REALMS OF ODORIC - Realms Of Odoric

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VÖ: 04.12.2015
Bandinfo: REALMS OF ODORIC
Genre: (nicht klassifizierbar)
Label: MDD
Lineup  |  Trackliste

Selten, dass so etwas in unserer Redaktion landet: ein Nicht-Metal-Album. Und das meine ich jetzt ernst. Auf dem vorliegenden Werk gibt es keine Gitarren, keinen Bass, keinen Sänger, keine Metal-Screams, nur orchestrale Töne, gelegentliche Chöre und hie und da ein paar Pauken, Trommeln und Piano.

Warum dann überhaupt darüber schreiben? Weil es ein ziemlich gutes Stück Musik ist und auf eine gewisse Art und Weise doch für den Metal-Fan geeignet, vor allem, wenn dieser ein Fantasy- und Film- oder Game-Freak ist, weil "Realms Of Odoric" ist im Endeffekt ein Fantasy-Soundtrack.

Die Köpfe, die hinter dem Projekt „Realms Of Odoric“ stehen, könnten wohl dem einen oder anderen bekannt sein. Das Zwei-Mann-Team besteht einerseits aus dem kreativen Kopf Kris Verwimp, der als Fantasy-Illustrator bekannt ist. Zum Beispiel hat er 1996 die Odoric-Geschichte „The Wall Of Doom“ visuell gestaltet und ist gelegentlich für das Artwork von Metal-Alben verantwortlich. Arkadius Antonik ist Musiker und war bisher für SUIDAKRA oder FALL OF CARTHAGE bekannt. Als großer Fan von Kinofilmen und Soundtracks lag ihm die Idee, einen eigenen Soundtrack zu kreieren, schon lange am Herzen. Die bisherigen Sound-Einsätze beschränkten sich auf Intros bei seinen Projekten und das war ihm viel zu wenig.

Als weitere Besonderheit ist anzumerken, dass „Realms Of Odoric“ nicht breit vertrieben werden wird, sondern nur über den mdd-shop.de des Labels und einigen ausgewählten Partnern bestellt werden kann. Warum? Weil das Werk nicht nur aus einer CD besteht, sondern es ist eine limitierte CD-Edition, die mit einem 28-seitigen A5-Artwork-Booklet geliefert wird. Also ein ganz besonderer Leckerbissen für Fantasy-/Comic-Fans.

Wie kann man „Realms Of Odoric“ nun beschreiben? Im Grunde ist es ein Soundtrack, wie man ihn von vielen Fantasy-Serien, Filmen oder auch Action-Games kennt. Das Songwriting für dieses Album bedeutet, orchestrale, zumeist düstere Musik mit gelegentlichen Marsch-Chorälen oder Engelsstimmen zu kombinieren und damit dem Hörer den Eindruck zu vermitteln, dass er sich einen Film über die griechischen Kriege oder Samurai-Kämpfe ansieht, oder ein vergleichbares Computer-Game spielt, oder ein Teil von "Game Of Thrones" durch die Lautsprecher tönt. Auf jeden Fall findet man sich beim Film wieder und da bei Fantasy und kriegerischen Handlungen.

Bei vielen Liedern wird ein großes Orchester eingesetzt, vor allem wenn man den Eindruck von Kämpfen und Schlachten bekommen soll. Dann liegt der Schwerpunkt bei Flöten, Dudelsack und düsteren Männer-Chören, welche bei mir den Eindruck einer langen Kolonne hinterlassen, die langsam aber stetig voranmarschiert. Die Streicher klingen nach ruhigem, kargem, traditionellem Dorfleben der Menschen in dieser Fantasy-Landschaft. Piano bedeutet großes Gefühl – Liebe oder Leiden oder Tod… das kann jeder für sich entscheiden.

Da fast rein instrumental aufgebaut, ist das Album perfekt geeignet für den ruhigen Abend, wo man den Ohren einmal Auszeit vom Metal und von kreischenden Gitarren geben will. Große Filmmusik ist bei zahlreichen Gelegenheiten einsetzbar, wo Metal nicht passt und gefällt zumeist auch den Fans der harten Musik. Bewerten möchte ich das Album nicht, da es nicht in das Umfeld von Stormbringer passt. Auf einer persönlichen Skala würde ich es jedoch sehr weit oben ansiedeln.

 



Ohne Bewertung
Autor: Lady Cat (28.12.2015)

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