MAYFAIR - My Ghosts Inside

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VÖ: 15.04.2016
Bandinfo: MAYFAIR
Genre: Progressive Metal
Label: Pure Prog Records
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Lineup  |  Trackliste

Sie machen weiter, ja wirklich, immer noch. Mit einer (die Band betreffend) holprigen Vergangenheit können MAYFAIR ebenso aufwarten, wie mit dem Biss, der dazu gehört wenn man sich wieder finden möchte, weiter machen möchte.

Ich kann nur vermuten, aber sehr wahrscheinlich vermute ich richtig, dass es harte Arbeit ist, eine langjährig bestehende Band zu ‚haben‘ - wie es auch manchmal hart ist, in einer langen Beziehung zu stecken, Freundschaften zu erhalten und so weiter. Wir alle kennen die zwischenmenschlichen Untiefen die sich auftun können und dann entscheidet sich: ja, weiter - oder nein, Ende. MAYFAIR haben „Ja“ gesagt und so sind wir nun hier, die Hörerschaft, nach dem „Schlage mein Herz, schlage..“ Album (2013) beschenkt mit einem neuen Werk. Seit der Gründung 1989 und der Neugründung 2009, sind nun einige Jahre verstrichen und zumindest frisurtechnisch sind die wilden Zeiten vorbei. Fast brav sehen sie aus, die vier Charakterköpfe, auf den aktuellen Fotos. Tarnen und täuschen?

„My Ghosts Inside“ verspricht mit Titel und Cover-Art ein stimmiges Konzeptalbum, inklusive der MAYFAIRschen Tristesse, die die österreichische Band aus- und bezeichnet. Schon bei „Loss“ wird klar was Einen erwartet, MAYFAIR machen keine leichte Kost. Ihre Musik ist nichts für nebenbei, kein Lückenfüller und keine locker-flockige Sommermelodie - dazu ist das Arrangement zu intensiv, die Stimme und die Texte zu fordernd. Mario singt, er flüstert, er schreit, er röchelt die Worte - seine stimmliche Vielseitigkeit ist eindrucksvoll zu hören (unter Anderem) bei „Schrei Es Raus“ und „Desert“. Von eher ruhig-bedachten Nummern wie „Blinded By Your Light“ oder „Until We Meet Again“, über groovige Lieder wie „Ghostrider“, bis zu „My Ghosts Inside“, womit man dann den Zeitpunkt erreicht hätte an dem die eigenen Dämonen im Kopf mit tanzen, lässt sich auf diesem Album Alles finden.

Darum geht es bei „My Ghosts Inside“ vom Grundgedanken her übrigens auch: die Engel und Dämonen die in Jedem wohnen und um Vorherrschaft kämpfen. Eine Band einem Genre zuzuordnen fällt mir ja des Öfteren schwer, vor allem wenn es musikalisch komplexer wird, reichen die üblichen Schubladen nicht - MAYFAIR sind auf alle Fälle experimentell, progressiv, sie machen Musik für nachdenkliche Stunden. Sie haben auch nicht wirklich etwas übrig für Genre-Grenzen, Mario mischt deutschen und englischen Gesang, die Gitarrenklänge sind teilweise verspielt und melodiös, dann wieder rau und rockig, nicht mal die Drums (die ja oft nur wummernde Untermalung sind) sind eintönig.

Zum Album bleibt zu sagen: Lasst Euch darauf ein, MAYFAIR machen es Einem nicht leicht, aber sie sind es wert.

 



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Lee (19.06.2016)

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