MERCURY FALLING - Introspection

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VÖ: 13.05.2016
Bandinfo: MERCURY FALLING
Genre: Melodic Metal
Label: Hey!Blau
Lineup  |  Trackliste

MERCURY FALLING wuchten dieser Tage ihr nunmehr viertes Full Length Album in die Läden. Nun, wenn das Quecksilber fällt, wird’s in der Regel kühler, ungemütlicher und düsterer; vor allem wohnt der Musik der Fuldaer Melodic Metaller seit jeher eine gewisse Düsternis inne, man erinnere sich nur an deren letzten Geniestreich „Into The Void“, der immerhin schon 2012, vor vier Jahren also, veröffentlicht wurde. „Was hat denn da so lange gedauert?“, möchte man fragen - Vier Jahre sind im heutzutage immer schnelllebiger werdenden Musikbusiness schon fast eine halbe Ewigkeit. Schuld daran dürfte zum Teil sicherlich der Labelwechsel von Phonotraxx zu Hey!Blau sein.
Eines indes steht jedoch unverrückbar fest: Die Wartezeit hat sich gelohnt, denn mit „Introspection“ liefern MERCURY FALLING ein Genre Highlight für 2016 ab, das äußerst abwechslungsreich aus den Boxen tönt. Und der Vertriebsdeal mit ZYX dürfte dafür sorgen, dass es auch weltweit aus eben diesen tönen wird.

Nach einem zugegeben etwas langatmigen Intro startet man mit „Skinwalker“, einem typischen MERCURY FALLING Song, der mit einigen gelungenen Tempowechseln aufwartet. Die erste Single, zu der seit Kurzem auch ein richtig oldschooliges „wie im Proberaum“ Video im Netz zu finden ist, hört auf den Namen „Of Sinners & Saints“ – ein sehr eingängiges Stück mit Hitpotenzial, das sich sicherlich auch zu einem Live Kracher entwickeln dürfte. Gott sei Dank handelt es sich beim darauffolgenden „Art of War“ nicht um eine SABATON Coverversion (uff…dieser Ballermann Metal stünde MERCURY FALLING auch nicht sehr gut zu Gesicht…), sondern um einen Song, der wiederum alle Trademarks des Bandsounds featured.

A propos Sound: Hier fällt bereits nach dem ersten Durchhören auf, dass die Producer Piet Sielck (IRON SAVIOUR), Jens Ludwig (EDGUY) und Andy VanDette (arbeitete schon mit DREAM THEATER zusammen) dem Album einen deutlich direkteren und weniger polierten Sound als dem Vorgänger spendiert haben, was ausgesprochen gut zur Musik passt.
Aber zurück zu den Songs: MERCURY FALLING wilderten schon desöfteren im Gothic-Bereich, so auch z.B. bei „Save Me“ oder „What Remains“, wo diese Einflüsse deutlich durchschimmern. Der „King For One Day“ gibt dem Hörer hingegen einen tüchtigen Nackenschlag mit auf den Weg, denn hier wird das Tempo deutlich angezogen. Die Fuldaer haben mit „All Things Fall Apart“ natürlich auch eine amtliche Breitwandballade im Gepäck, bevor sie ihr Opus Magnum auf die Fans loslassen: 20 Minuten, fünf Teile – das ist der Titeltrack „Introspection“, den man fast schon als Album auf dem Album bezeichnen könnte und der die gesamte musikalische Bandbreite von MERCURY FALLING zeigt. Von düster über verspielt, hymnisch balladesk bis hin zu gesunder Härte ist in diesem Mammut-Track alles drin.

Und die Moral von der Geschicht? Unterschätzet Fulda’s Hessen nicht!
Mit „Introspection“ liefern MERCURY FALLING ein Hammer Album ab, das nahtlos an den Vorgänger anknüpft und ihnen hoffentlich die lang verdiente Beachtung bringen und ihren Status als Geheimtipp ad acta legen wird. Die Band eines der Mitproduzenten wird ja gerne als „Fulda’s Finest“ kolportiert… für mich gebührt dieser Titel jedoch ab sofort MERCURY FALLING.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: MH (14.05.2016)

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