Adrenalize - Adrenalize

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VÖ: 00.10.2015
Bandinfo: Adrenalize
Genre: Hard Rock
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Mit ADRENALIZE schauen wir wieder einmal auf einen kurzen Sprung im deutschen Nachbarland vorbei, wo selbige Vierertruppe aus dem obersten Zipfel Bayerns an Halloween ihr selbstbetiteltes Debüt auf die Menschheit losgelassen hat. Falls euch der Bandname jetzt bekannt vorkommt, dann kennt ihr euch vermutlich im klassischen Rock-Bereich ein wenig aus - die Herren haben sich ihren Namen nämlich vom gleich betitelten DEF LEPPARD-Album ausgeborgt. Auf dem Cover kurz berockte, netzbestrumpfte und bestiefelte Damenbeine und eine Gitarre, sowie ein Verstärker - schon ist im Verein mit dem Bandnamen klar, wohin die Reise geht! Es wird natürlich dem 80er-lastigen Rock gefrönt, dass es eine Freude ist!

Dass die Anfänge von ADRENALIZE im Bereich Coversongs liegen merkt man noch hie und da, denn dreht sich das Scheibchen im Player, ertappt man sich sofort dabei die Rhythmen mitzutappen und fragt sich insgeheim, woher man das denn alles kennt? Vieles von den vier Musikern kann man stilistisch grob in die Ecke DEF LEPPARD stecken, aber auch Anleihen an WHITESNAKE kann man gelegentlich entdecken. Ein Händchen fürs Songwriting haben ADRENALIZE allemal, denn man ohrwurmt sich gepflegt über die Albumlänge und interpretiert den Flair der 80er auf moderne Weise. Musikalisch stark und auch gut produziert, gibt es wenig zu kritisieren.

Nach einem Intro im Radiostyle fängt man mit "Rock'n'Roll" gleich einmal recht beschwingt mit einem klassischen Rocksong an, ehe das ansonsten eher unspektakuläre "Breakout" mit schönen Gesangsharmonien punkten kann. Etwas aufs Gaspedal drückt man bei "Ship Of Fools", das mit starker Gitarrenarbeit und einem amtlichen Ohrwurmrefrain aufwartet - das steht den Vieren auch ziemlich gut zu Gesicht! In der Mitte des Albums lässt man dann das Tempo etwas heraus und liefert mit "Sirens Cry" einen starken, balladesken Titel mit sehr schönem Spannungsbogen, der den Opfern von Charlie Hebdo gewidmet ist. Mit seinen stampfenden Mid-Tempo-Parts entwickelt sich der Song schnell zu einem der Highlights auf "Adrenalize".

Jedes gute Rock-Album braucht natürlich auch eine Ballade - die liegt bei ADRENALIZE unter dem Titel "With You" vor. Da darf dann schon einmal ein wenig das gesangliche und musikalische Schmalz triefen - und dafür, dass Sänger und Gitarrist Andy wie die Jungfrau zum Kind zu seinem Sangesposten kam, macht er einen verdammt guten Job. Auch "Keep Holding On" und "Bitter Pill" (das Opening-Riff kommt doch seeehr bekannt vor...) schlagen in die klassische Rock-Kerbe, können aber insgesamt nicht so viel bleibenden Eindruck hinterlassen. Dafür gibt es bei "Hot Nights" noch einmal kräftigen Ohrwurmalarm - mit knackigem Refrain und starker Bridge ist hier im Verein mit der amtlichen Gitarrenarbeit ein weiterer Anspieltipp zu verorten.

Abschließend kann man ADRENALIZE durchwegs ein gutes Zeugnis ausstellen. Zwar erfinden sie das Rad nicht neu und man hat doch häufig das Gefühl, den einen oder anderen Part schon einmal gehört zu haben - aber dafür gibt es ein gelungenes Stückchen Hardrock im 80er-Stil auf die Lauscher, das Freunden des Genres viel Spaß bereiten sollte. Für den großen Wurf wird es wohl nicht reichen, aber trotzdem darf sich der geneigte Hörer von "Adrenalize" bestens unterhalten fühlen.

Anspieltipps: "Ship Of Fools", "Sirens Cry", "Hot Nights"



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (10.12.2015)

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