LEE AARON - Fire and Gasoline

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VÖ: 25.03.2016
Bandinfo: LEE AARON
Genre: Hard Rock
Label: Big Sister Records / ILS / Caroline
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Lineup  |  Trackliste

Leser aus meiner Generation werden beim Namen LEE AARON aufhorchen und sagen: “Was? Lee Aaron? Die gibt’s noch? Die war geil, Mann! Ist die noch aktiv?“

Für Leser, die die 80er nicht mitbekommen haben, möchte ich kurz aus den Unterlagen zitieren, die ich bekommen habe. Dieser kurze Absatz bringt es nämlich auf den Punkt: „Lee Aaron, die kanadische Multi-Platin Rockröhre veröffentlichte 1984 das Kult-Album "Metal Queen" und feierte damit weltweit Riesenerfolge. Mit ihren bisher zwölf Alben legte sie eine lange Reise vom Pop Metal und Experimental Rock bis hin zum Jazz zurück.“

Über zehn Jahre liegen zwischen ihrem letzten Studioalbum und dem neuen „Fire and Gasoline“. Die „Metal Queen“ besann sich wieder auf die gute alte Zeit und ging „back to the roots.“ Das neue Werk ist weder poppig noch jazzig, und schon gar nicht leise, sondern gewaltig und laut. „Fire and Gasoline“ ist ein richtig gutes Rockalbum mit klassischem Rock bzw. Hard Rock, einem ordentlichen Anteil Kuschelrock sowie einem Schuß Bluesrock. Ich hätte ihr dieses kräftige Lebenszeichen nach den vielen Jahren bzw. letzten Studioalben gar nicht mehr zugetraut, aber man kann sich auch irren, und ich bin froh darüber.

Das Album hat alles, was man von Lee erwartet, und wofür sie steht: Einerseits Lebenslust, die mit toller Rockmusik zelebriert wird, andererseits Reife und Emotion, die sowohl über Lyrics und Tonlage als auch durch die musikalische Umsetzung veranschaulicht werden.

Zu den fetzigen Songs gehören zum Beispiel der Opener „Tomboy“, „Wanna Be“ oder „Bad Boyfriend“. Diese Stücke sind mit Hooklines gespickt, die einen nicht los lassen, dazu gibt es Ohrwurm-Chorus, mitreißende Rhythmen, die in die Beine fahren, und lässig gesungene Lyrics.

„Bittersweet“ mit den nachdenklichen Vocals und der schönen Melodie ist ein bluesiges Teil, das auf jeden Fall auch seine Freunde finden wird, genauso wie „50 Miles“. Der groovige Sound sowie der lässige Bass/Schlagzeug-Rhythmus faszinieren mich ungemein und Lees Stimme zeigt bei diesem Song wahrlich Soul.

Neben diesen für die Rock-Lady typischen Krachern gibt es aber auch einige Lieder, die in der Kuschelrock-Ecke angesiedelt sind. Das sind jetzt nicht unbedingt reine Love-Songs, sondern einfach sehr gefühlvolle, teils nachdenkliche, teils traurige, teils tiefschürfende Lieder, die mal zum Kuscheln verleiten, dann nach einer Schulter zum Anlehnen verlangen oder einfach nur zum Nachdenken anregen. Dazu gehören das einfühlsame „Heart Fix“, das traurig-nachdenkliche „Nothing Says Everything“, und die beiden Love-Songs „If You Don’t Love Me“ und „Find The Love“, die einfach unter die Haut gehen, egal ob sie nun voller Herzschmerz sind oder schmachtend und hingebungsvoll und im Endeffekt doch auch bestimmend.

„Fire and Gasoline“ ist ein Album, das viele Stückerl spielt und LEE AARON hat fast nichts von ihrer ehemaligen Power verloren. Natürlich klingt sie nicht mehr wie damals, die Stimme ist reifer und ausdrucksstärker geworden, ihr Songwriting wohl überlegt und intensiv. Insgesamt gewinnt sie dadurch sogar und schafft ein Album, das man gerne wieder anhört. Und wenn ich dann noch lese, dass sie vorhat, das neue Werk auch live an die Frau bzw. den Mann zu bringen, weiß ich, was ich tun werde, wenn sie in meine Nähe kommt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (29.03.2016)

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