AL-NAMROOD & DARKESTRAH - Tajer Al Punqia / Akyr Zaman - Split EP

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VÖ: 25.03.2016
Bandinfo: DARKESTRAH
Genre: Black Metal
Label: Shaytan Productions
Lineup  |  Trackliste

Die drei Songs umfassende, exotische Split-EP (21 Minuten Spielzeit) wird durch den Zwölfminuten-Epos "Akyr Zaman" von DARKESTRAH eröffnet. Ursprünglich aus der kirgisischen Hauptstadt Bischkek stammend, sind die Jungs über die glorreiche Seidenstraße in das etwas weniger exotische Leipzig gezogen. DARKESTRAHs Sound ist durch die Übersiedelung aber glücklicherweise nicht germanisiert worden, er ist vielmehr erfrischend anders geblieben (Anmerkung: germanisiert ist keinesfalls abwertend zu verstehen. Hochklassigen deutschen Black und Folk Metal gibt es einfach schon in Hülle und Fülle und es ist immer schade, wenn Bands exotischer Herkunft ihre Wurzeln in ihrem Sound nicht durchscheinen lassen). "Akyr Zaman" klingt jedenfalls episch, exotisch und geheimnisvoll. Ähnlich gut wie MELECHESH vermögen es DARKESTRAH, mystische Bilder aus ihrer so fremden Heimat in uns zu wecken. Während man mit Folk / Pagan mittlerweile dank etlicher Mittel- und Unterklasse-Bands automatisch nerviges und seelenloses Gedudel assoziiert, stellen die kirgisischen Klänge eine hervorragende Symbiose aus europäischem Black Metal und authentisch folkigen, mutmaßlich kirgisischen Einflüssen dar.

Song Zwei und Drei ("Tajer Al Punqia I + II") werden von den Saudis AL-NAMROOD beigesteuert. So eigenständig und originell sie auch klingen mögen, jemand, der die Bezeichnung Sänger wirklich verdient, fehlt an allen Ecken und Enden. Weder wirklich geshoutet, noch wirklich gesungen, sind die Vocals weder Fisch noch Fleisch – dies ist jetzt freundlich ausgedrückt. Die Riffs haben Potential, können dieses aber absolut nicht entfalten, als Black Metal würde ich den Sound ebenfalls nicht zwingend bezeichnen. Man muss AL-NAMROOD jedoch zugutehalten, dass sie ähnlich wie einst die irakischen ACRASSICAUDA über Jahre konsequent unter teils lebensgefährlichen Bedingungen ihre Musik weiterentwickeln und sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Es gehören mächtig viel Eier dazu, anti-islamische Inhalte in Form westlicher Kunst, d.h. Metal (das logische Gegenstück zum europäischen anti-christlichen Metal), in einem Land wie Saudi-Arabien zu verbreiten. Live-Konzerte konnten die Jungs meines Wissens noch nie geben, denn wenn in Europa der Worst-Case ein eigentlich lächerlicher behördlicher Konzertabbruch ist, so erwartet AL NAMRROD in der Wüste die Steinigung. Black Metal-typische Pseudonyme machen da ja wirklich mal Sinn!

Captain’s Fazit:
Interessant für Freunde des exotischen Undergrounds.



Ohne Bewertung
Autor: Captain Critical (25.03.2016)

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