This Ending - Garden Of Death

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VÖ: 22.04.2016
Bandinfo: This Ending
Genre: Death Metal
Label: Apostasy Records
Lineup  |  Trackliste

Würde ich sagen, ich sei von Fredrik Anderssons Ausstieg bei AMON AMARTH ein bisschen überrascht gewesen, wäre das eine enorme Untertreibung, denn der Drummer war seit "The Avenger" maßgeblich am Aufstieg und Erfolg einer der angesehensten Schweden-Exporte beteiligt und galt über Jahre hinweg schlicht als unersetzbar, weil er einerseits ein hohes technisches Niveau besitzt, andererseits aber auch songdienlich wie kaum ein anderer spielen kann. Wer sich mit dem Herrn aber etwas beschäftigt hat, weiß, dass er 2005 auch beim Melodeath-Ensemble THE PLAGUE anheuerte, das nur ein Jahr später THIS ENDING heißen sollte und bis heute zwei vollwertige Alben namens "Inside The Machine" und "Dead Harvest" unter's Volk gebracht hat, die mit "Garden Of Death" jüngst endlich einen Nachfolger in der Diskografie erhalten haben.

Ob sich der Schlagwerker vermehrt auf ebenjene Tätigkeit konzentrieren wollte und deshalb bei den Wikingern ausgestiegen ist oder ob es komplett andere Gründe hatte, lasse ich aufgrund mangelnder Informationen diesbezüglich einfach mal offen. Fakt ist hingegen, dass THIS ENDING nach sieben Jahren in nahezu unveränderter Formation (lediglich Basser Jesper Löfgren wurde 2014 durch Linus Pettersson ersetzt) mit neuem Stahl zurückkehren, dem der nordisch-melodische Death Metal in seiner Reinkultur innewohnt. Kein Klargesang, keine Breakdowns, keine Plastikproduktion. Als wären sie nie fort gewesen, erkennt man die Fünf im thrashigen Opener "Torrent Of Souls" sofort wieder und weiß spätestens nach den ersten gestreuten Harmonien auch, warum man sie desöfteren vermisst hat.

Von diesem Weg weichen THIS ENDING infolgedessen auch nicht ab, sondern entfachen beispielsweise in "Blackened Shrine", "World Of Nightmares" und dem famosen Titeltrack lieber einen großen Melodiebogen nach dem anderen und erinnern an die längst versiegten Hochzeiten der Göteborger Schule. Dabei entsteht überdies auch eine dem lyrischen Vorgehen und dem von Killustrations erstellten Coverartwork entsprechende, düstere Atmosphäre, die dem erdig produzierten Album eine weitere, positiv zu erwähnende Facette hinzufügen und einen willkommenen Kontrast darstellen, wenn man wie in "Victims" oder "Boundaries Of Hell" kompromisslos nach vorne prescht und sich für einige Minuten nicht in weitläufigen Melodien vertieft.

Sieht man von dem qualitativ nicht ganz so bestechenden "Dark Samaritan" und dem erst in der zweiten Hälfte überzeugenden "Vultures" ab, sind THIS ENDING aber auch 2016 wieder ein echter Geheimtipp für Fans schwedischen Melodic Deaths. "Garden Of Death" rechtfertigt den großen Zeitsprung mit einprägsamen Melodien, einem guten Schuss Thrash, dem mal wieder bestens aufgelegten Mårten Hansen am Mikrofon und der transparenten Produktion, die allen Instrumenten viel Raum zugesteht. Dass man dabei kaum Neuland erforscht, ist in Anbetracht der größtenteils schwächelnden bzw. andernorts nach Inspiration suchenden Altmeister in etwa so relevant wie das ohne Fremdeinwirkung entstandene Umfallen des allseits beliebten chinesischen Getreidekorn-Behältnisses.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (28.04.2016)

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