Last Days Of Eden - Ride The World

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VÖ: 27.11.2015
Bandinfo: LAST DAYS OF EDEN
Genre: Symphonic Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Und wieder geht ein neuer Stern am Symphonic Metal Horizont auf...oder? LAST DAYS OF EDEN gehören zu den zahlreichen Female Fronted Bands, die sich in den letzten Jahren unter's Volk gemischt haben und außer einer kleinen EP im Jahre 2014 haben die Spanier noch nichts weiter von sich hören lassen. Mit einem Deal bei Pride & Joy Music sollte sich dies aber nun schlagartig ändern, denn passend zur Winterzeit (das Artwork spricht Bände) veröffentlichen die fünf Jungs und das Mädel ihr Debütalbum "Ride The World". LAST DAYS OF EDEN gehören nicht zu jenen Bands, die mit großer Innovation aus der breiten Masse herausstechen wollen, im Gegenteil, sie adaptieren das, was quasi ein Synonym für den Erfolg ist: NIGHTWISH.

Der ganze Aufbau des Albums weist doch so EINIGE sehr krasse Parallelen zu den großen Genrekollegen auf, da sei nur "Bring Me The Night" zu nennen, was fast schon wie eine 1:1 Kopie von NIGHTWISH's "Cadence Of Her Last Breath" wirkt und teilweise noch ein bissl was aus "Sahara" verwurstet. Einzig und allein der Chorus grenzt sich hier ein wenig ab. Ansonsten sind sogar die kleinsten Details fast exakt gleich aufgebaut, was doch irgendwie erschreckend ist. Was war denn insbesondere bei den zwei vergangenen NIGHTWISH Platten extrem charakteristisch? Exakt, Flöten- und Dudelsackklänge. "Queen Of The North" setzt genau da an, weist aber zumindest von der Melodie her diesmal eine gewisse Eigenständigkeit auf. Ganz anders sieht's da bei "Land Of The Rain" aus, das quasi den kleinen Bruder von "I Want My Tears Back" verkörpern könnte. Abgeschossen wird der Vogel letztlich mit der Nummer "The Last Stand", die fast schon eine Art Best Of NIGHTWISH verkörpert...Während die Strophen an "Amaranth" erinnern, ist die Bridge dem "Bye Bye Beautiful" Chorus nachempfunden. Der Chorus selbst bewegt sich dann Richtung "Nemo". Witzige Randnotiz: Die Bridge wird vom Gitarristen gesungen, der -man möge mir ein schlechtes Hörvermögen unterstellen- versucht, EXAKT wie Marco Hietala zu klingen. Egal wo man hinschaut, die Parallelen sind nicht wegzulügen, sie werden einem sogar so krass vor Augen gehalten, als wolle man dem Hörer damit sagen "Hey guckt mal! Wir sind die besseren NIGHTWISH!".

Sind NIGHTWISH also ihren Posten an der Spitze des symphonischen Female Fronted Metal los? Mitnichten...Gerade im Songwriting liegen die Spanier noch meilenweit hinter den Finnen und wofür LAST DAYS OF EDEN letztendlich stehen, vermag ich durch ihr Debüt definitiv nicht auszumachen. Bei fast jeder Nummer werde ich unfreiwillig an NIGHTWISH erinnert und assoziiere einen Großteil der Platte mit Songs, die ich von den Finnen bereits schon mal in der Form gehört habe. Qualitativ machen die Spanier einen guten Job und würde es NIGHTWISH nicht geben, hätten wir hier einen ganz großen Fisch an Land gezogen, aber...hätte, wäre, könnte gibt es nicht. So fällt es mir im Endeffekt schwer, diese Platte zu bewerten, da dem Teil fast jegliche Eigenständigkeit abgeht. Klar, NIGHTWISH sind der größte Fisch im Haifischbecken und gewisse Parallelen werden immer und überall erkennbar sein, aber Vertreter wie EPICA, DELAIN oder auch DIABULUS IN MUSICA haben am Ende des Tages auch ihren ganz eigenen Platz in dieser Sparte gefunden. LAST DAYS OF EDEN sind da doch noch ziemlich grün hinter den Ohren und sollten zumindest bei mir mit ihrem nächsten Werk den Beweis antreten, dass auch sie ihren Platz irgendwo finden werden.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Sonata (14.12.2015)

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