SAVIOR FROM ANGER - Temple Of Judgment

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VÖ: 29.04.2016
Bandinfo: SAVIOR FROM ANGER
Genre: US Power Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Hört man „Power Metal“ im Zusammenhang mit Italien, denkt man doch unweigerlich an zuckrige, keyboardgeschwängerte Klänge mit cheesy Melodien, opulenten Chören und so manchem Sänger, der punkto ausufernder Gestik als Wiedergeburt großer Operntenöre durchgehen kann. Zuckerwatte und Schmalz sind obligat, je klebriger es klingt, desto besser. All das sind SAVIOUR FROM ANGER... NICHT. Der Vierer kommt zwar aus dem Land der süßlichen Klänge, doch verschiebt er den gebotenen Powermetal von der Europäischen Halbinsel ganz deutlich in Richtung Übersee – knackiger US-Stahl erwartet den Hörer auf „Temple Of Judgment“.

Wie anders sollten SAVIOR FROM ANGER wohl auch klingen, haben sie sich doch mit Bob Mitchell (ATTACKER) um einen waschechten Amerikaner am Mikro verstärkt. Ganz entsprechend dessen, darf man sich auch über Klänge freuen, die den bereits seit '83 umtriebigen amerikanischen Kollegen in gewisser Weise nacheifern. Jedoch setzt man, im Gegensatz zu den etwas flotter agierenden Amerikanern, durchaus einmal auf langsamere, balladeske Klänge, wie zum Beispiel in „Starlight“. Auch leichte Reminiszenzen an eher verspieltere NWoBHM-Klänge wie in „In The Shadows“ sind zu bemerken. Ihre Stärken spielen die Italiener aber vor allem im Uptempo-Bereich aus, zu erwähnen sei hier beispielsweise „The Eyes Open Wide“. Äußerst stark präsentieren sich auch die melodischer orientierten, schön dahingaloppierenden „The Eye“ und „Bright Darkness“, von denen sich vor allem letzteres im Ohr festzusetzen weiß. Auch der als Abschluss gesetzte Titeltrack reiht sich in die Liste der zahlreichen starken Songs ein und verwöhnt den Hörer einmal mehr mit traditionellen Schwermetallklängen.

Trotz der stets präsenten Grundmelodik, lassen SAVIOR FROM ANGER aber niemals eine gewisse Härte außer Acht, sodass man zu keiner Zeit das Gefühl hat, die Scheibe würde in allzu seichte Gefilde abdriften. Abwechslungsreiches Songwriting und ordentlich produzierter Sound sorgen dafür, dass „Temple Of Judgment“ rund und in sich geschlossen einher kommt, und dabei auch ordentlich in den Arsch tritt. Auf die volle Albenspielzeit von etwa 48 Minuten offenbart sich ein starkes Album, das trotz durchklassig hoher Qualität in manchen Momenten aber doch nicht so ganz zünden mag. Wer zeitgemäßen US-Powermetal liebt, der wird aber an SAVIOR FROM ANGER bestimmt nicht vorbeikommen. Wollen wir hoffen, dass das aktuelle, sehr starke Lineup, dann auch etwas länger hält, denn das würde noch einige weitere starke Scheiben versprechen!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (28.06.2016)

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