversion erhöhten Speichelfluß bei den Crusadern und ließ erahnen, dass der SAXON-Eagle auch 2015 noch äußerst hoch kreist, von Landung keine Spur! Und genau wie auf dieser Nummer vereinen die erfahrenen Recken ihre Klasse und Reife mit jugendlich ungestümem Metal-Spirit auch auf dem restlichen Album. Ausdruck findet diese glorreiche und kraftvolle Kombination erdig-bodenständiger Authentizität und dem Können, dem Zeitgeist entsprechenden, druckvollen Metal zu schreiben, in den harten Gitarrenriffs und treibenden Nummern auf "Battering Ram". Kraftpakete wie "The Devil´s Footprints" und "Destroyer" begeistern mit Spielwitz und -freude und knackiger Gitarrenarbeit. Der "Rammbock"-Titel wurde wohl nicht ohne Grund gewählt, vergleichsweise kracht die Neue von SAXON in die heimische Stube. Neben den umgehend zündenden Songs sind wie immer die Vocals von Fronter Biff das Um- und Auf, der auch im Alter von 64 Jahren nichts anbrennen läßt!

"Hard And Fast" glänzt mit tollen Gitarrenharmonien, "Eye Of The Storm" sägt mächtig und schreitet (ebenso wie der Stakkato-Riffer "Queen Of Hearts") gemächlicher, während "Top Of The World" nach dem treibenden "Stand Your Ground" sehr melodisch, fast poppig klingt. Das ruhige "Kingdom Of The Cross" als Rausschmeißer reißt einen leider ebenso wenig vom Hocker wie zuvor "To The End". Zur Sprechstimme (HELL´s David Bower) bildet der wohl bewußt am Albumende platzierte Titel mit seinen Synthesizerklängen und der WW I-Thematik einen Kontrapunkt zum restlichen Power-Paket. Für Versöhnung sorgt der beschwingte Bonustrack "Three Sheets To The Wind". Das neue Album untermauert den Status der NWoBHM-Legenden, deren Stern ja zuletzt mit Beständigkeit und Konstanz stieg. Soundmäßig setzte man auf Bewährtes und leistete sich wieder Andy Sneap, der dieses Stück Edelmetall voller Achtziger-Zitate in zeitgemäßem Gewande mit sattem Sound ausstattete. SAXON sind ihr Geld auch im neuen Jahrtausend sowohl auf der Bühne als auch auf Tonträger absolut wert, hier wird schwermetallische und authentische Qualität von langgedienten und erfahrenen Meistern in Handarbeit hergestellt, Gütesigel "British Steel"!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (11.10.2015)

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