FJOERGYN - Terra Satanica

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VÖ: 09.04.2016
Bandinfo: FJOERGYN
Genre: Metal
Label: Trollzorn / SMP Records
Lineup  |  Trackliste

Im Jahre 2013 haben sich die deutschen Avantgarde-Metaller FJOERGYN mit "Monument Ende" aus einer Schlinge befreit, die nach dem enorm schwachen "Jahreszeiten" drohte, sich immer weiter zuzuziehen. Durch das Betreten neuer musikalischer Territorien konnte man sich wieder viel freier entfalten und entzog sich damit dem Vorwurf des leidenschaftslosen Ideenrecyclings. Nun haben wir auf der neuen EP "Terra Satanica" eine Band vor uns, die mit Ivo Raab seit 2014 einen neuen Sänger an der Front hat, der in jederlei Hinsicht gut zur Band passt und Songwriter Stephan L. entlasten soll. Funktioniert das? Können FJOERGYN an den mittlerweile schon wieder drei Jahre alten Longplayer anknüpfen?

Mitnichten. Noch bevor wir aber zum eigentlichen Songmaterial kommen, muss erstmal die richtig üble Produktion erwähnt werden, die indifferenziert bzw. stark komprimiert klingt, dabei den Gesang und das Effektwerk viel zu sehr in den Vordergrund abgemischt zeigt und schon zu Beginn einen mehr als nur faden Beigeschmack hinterlässt, der von den insgesamt vier Stücken nicht gerettet werden kann.

Und das nicht nur, weil das schlechte Soundgewand einen dermaßen destruktiven Eindruck hinterlässt, sondern auch deshalb, weil "Terra Satanica", der Titeltrack, und das ruhiger gelagerte "ISON14" beispielsweise einfach arg aufgesetzt erscheinen, was bei der noch weiter gesponneneren Sozialkritik anfängt und beim totalen Pomp-Overkill (Wahnsinn, wie verwaschen das aus der Anlage dröhnt) in beiden Songs aufhört. Vernimmt man nämlich ansatzweise gute Phasen wie das über weite Strecken ansprechende Riffwerk, wird es leider nur allzu schnell von orchestralen Einspielern und übertriebenen Chören zerstampft, die an der ein oder anderen Stelle nicht nur durch die Produktion extrem deplatziert zu Tage treten. Daran kann auch die richtig gute Coverinterpretation des George David Weiss / Bob Thiele Klassikers "What A Wonderful World" nicht viel rütteln, die mit der sogenannten Quiet World Version von "Ernte Im Herbst" einen halbgaren Partner an die Hand bekommt, der mehr als DORNENREICH B-Saite als als vollwertiger FJOERGYN-Song durchgehen würde.

Bleibt zu hoffen, dass der anstehende Longplayer von überzeugenderer Qualität sein wird. Der Appetizer "Terra Satanica" ist jedenfalls in vielerlei Hinsicht völlig misslungen und zeichnet ein viel zu übermotiviertes FJOERGYN, das sich aus all seiner zum Großteil berechtigt-wütenden Sozialkritik heraus häufig in übertriebenen Schaum-vor-dem-Mund-Kompositionen verirrt, die von der suboptimalen Produktion (gelinde gesagt) zusätzlich belastet werden und nur selten einen gewissen Faden erahnen lassen.



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (13.04.2016)

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