SOULBOUND - Myllennium

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VÖ: 19.02.2016
Bandinfo: SOULBOUND
Genre: Rock
Label: Timezone Records
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Lineup  |  Trackliste

Bielefeld! Ja, diese Stadt gibt es wirklich, auch wenn das viele bezweifeln. Ich selber bin schon durchgefahren, jawohl, und nun gibt es einen weiteren Beweis, dass diese Stadt ihr kleines rotes Fähnchen auf der Landkarte verdient hat – musikalisch wenigstens: SOULBOUND.

Mit ihrem zweiten Album "Myllenium" (eine Verschmelzung von "My" und "Millenium", für die, die sich gerade fragen…) präsentieren sie uns gut vierzig Minuten lang bestens produzierten Alternative Metal. Schon das Vorspiel, das Prelude lässt erahnen, was für eine Lawine an gewaltigen Gitarrensounds, knackigen Drums und prägnanten Vocals einen mitreißen wird. Johnny Stecker überzeugt durchwegs mit seiner rauen Stimme, die zwischen Growling und klarem Gesang alterniert, aber auch sanftere Töne anschlagen kann, wie zum Beispiel bei "One Million Scars". Aber im Großen und Ganzen faucht sich unser Johnny lieber durch die Tracks. Steht ihm auch besser. Die Arrangements sind clever und abwechslungsreich. "Words" überzeugt anfangs schon durch Drama und Mitgröhl-Chorus. Spätestens bei "Welcome To The Dawn" kann man weder Kopf noch Füße stillhalten. Mitreißende Drums und gutturale Gitarren gepaart mit gesellschaftskritischen Lyrics setzen den Ton, der sich wie ein roter Faden durchs ganze Album zieht. Zudem sorgen eingängige und melodische Refrains dafür, dass die Tracks nicht in ein Ohr rein und aus dem anderen wieder raus gehen. Das großartige "Heart To The Sky" kommt wie ein Dampfschiff aus dem Nebel und hat Hymnen-Charakter. Nach dem schon erwähnten "One Million Scars", der obligatorischen ruhigen Nummer, geht’s auch schon im Laufschritt weiter. "Neverland", "Zero One" und "Forever Is Never Done" reichen sich die Hand; alle ähnlich und doch irgendwie anders. Man muss sich reinhören, um die Nuancen und Details schätzen zu wissen. "Rising Sun" setzt einen weiteren akustischen Stopp und lädt zum Innehalten ein – inhaltlich und musikalisch. "Overcome" und "Wake Up Call" sind meiner Meinung nach die eher schwächeren Tracks auf "Myllenium", aber gottseidank beschert uns der Titelsong einen mächtig epischen Abschluss zu diesem Album.

Bielefeld hin oder her, SOULBOUND sind auf jeden Fall ein Grund, sich die Stadt musikalisch doch mal näher anzusehen. "Myllenium" ist nichts, das man sich mal eben schnell anhört, um sich ein Urteil zu bilden. Im Englischen würde man dazu "It’s a grower!" sagen. Das braucht halt ein bisschen, um seine Größe zu entfalten. Auf jeden Fall empfehlenswert für Fans des (Alternative) Metal.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (20.04.2016)

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