Virial - Organic Universe

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VÖ: 31.10.2015
Bandinfo: Virial
Genre: Technical Death Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Dass Südtirol neben den oftmals geächteten FREI.WILD, UNANTASTBAR oder GRAVEWORM noch mehr aufzubieten hat, davon zeugt „Organic Universe“, das Debut der technischen Death Metaller VIRIAL. Der Kern der seit 2010 existenten Band aus Sterzing, die als Nebenprojekt der Black Metal-Combo NARGAL gestartet wurde, setzt sich aus den Wieser-Brüdern Christian und Thomas zusammen, die auf ihrem Longplay-Erstling ein fantastisches TechDeath-Gewitter auf den Zuschauer niederprasseln lassen. Könner an den Instrumenten sind die beiden, das dürfte wohl ein Schwerhöriger vernehmen, doch gelingt es den Wiesers, die Zuschauer nicht in kaum enden wollenden Kaskaden aus technischem Gefrickel und abgedrehten Soloeskapaden zu verlieren. Bevor die losgelösten Hörer gänzlich in die kalten und unendlichen Weiten des Universums zu entgleiten drohen (inhaltlich ist das Albumkonzept mit spacigem Inhalt und dazu passenden Songtiteln unterfüttert), werfen sie den ihnen rechtzeitig die rettende Leine zu und holen sie in sichere Gefilde zurück.

Der technische Death Metal, von Könnern für Kenner, orientiert sich an den Großen des Genres. Einschlägig vorbestrafte, äh, geeichte Fans werden umgehend die Einflüsse von Genre-Größen bzw. den Respekt der Wiesers vor Combos wie OBSCURA, THE FACELESS, DECREPIT BIRTH oder GOROD, aber auch die Vorliebe für BEHEMOTH erkennen. Das in grauen Urzeiten von Gründer-Combos (PESTILENCE - "Spheres", CYNIC, NOCTURNUS oder ATHEIST) postulierte Vermächtnis wird aufgegriffen und würdevoll in die Gegenwart transferiert. Dem Intro folgt das einprägsame „Doctrine Of Genesis“, daneben finden sich mit dem Titeltrack, "Continuity" oder dem mit breit rockenden Teilen aufwartenden "Calculated Genetic Selection" weitere Highlights auf diesem soundtechnisch druckvoll produzierten Album. Die Wiesers verstehen sich auf die Kreation komplexer Songstrukturen und Arrangements, die sich in der dichten Atmosphäre ausbreiten und festhängen. Doch trotz fein ersonnener Soundgeflechte und Melodien zelebrieren VIRIAL auch kompromißlose Härte und heftige Eruptionen voll zwingender Wucht. Vor allem der Closer „The Ultimate Fate“ marschiert noch einmal kräftig nach vorne und bleibt mit den Scream-Vocals im Gedächtnis.

VIRIAL präsentieren ihre komplexe Soundmelange aus Drum-Sperrfeuer, Gitarrengefrickel, verspielten Harmonien und tiefen Growls auf derart hohem Niveau, dass einem die Spucke weg bleibt. Die renommierte, bereits genannte internationale Konkurrenz ist immer in Griffweite, derartig hochklassig und professionell gehen die Gebrüder Wieser auf ihrem Debut zu Werke. Die Rhythmussektion auf dem Debutdreher ist von HIDEOUS DIVINITY geliehen, man darf hoffen, dass die Gebrüder Wieser alsbald fähige Mitstreiter finden, sodass ihr technisch-progressiver, aber dennoch melodischer O(h)rgasmus auch alsbald live aufgeführt werden kann. Alles Weitere gibt´s im INTERVIEW, das Sahnestück könnt ihr euch hier in voller Länge reinziehen:



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (31.01.2016)

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