BLACK MAGIC FOOLS - Soul Collector

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VÖ: 19.02.2016
Bandinfo: BLACK MAGIC FOOLS
Genre: Viking Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Mit „Soul Collector“ veröffentlichen die schwedischen Folk-Metaler von BLACK MAGIC FOOLS ihr zweites Album, das ganz im Stile der finstersten Zeiten des Mittelalters steht. Das Konzeptalbum dreht sich um einen Musiker, dessen geliebtes Instrument von einer Gruppe von Priestern zerstört wird, seiner Verbannung und einem verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel. „Soul Collector“ bietet neben dieser düsteren Grundstimmung außerdem einen stark von mittelalterlicher Musik geprägten, gemächlichen Sound, der, kombiniert mit roher Gitarrengewalt, für einige denkwürdige Momente sorgt.

Das Album beginnt, ganz im Stile des Folk-Metals, mit einem gemächlichem Bagpipe-Intro, das die Spannung auf die nachfolgende Storyline hebt. Die Ruhe sollte allerdings schnell gebrochen werden: „Grave Digger“ zeigt das wahre Gesicht des nachfolgenden Albums. Mit einem stampfenden, langsamen Rhythmus und aggressivem Gesang zeigen die Schweden hier Zähne. Dieser Stil, der aus relativ simplen, eingängigen Gitarrenriffs, kombiniert mit mittelalterlichen Instrumenten besteht, zieht sich wie ein roter Faden durch fast das ganze Album (mit einigen wenigen Ausnahmen). Die Songs sind durchwegs langsam gehalten, was sich gut als Stilmittel für die gewünschte Stimmung eignet, jedoch werden Hörer, für die Komplexität und ausgefeilte Songstrukturen ein Muss sind, eher enttäuscht sein. Zusätzlich haben einige Songs auf dem Album, beispielsweise „Lies“, den Hang dazu, über die Strophen in eine gewisse Eintönigkeit zu fallen.
Mit ihren, oft plötzlich auftretenden Gitarrensoli zeigt die Band jedoch, dass sie auch anders kann, zumal sich diese meist komplett vom gewohnten Schema unterscheiden: Wahnwitziges Tempo und ein hoher Grad an Melodiösität stehen im starken Kontrast zur sonst angewandten Songstruktur, was sich als eine willkommene und gut funktionierende Abwechslung herausstellt.

„Soul Collector“ gipfelt nach etwa 45 Minuten Spielzeit in „Vädjan“, einem im Stile des mittelalterlichen Minnesangs gehaltenen Akustikwerk, das mein persönliches Highlight des Albums ist, zumal es im krassen Kontrast zum restlichen Album steht: Hier dominieren sanfte Klänge und weiblicher Soprangesang, was ein unerwartetes, aber gelungenes Finish des Albums erschafft.

Bezüglich der Vocals, die auf dem Album enthalten sind, kann man sagen, dass hier sehr starke Ähnlichkeiten zu ALESTORM besteht: Meist dominiert ein sehr rauer, man könnte sagen „unmelodischer“ und eher monotoner Gesangsstil. Dieser ist jedoch weniger stilisiert als bei ALESTORM, er wirkt zwar in Verbindung mit der düsteren Albumstimmung nicht direkt fehl am Platz, jedoch wäre etwas mehr Komplexität wünschenswert, vor Allem auch was die Lyrics betrifft. Diese sind oft recht simpel und manchmal recht repetitiv gehalten, hier hätte man aus dem eigentlich interessanten Konzept mehr herausholen können. Die langsame Darbietung der Lyrics, die einige Songs auch merklich ausbremst, schafft hier ebenfalls keine Abhilfe.

Alles in Allem erwartet den Hörer hier ein relativ gemächliches Folk-Metal-Album, mit zu großen Teilen sehr unterhaltsamen Passagen, das sich nicht scheut, auch akustische Töne anzuschlagen. Die Band schafft es, ein düsteres Klangbild zu kreieren, dieses rutscht leider aber oft in eine gewisse Monotonie, die durch die relativ gemächlichen Vocals oftmals noch verstärkt wird. Sobald allerdings die extrem gut gelungenen Folk-Passagen und Gitarrensoli im Vordergrund stehen, macht „Soul Collector“ sehr viel Spaß, dennoch gibt es hier und da noch Platz für Verbesserungen.



Ohne Bewertung
Autor: Daniel Csencsics (18.06.2016)

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