Black Lung - See The Enemy

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VÖ: 29.04.2016
Bandinfo: Black Lung
Genre: Psychedelic Rock
Label: Noisolution
Lineup  |  Trackliste

Nicht weniger als ein Meilenstein?

Psychedelische Gitarrenwände türmen sich ins Unendliche, noisy flirrende Gitarrensounds, heavy Riffs und gleichzeitig diese Leichtigkeit und schwebenden Melodien – ganz ohne Bass! Ein Hauch der BLACK KEYS wabert durch die Lauschlappen, doch die Jungs aus Baltimore sind epischer, treibender. Bluesrock der frühen 70er prallt auf Doom und Psychrock. BLACK LUNG halt!

Vor weniger als zwei Jahren startete das Trio als Seitenprojekt nachdem Adam Bufano und Elias Schutzmann von exzessiven Touren in Europa, Süd – und Nordamerika mit THE FLYING EYES zurück ins winterliche Baltimore kamen. Das selbstbetitelte Debüt wurde Live eingespielt und die ersten Europatouren und Festivals folgten. Nun legt das Trio mit „See The Enemy“ den Nachfolger vor, der schon vor der Veröffentlichung hoch angepriesen wurde: „Das zweite Album von BLACK LUNG hat das Zeug zum Meilenstein“ so verspricht es jedenfalls das Promosheet.

Mit dem Opener „Behemoth“ ziehen stampfend die psychedelischen Vibes durch Raum und Zeit. Die Vocals türmen sich dominant auf und liegen zum Teil im Blues-Bereich. Die Textpassage zu Beginn „This storm is coming“, ist in Betrachtung des Gesamtmaterials, mehr als zutreffend! Das Baltimore-Trio legt einen sehr Gitarrenlastigen, und noch etwas verhaltenden Start hin, doch bereiten einen auf das vor was da noch kommt.

Und die Schrauben werden deutlich angezogen! Während „Transmissions“ mit seinen Stoner Rock-Riffs noch als ORANGE GOBLIN-Zwilling daher wabert und sich mit seinen Space Rock ähnlichen Vocals aus dem Stoner Bereich drückt, beginnt die Platte mit dem sehr düsteren, bösen, melancholischen „Nerve“ aus allen Nähten zu platzen. Diese erdrückend schwere Soundwand ist einfach ganz große Kunst! Wenn BLACK SABBATH-Riffs auf SAINT VITUS-Doom mit ner orderntlichen Portion Psychedelic Rock trifft, dann hat man ungefähr die Soundwand von „Nerve“ errichtet. „Nerve“ stampft unaufhaltsam nach vorne und entwickelt sich dabei zu einer großartigen Nummer. Weiter geht’s mit „Crooked Finger“. Verschnauffspause ausgeschlossen! Auch wenn man bei dem Titel eher an eine Blues-Nummer denkt, was der Song im Grunde auch ist, verbirgt sich dahinter doch ein gelungenes Psychedelic-Monster mit anfänglichen UNCLE ACID & THE DEADBEATS-Riffs. Flirrende Vitus-Gitarren treffen auf die reinste psychedelic Atmosphäre.

„Pristess“ hat ordentlich melodiösen Groove im Arsch und stampft in bester BLACK KEYS-Manier durch die Lauschlappen. Eine weitere richtig gelungene Nummer. Der balladeske Mittelteil ist einfach nur Gänsehaut-Garantie pur. Weinend. Klagend. Sehnend. Einfach Traumhaft! Der Titeltrack „See The Enemy“ zieht dann als weiteres brummendes Gitarren-Psych-Untier durch den Raum und geht über in den Rausschmeißer „8MM“. Während der Titeltrack nochmal quälend und zäh ist, so wird bei „8MM“ nochmal die Geschwindigkeitsschrauben angezogen und ganz in “Rock Out“-Manier abgerockt.

Es ist schon umwerfend was hier für eine musikalische Weite aufgebaut wird. Und trotz der relativ langen Nummern schaffen es BLACK LUNG mit sehr abwechslungsreichen Melodielinien keine längen aufkommen zu lassen. Sehr stampfend. Sehr vielseitig. Ein kleiner Griff nach den Sternen! Auch wenn es nicht ganz zum Meilenstein reicht ist „See The Enemy“ allemal ein großartiges Album, was in Sachen Retro-Rock Maßstäbe setzten wird! „See The Enemy“ ist schon jetzt eines der Vorzeigealben des Jahres!

Lauchlappen-Orgasmusfaktor: „Nerve“.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: inhonorus (11.05.2016)

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