Wild Rose - 4

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VÖ: 06.05.2016
Bandinfo: Wild Rose
Genre: AOR
Label: Lions Pride Music
Lineup  |  Trackliste

Ich verfolge die Karriere der griechischen Melodic Rockband WILD ROSE schon seit einigen Jahren und kann behaupten, ihre Musik hat mich nie enttäuscht. Bereits 2004 gründete Gitarrist Andy Rock die Band und erreichte in seiner Heimat durch zahlreiche Clubkonzerte bald einen gewissen Bekanntheitsgrad. Wegen der häufigen Besetzungswechsel erschien erst 2011 das formidable Debut „Half Past Midnight“, das immerhin die Auszeichnung Best Debut Release / Newcomer of 2011 bei Heavy Paradise erreichte. Kurz darauf wurde Sänger George Bitzios durch den Engländer David A. Saylor (Ex-PUSH UK) ersetzt. Auch das Label wurde gewechselt und das folgende Album „Dangerous“ (2013) fand in Insiderkreisen überaus Gefallen und verzeichnete schöne Chart-Erfolge in Europa und Japan. Obwohl AOR Heaven schon nach einem halben Jahr das Schild „Sold Out“ für das Album raushängen konnte, heuerten WILD ROSE im folgendem Jahr bei AOR Boulevard Records an. Auch Album Nummer drei „Hit’N’Run“ konnte die Qualität halten und erhielt großartige Resonanzen, trotzdem drehte sich wieder das Wechselkarussell: David A. Saylor kündigte und es kam zur Wiedervereinigung mit den Brüdern George und John Bitzios, sodass bereits im April 2015 mit dem neuen alten Line-up das Schreiben neuer Songs begonnen wurde.

Die vierte Scheibe innerhalb von nur sechs Jahren heißt praktischerweise „4“ und setzt konsequent den eingeschlagenen Weg fort: AOR in seiner reinsten und besten Form: Wunderschöne Melodien und Refrains, die sich richtig in die Gehörgänge einbrennen, ohne langweilig oder abgelutscht zu wirken. Überraschende Hooklines, prächtige Soli, dezente Keyboarduntermalung und der genretypische Gesang, solistisch oder im Chor (meist mit ihrem umtriebigen Manager Chris Siloma), alles mit einer unglaublichen Spielfreude dargebracht. Die Songtitel und Texte lassen wieder kein Klischee aus - macht nichts, solange den beiden Songwritern Andy Rock und Dirty Haris nicht die musikalischen Ideen ausgehen.

In bester 80er Jahre Manier wird das Album mit dem straighten Rocker „Desperate Heart“ eröffnet, ein potentieller Hit und bereits als Single veröffentlicht. „Love Can’t Change You“ und „Summer Girl“ sind ebenso flott mit wunderschönem, harmonischem Gesang. Auch die folgenden Songs sind im selben Tempo angesiedelt, doch keine Angst, es wird nicht langweilig, denn jeder Track ist markant und eigenständig, mit eigener Stimmung und eigenem Reiz. Sehr interessant, weil sehr verspielt mit romantischer Atmosphäre ist die (einzige) Ballade „Save The Night“, die auch mit einem ausgeklügelten Solo aufwartet.

In dieser Form brauchen sich WILD ROSE vor der skandinavischen Konkurrenz nicht zu verstecken, im Gegenteil, sie spielen in der obersten AOR/Melodic Rock Liga mit. Unverzichtbar nicht nur für alle Liebhaber der glorreichen Achtziger (NIGHT RANGER, SURVIVOR, BAD ENGLISH und Konsorten), denn Andy Rock und Co. vertreten perfekt die moderne Rockgeneration mit Nostalgieblick!

 



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Wolfgang Kelz (06.05.2016)

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