Inglorious - Inglorious

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VÖ: 19.02.2016
Bandinfo: INGLORIOUS
Genre: Classic Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Im Jahre 2014 rotteten sich im UK fünf Musiker zusammen, die beschlossen hatten, eine Musikrichtung zu spielen, die der Zeit schon fast entwachsen schien. Dass Rock, wie er in den 70ern zelebriert wurde, allerdings keineswegs tot ist, beweisen INGLORIOUS mit dem Endergebnis, dem gleichnamigen Debütalbum „Inglorious“, indem sie dem stilweisenden Rock der damaligen Zeit neuen Elan und frischen Wind verpassen. Treibende Rhythmik, eingängiges Riffing und starke Soli aus der Gitarren-Sektion und nicht zuletzt die raue Rock-Röhre von Nathan James (der auch schon für TRANS SIBERIAN ORCHESTRA und ULI JON ROTH auf der Bühne stand) machen aus dem Sound eine perfekte Einheit. 

Die Authentizität des Sounds kommt wohl nicht von ungefähr: Das Quintett, zusammengewürfelt aus verschiedenen Teilen Großbritanniens (der Lead-Gitarrist Andreas Eriksson wurde zudem aus Schweden importiert), beteiligte sich gleichermaßen am Songwriting und an der Entwicklung des Sounds. Dadurch wirkt alles sehr stimmig und einheitlich. Es gibt keine Soli-Gefechte oder instrumental-vokale Machtkämpfe. Einfach nur schöner Hardrock mit eingängigen Melodien und Riffs und einem Sänger, der mit den Großen des Genres absolut mithalten kann.
 
Begonnen wird das Album mit „Until I Die“ und dem Sound einer Rock-Orgel im Stil von DEEP PURPLE und Co., die sofort klar macht, in welche Kerbe die Jungs zu schlagen gedenken. So wird man mit einer kraftvollen Hard Rock-Nummer im Midtempo-Bereich begrüßt, in welcher sich Sänger Nathan James schon einmal gesanglich ausgiebig vorstellt. Sollte man aber glauben, man hätte die Gangart von INGLORIOUS nun verstanden, wird man mit „Breakaway“ überrascht werden. Es wird noch einmal ordentlich Tempo zugelegt, der Song klingt leicht, mitreißend und ist das wohl schwungvollste Stück des Albums. „High Flying Gypsy“ gewinnt dann wieder an Kraft und Schwere. Trotz der harten Riffs und der ziehenden Gitarren-Soli kann der Song eine Affinität zu Bluesanteilen nicht verbergen. Mit „Holy Water“ wird man dann tatsächlich mit einem sehr bluesig-souligen Stück beglückt, das aber gerade im Refrain nichts an Power und Eingängigkeit missen lässt und sich mehr und mehr steigert und zuspitzt. Mit „Warning“ ist die Verschnaufpause dann auch vorbei, die ähnlich anheizt wie „Breakaway“. Etwas getragener, aber nicht weniger spannend wird es mit „Bleed for you“, ehe „Girl Got A Gun“ erneut mit Elementen des Blues spielt und „You´re Mine“ mit dem Opener „Until I Die“ mithalten kann. Mit dem Song „Inglorious“ wird eine ganze Bandbreite von spielerischen Möglichkeiten aufgefahren: Power-Hardrock, ein fast schon psychodelisch angehauchter Mittelteil, getragene Soli: kurz gesagt – ein würdiger Titelgeber! Die Ballade „Wake“ wird vollständig in klaren Vocals gesungen, ohne die Rauheiten in der Stimme zu bedienen. Und spätestens nun wird klar, wie groß der Erkennungswert der Power-Stimme von Nathan Jones ist und wie wichtig für den Sound von Inglorious, klingt die Ballade nun doch fast schon wie viele andere, die Stimme fast austauschbar. Kluger Schachzug also, das Album mit „Unaware“ abzuschließen, in dem auch wieder ganz viel INGLORIOUS drin ist.

Mit „Inglorious“ hat die gleichnamige Band nun ein Debüt unters Volk geworfen, dem ich, genauso wie der Band selbst, eine große Zukunft wünsche. Sie ziehen den Sound der 70er in die heutige Zeit, verpassen ihm frischen Wind und klingen dabei keineswegs, als wären sie ein billiger Abklatsch von großen Bands oder würden Stilbruch begehen. So kraftvoll, fetzig und treibend das Album ist, wird es wohl niemanden geben, der bei diesen Klängen stillhalten kann.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (05.03.2016)

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